Fehlende Maßstäbe

27 Feb

Hallo alle Miteinander,

ich weiß, dass viele Deutsche König Fußball verehren. Gegen Fußball, an sich, ist ja auch nichts einzuwenden. Dass viele Profifußballer aus der 1. Bundesliga und der Champions-League Teil einer ganzen Industrie sind und selbst daran gut verdienen, ist sicher kritikwürdig, erregt mein Gemüt aber nicht allzu sehr.

Was mich dann doch erregt, prominente Namen von Fußballern, aus Gegenwart und Vergangenheit prägen sich in unser kollektives und individuelles Gedächtnis ein. Wie viele Leute kennen Alexander Fleming? Ihm haben wir Penicillin zu verdanken. Wie viele Leute kennen Nicolaus Otto? Ihm haben wir den einen Verbrennungsmotor zu verdanken, das von Ihm erdachte Prinzip lebt bis heute fort.

Ich könnte die Liste beliebig fort führen. Ich will gar nicht die Leistung eines Oliver Kahn klein reden, die kann ich, als Nicht-Fußballer kaum beurteilen. Er hat einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie Albert Einstein, nur, Einstein hat eine ganze Wissenschaft verändert und beeinflusst, er hat seine Prominenz genutzt, um anderen Leuten „den Arsch“ zu retten.

Oliver Kahn hat einfach nur Fußball gespielt und daran noch gut verdient. Eine Neiddebatte ist nicht mein Ziel. Es ist aber seltsam, wenn sich honorige Wissenschaftler Jahrelang um Forschungsetats bemühen, während Fußballclubs Millionen Euro für einen Spieler hinlegen. Ich finde das auf Deutsch gesagt beschissen. Während ein Wissenschaftler daran arbeitet, Wetterprognosen zu verbessern, wird ein junger Fußballspieler als New-Comer bezeichnet. Ein Millionenpublikum interessiert sich für Ihn. Während der Wissenschaftler nicht richterlich festgestellt, nicht angemessen bezahlt wird, ist das Gehalt von Top-Fußballspielern nicht wirklich Gegenstand allgemeiner Kritik.
Was Wissenschaftler tun wird als selbstverständlich erachtet. Es ist weder schön, sexy noch öffentlichkeitswirksam. Ein Land verfällt in Jubeltaumel, wenn die deutsche Nationalmannschaft Weltmeister wird. Wenn ein Wissenschaftler Nobelpreisträger wird, gibt es lobende Worte in der Fachpresse.

Klar nicht jede Forschung rettet Leben, entwickelt neue Werkstoffe oder ermöglicht neue spritsparende Autos. Nicht jeder Spitzenfußballer bringt Spitzenleißtung, zieht, auch im negativen, Berichterstattung auf sich.

Fußball rettet keine Leben, entwickelt keine neue Werkstoffe oder ermöglicht keine neue spritsparende Autos. Es erfüllt aber (soziale) wichtige Funktionen. Über ein bisschen mehr Begeisterung für Wissenschaft würde ich mich schon freuen. König Fußball  will ich ja gar nichts wegnehmen. Beide können koexistieren, ohne sich gegenseitig Aufmerksamkeit zu nehmen. Wir müssen es nur wollen!

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