Geheimagenten sind auch nur Menschen

22 Dez

Hallo alle Miteinander,

Phoenix sendet den ganzen Tag zum Thema

In geheimer Mission – Spione & Agenten

Neben dem allgemeinen Interesse für das Thema, wer interessiert schon überhaupt nicht für Geheimdienste, fand ich einige Sendungen besonders interessant. Es wurde eine dreiteilige Sendereihe zur Geschichte der CIA gezeigt.

Getreu dem Blogmotto mehr Mittelmäßigkeit wagen, wurde in der Sendereihe aufgezeigt, dass auch CIA-Agenten nur Menschen sind. Menschen die irren, welche schlicht die „Wirklichkeit“ nicht erkannt haben. Es sind aber auch Menschen die bewusst Informationen gegenüber ihrem Vorgesetzten verzerren. Die CIA scheint mir, nach dieser Doku, einen typischen bürokratischen Teufelskreis zu besitzen. Dieser führt zu dem Eigenleben, das so manche Behörde, aber gerade Geheimdienste führen.

Informationsstau, Verzerrungen von Informationen und daraus entstehende Fehlprognosen sind die Folge. Die wurden in der Doku reichlich aufgeführt, vom Vietnamkrieg angefangen über die islamische Revolution im Iran, den Einmarsch der UdSSR in Afghanistan bis hin zur Fehleinschätzung, wie sich die  Mudschaheddin in Afghanistan (Heute als Taliban bekannt) weiterentwickeln würden.

Nach der Doku kommt man sehr schnell zum Schluss, Geheimdienste sollten abgeschafft werden. Ihr real politischer Nutzen ist gering, ihre ökonomischen und sozialen Kosten sind umso höher. Das Problem ist, gerade „lupenreine Demokratien“ wie Russland u. a. würden ungemein profitieren, wenn auch einige Industriestaaten ihre Geheimdienste aufgeben würden.

Geheimdienste sollen gar nicht in erster Linie effizient, (v. a. nicht) legal oder legitim sein. Sie sollen in erster Linie effektiv sein. Sie sollen ihren Gegnern/Wettbewerbern aufzeigen, dass sie wirken, sie einen Effekt hervorbringen. Selbst wenn diese Wirkung nur illusorisch ist, solange Gegner/Wettbewerber meinen man könnte auf sie einwirken ist der Zweck erfüllt.

Es geht also gar nicht um einen besonders effizienten Geheimdienstagenten. Solange man dem Vorgensetzen, glaubhaft macht dass die Infos relevant seien, dass man besonders wirkungsvoll sei, ist alles in Ordnung. Geheimdienste und ihre Agenten tragen also zur Illusionierung von Gegnern/Wettbewerbern und der eigenen Bevölkerung bei. Es geht nicht um James Bond, um Heldentaten (jedenfalls nicht v. a.), es geht um Strategie. Es geht um eine effektvolle Strategie.

So sind Geheimagenten auch nur Menschen, die weder mytisch noch heldenhaft sind. Sie sind so zweifelhaft wie der Mensch im Allgemeinen. Na gut, sie sind besonders zweifelhaft, schon von Berufswegen her. Aber wenn der Mensch perfekt wäre bräuchten wir weder Armeen, Geheimdienste noch Polizei. Dass  diese Organisationen existieren, sagt doch einiges über den Menschen im Allgemeinen aus.

Menschen sind halt doch nur mittelmäßig. Manche mehr, manche weniger.

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2 Antworten to “Geheimagenten sind auch nur Menschen”

  1. bravo56 Dezember 26, 2011 um 22:40 #

    Ich habe letztens das Buch von Tim Weiner über die CIA gelesen. Da sträuben sich einem die Haare. Kein Gedanke an Mittelmä0igkeit.
    Da drängt sich einem der Eindruck auf, die CIA und sicher auch andere westliche Geheimdienste seien ein Sammelbecken gescheiterter Existenten. Lauter Egomanen und Selbstdarsteller, die im Geheimdienst ein Feld gefunden haben, sich zu profilieren oder sich zu bereichern. Im schlechtesten Falle kommt beides zusammen. Aus dieser Melange resultieren Fehleinschätzungen, die nicht selten Menschenleben kosten. Gleichzeitig dokumentiert das Buch auch ein kaum verständliches Desinteresse vieler Präsidenten an der Arbeit des CIA.

  2. marien86 Dezember 27, 2011 um 17:51 #

    Hallo bravo56,

    du schriebst:“Ich habe letztens das Buch von Tim Weiner über die CIA gelesen. Da sträuben sich einem die Haare. Kein Gedanke an Mittelmäßigkeit“

    Da muss man erst mal definieren, was ein Mittelmaß eigentlich in diesem Zusammenhang ist. Schwimmen in diesen „Sammelbecken“ besonders starke Egomanen und Selbstdarsteller im Vergleich zum „Managerwesen“ herum?

    Wer sich mit Machiavelli beschäftigt hat, den lassen Reportagen aus Geheimdiensten kalt. Und der gute Mann hat schon vor einigen Jahrhunderten gelebt. Schon immer hatten Spione einen zwielichtigen Ruf, schon immer wurden sie gebraucht, schon immer wollten nur die wenigsten (Herrscher) damit etwas damit zu tun haben. Es gab schon immer den Zwiespalt zwischen zwischen „wir brachen sie“ und “ „wir wollen sie gar nicht haben, sie können uns gefährlich werden.“

    Herrscher wollen sich ins Geschichtsbuch eintragen. Da stört die Realität, der Geheimdienste, gewaltig. Für mich ist das Desinteresse Beleg, dass auch Präsidenten eitel sind, ihren geruhsamen Schlaf in der Nacht brauchen.

    Gruß, David

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