Warum wir aus der Krise nichts lernen.

16 Feb

Hallo alle Miteinander,

bezugnehmend auf diesen Blogartikel, wo die These geäußert wurde ob das Insistieren auf sehr strikten Bedingungen für eine Rettung könne sogar als versteckter Versuch gewertet werden könnte, Griechenland zu einem Bankrott zu führen Ob es das Ziel gibt Griechenland pleite gehen zu lassen? Es gab bei SpiegelOnline mal einen Artikel, der die Kosten des dt. Steuerzahlers bei einem Bankrott Griechenlands auf aufgerundete 60 Mrd. Euro bezifferte. In einer so verzweigten, globalen Wirtschaft wird man sich so etwas überlegen.

Anstatt über die Zukunft zu philosophieren, täte ein Blick in die Vergangenheit gut. Warum ließ man Griechenland in den Euroraum, wo man ahnte, das Zahlen gefälscht wurden, dass die Bürokratie nicht so funktioniert wie soll, wo es keine Wettbewerbsfähige Wirtschaft gab?

Diese Krise ist das verzinste Negativkapital, dass in der Vergangenheit angehäuft wurde. Deutschland & Co. wollen die Zeche nicht zahlen, die Griechen können sie nicht zahlen.

Ich denke, dass wir uns in einem Dilemma befinden. Wenn wir den Griechen wirklich helfen, würde unser jetziger „Mehrwert“ schrumpfen, der zukünftige aber stabilisiert werden.  Wenn wir den Griechen nicht helfen, würde unser jetziger „Mehrwert“ stabil bleiben, der zukünftige aber schrumpfen.

Dass sich Politiker für die letztere Variante entscheiden ist logisch. Erst ihre Nachfolger würden von einer  wirklich nachhaltigen Politik profitieren. Warum sollten gegenwärtige Politiker dies zulassen? Die Problematik dieser Politik sieht man bei griechischen und italienischen Politikern. In der Vergangenheit wurden Schulden angehäuft. Die Nachfolger können sich ja um die Tilgung kümmern. Die Banken und deren Regulierung kommen als Sekundärproblem dazu. Das eigentliche Problem ist, dass man Politiker nur sehr schwer zu nachhaltigen Handeln motivieren kann.

Von Staat zu Staat sind die sichtbaren Formen dieses Kurzfristhandelns unterschiedlich gelagert. Bei dem Einen ist es hohe Verschuldung, bei dem anderen, liegen gelassene Infrastruktur oder  die verpasste kulturelle Öffnung der Gesellschaft. In jedem Staat, in jeder Gesellschaft exsistiert kurzfristiges Handeln, nur ihre greifbaren Konsequenzen sind andere. Wie lässt es sich vermeiden? Was schafft Solidarität mit einer fremden, zukünftigen Politiker-Generation? Leute wie Habermas würden argumentieren, dass der Rechtsstaat diese Solidarität definiert. Da das Recht wiederum Auslegungsbedürftig ist, kommen wir auch nicht viel weiter. Der Titel dieses Beitrages ist sicher zugespitzt. Politiker lernen durchaus aus Krisen. Die Frage ist, wurde das gelernte auf korrekt verstanden, wird es korrekt angewendet?

Ob Griechenland pleite gehen wird ist eine nette Anekdote, von vielen Anekdoten von Staatspleiten. Es werden sich noch viele weitere ereignen. Es scheint sich ein Muster zu wiederholen.

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Eine Antwort to “Warum wir aus der Krise nichts lernen.”

  1. Linus Februar 25, 2012 um 13:36 #

    Gottes Mühlen mahlen langsam.

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