Was kommt nach der C-Prominenz?

4 Feb

Hallo alle Miteinander,
das Dschungelcamp ist zu Ende, wird aber wiederholt. Etliche (Pseudo) Talentshows suchen neue Stars, Talente, Models, Leute, die sich für ein bisschen Ruhm zum Deppen machen. Die Anzahl der C-Prominenz wächst. Der Markt scheint gegeben: Leute wollen das sehen, andere wollen gesehen werden.

Talent, eine wirkliche Begabung ist nicht mehr notwendig, um in die Massenmedien zu kommen. Weiblich, schön (welches Schönheitsideal?) und naiv müssen sie sein, eine Identitätsfigur aus dem Volk für das Volk.

Das Mittelmaß dieser Menschen scheint mir allzu offensichtlich. Dazu kommt das Mittelmaß der Zuschauer und Leser, welche die andere Seite bilden. Es wird kommerzialisiert, das zeigt eine Spiegel-TV Reportage deutlich. Hunderte Menschen scheinen nur auf ihren Moment, in dieser Maschinerie zu warten. Die Illusion, dieser kurze Moment der Berühmtheit könne zu einem besserem Leben führen, treibt sie an.

Das Interessante daran, wie alles im Kapitalismus: diese Maschinerie entwertet sich selbst. Je mehr Leute sich in diese Maschinerie begeben, je größer die Auswahl wird, desto weniger Aufmerksamkeit kann der Einzelne erhaschen. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist begrenzt. Dementsprechend steigen die Wahrnehmungsschwellen um öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten. Wir gewöhnen uns an Dinge, die wir einst ablehnten. Ich erinnere mich noch an die Diskussion um Big Brother in der ersten Staffel. Regt das heute noch Jemanden auf? In den Zeitungen ist darüber nichts mehr zu finden.

Die gefühlte Illusion, prominent und damit erfolgreich werden zu können steigt. Man sieht es ja tagtäglich in den Medien, wenn man es sehen will. Ich hab zwar keine Statisken und Prognosen zur Hand, würde aber darauf wetten, dass entsprechende Casting-Agenturen steigenden Zulauf hatten, haben bzw. haben werden. Die faktische Chance erfolgreich zu werden sinkt entsprechend weiter ab.

Es setzt also eine Inflation der Mittelmäßigkeit ein. Die Leute bekommen das zu sehen, was sie einerseits für Mittelmaß halten (aus dem Volk, für das Volk).  Andererseits wollen sie aber auch Dinge sehen, die sich von ihrem Alltag unterscheiden (Affären, Skandale etc.). Scripted Reality belegt diese Beobachtung. Wenn man will, kann man erkennen, das dies eben nicht die Realität ist. Da sich diese Geschichten ja auch ein Stück weit an der Realität orientieren, kann man sowas für Realität halten.

Und die C-Prominenz? Sie belegt das Auseinander-klaffen zwischen Schein und Sein in realita. Während uns  Scripted Reality Schein als Sein vorspielt, sind C-Prominente der Schein in Person. Sie sind das, als was sie erscheinen. Eine Illusion, die nur kurz anhält, um dann wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Sie zerplatzen immer öfter, immer schneller, immer härter.

Mittelmäßigkeit bleibt Mittelmäßigkeit. Wer nichts kann, muss was lernen. Wer etwas bewegen will, muss sich selbst bewegen. Der Glaube, mit wenig Aufwand, viel erreichen zu können, wird ein Glauben bleiben. Gerade Heute.

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