Wie kommerziell ist Weihnachten?

26 Dez

Hallo alle Miteinander,

noch ist Weihnachten nicht ganz vorbei, da wirken die Diskussionen im Familienkreis noch nach. Da wir dieses Weihnachten gerade nicht über Weihnachten und Kommerz gesprochen haben, kommt es mir wohl in den Sinn.

Sicher ist, Weihnachten wurde stark kommerzialisiert. Das ist unbestreitbar. Die Werbung, die einen zum Kauf von Geschenken animieren will, der Weihnachtsmann der zu mindestens von Coca-Cola bekannt gemacht wurde bis hin zu der Frage, was schenke ich an Weihnachten? Dies alles belegt die Kommerzialisierung von Weihnachten.

Was mir auffällt, wieder sind die Anderen schuld. Konzerne wollen Weihnachten für die Umsatzsteigerung ausschlachten, Politiker erlassen immer mehr Gesetze und Verordnungen, wo erlaubt ist an (Weihnachts)feiertagen zu arbeiten, Kirchen u. a. sind zu schwach diese Entwicklung aufzuhalten. Sicher, all diesen Gruppen fällt eine Teilschuld zu.

Nur, was ist mit mir? Ganz ehrlich, ich kann mit dem christlichen Urkern von Weihnachten gar nichts mehr anfangen. Nicht, weil ich nicht nachvollziehen kann um was es bei Weihnachten geht, sondern weil ich Atheist bin. Klar, eine Gesellschaft braucht einen Ruhepunkt, sie muss darüber nachdenken, welchen Normen und Werten sie folgen möchte. Muss dieser Rahmen deswegen christlich fundiert und traditionalisiert sein? Warum soll ich mich auf das Christliche besinnen, wo die meisten der zehn Gebote derart universell sind, dass die Christen diese gar nicht mehr für sich allein in Beschlag nehmen  können?

So mancher bekennender Christ wird auch an Heiligabend, kurz vor Ladenschluss kaufen. Er wird sich Gedanken um Geschenke machen, er wird von Werbung beeinflusst werden.

Weihnachten ist so kommerziell wie wir es dazu machen! Christen, Atheisten, Muslime. Wir haben es selbst in der Hand wie viel Stress, Geld und Aufwand wir an Weihnachten opfern wollen. Die Kommerzialisierung von Weihnachten kommt aus der Mitte der Gesellschaft und wird von einer Mehrheit getragen. Von mir genauso wie von euch.

Wir sind die Gesellschaft. Auch wenn einige Gruppen unsere Entscheidungen zu ihren Gunsten verzerren wollen. Wir können uns über diese Verzerrungen informieren, wenn wir wollen. Wir können ihnen keinen Platz einräumen, wenn wir wollen.

 

 

 

 

 

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7 Antworten to “Wie kommerziell ist Weihnachten?”

  1. Muriel Dezember 26, 2011 um 21:41 #

    Was ist eigentlich so schlecht an einem kommerziellen Weihnachten?
    Ich stehe auf Kommerz.

  2. marien86 Dezember 27, 2011 um 17:33 #

    Hallo, Muriel,

    du schriebst:“Was ist eigentlich so schlecht an einem kommerziellen Weihnachten?
    Ich stehe auf Kommerz.“

    Nun, sind wir alle nicht irgendwie käuflich? Auch wenn einige meinen alles sei käuflich, so ist eben nicht alles käuflich. Man kann sich einen großen Busen kaufen aber kein Selbstwertgefühl. Man kann sich einen Partner kaufen, aber keine Liebe oder Geborgenheit. Man kann sich Titel erkaufen aber keine Berufung.

    Kurzum, man kann sich Illusionen kaufen. Aber die zerplatzen irgendwann, denn Realität ist nicht käuflich. Die gibt es umsonst und in Masse.

    Es ist gar nicht die Frage, wie wir mit Kommerz umgehen, sondern wie wir mit der Realität umgehen.

    Wo sich andere sonst was gewünscht und es dann bekommen haben, stand ich oft mit leeren Händen da. So kitschig, wie sich das jetzt anhört, ich bekomme etwas, was nicht käuflich, in Geld messbar oder selten ist. Leute kümmern sich um mich, interessieren sich für mein Leben, helfen mir. Und das ohne Gegenleistung, oder irgendeine Erwartung.

    Muriel, ich stehe auf Menschlichkeit!

    Gruß, David

    • Muriel Dezember 27, 2011 um 19:10 #

      Ich nicht so. Aber der Rest stimmt natürlich.

      • marien86 Dezember 27, 2011 um 20:17 #

        Da bin ich aber froh, dass du mir in großen Teilen zustimmst.

        Jeder soll nach seiner Facon selig werden und seine Erfahrungen machen. Da ich sicher stärker als du auf meine Mitmenschen angewiesen bin, das meine ich nicht böse – bitte nicht falsch verstehen, bin ich froh, wenn mir Mitmenschen helfen.

        Wer nicht groß auf Andere angewiesen ist, kann sich anderen Dingen zuwenden. Man lernt die „Anderen“ umso besser kennen, je mehr man sie braucht.

        Es ist ein schönes Gefühl, wenn du weißt, dass wenn du ganz unten bist, dir eine Hand gereicht wird. (Das klang gerade sehr pathetisch und romantisch 🙂

        Es ist schön, wenn Menschen ein Teil ihres Lebens aufgeben um schwer-behinderte Menschen aufzuziehen, für sie einen Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen. Diese Menschen haben weniger Chancen an Konsum und Kommerz teilzunehmen. Sie kümmern sich um die Schwächsten und wissen, dass sie nichts (materielles) zurückbekommen werden.

        Sei froh, dass du nicht schwer-behindert bist oder schwer-behinderte Kinder erziehen musst. Du musst einige Erfahrungen nicht machen. Du wirst aber nicht erfahren, wie sich anfühlt einen Platz zu erobern, der gar nicht für einen vorgesehen war.

        Gruß, David

      • Muriel Dezember 27, 2011 um 20:30 #

        Sei froh, dass du nicht schwer-behindert bist oder schwer-behinderte Kinder erziehen musst.

        Was du alles über mich weißt…

  3. marien86 Dezember 27, 2011 um 21:00 #

    Hallo, Muriel,

    du hast natürlich recht, diese Verallgemeinerung, kann, muss aber nicht eintreffen.

    Falls ich zu sehr mit dem gehobenen Zeigefinger gefuchtelt haben sollte, dass war nicht Absicht.

    Jeder soll so leben, wir er es für richtig hält. Da ich mir leider nicht die Dinge kaufen kann, die ich gerne kaufen würde, bleibt mir nur die Mitmenschlichkeit. Ich kann also gar nicht auf Kommerz stehen, weil er mir nicht das bietet, was ich brauche.

    Gruß, David

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