Die Mittelmäßigkeit von Geschäftsleuten

17 Mrz

Hallo alle Miteinander,

dieser Blogeintrag hat mich an die Doku erinnert, die neulich bei Phoenix gesehen habe: Mister Karstadt. OK, der Geschäftsmann Nicolas Berggruen wendet die selben Tricks an, wie alle, um Geld zu verdienen. Das finde ich auch nicht gut, ich würde mir auch weniger Einzelprofit und mehr Profit für alle wünschen.

Bevor mir, in den Kommentaren, ein Marxist vorwirft, mein Beitrag sei irrelevant, will ich darauf hinweisen dass die Welt ist wie sie ist.

Es gibt sicher Geschäftsleute, die auf Maximalprofit verzichten (können), weil sie sich bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter und höhere Steuern für ihren Staat leisten können. Es gibt aber auch Geschäftsleute,  die auf Maximalprofit angewiesen sind weil ihr  Maximalprofit so gering ist, dass sie selbst kaum davon leben können. Sie können Mitarbeiter nicht ins billigere Ausland outsourscen oder Steuern im Steuerparadies bezahlen. Dann gibt es Geschäftsleute, die selbst von einem Bruchteil ihres Maximalprofits bequem leben können. Sie lagern ihre Arbeitsplätze ins Ausland aus und drücken ihre Steuerlast, beschaffen sich Subventionen und öffentlich finanzierte Infrastruktur.

Die meisten Geschäftsleute werden wohl Typ II angehören. Viele würden ihren Arbeitnehmern mehr zahlen wenn sie könnten, sie haben häufig selbst Probleme, ihre Rechnungen selbst zu bezahlen. Interessant ist, wo die Grenze zwischen Typ II und III liegt. Ab welchem Punkt wird wird sich bereichert, wo zahlt der Unternehmer sich noch angemessenen Gewinn? Was ist noch die legale und v. a. legitime Reduktion von Steuern, was ist noch legal aber schon illegitim?

Für viele hat Berggruen die Grenze zum Typ III überschritten. Er nutzt geschickt Medien und Politik um sich selbst darzustellen, er nutzt Informationsvorsprünge gekonnt aus. Er macht das, was viele Unternehmer auf kleinerer Flamme auch tun. Mönche und Geistliche können bestimmten Moralvorstellungen besser genügen, weil sie keinen Wettbewerb, keine Fouls befürchten müssen. Wer selbst sein eigener Chef ist muss viele Konsequenzen tragen, notfalls die eigene Pleite.

Klar, was Berggruen u. A. machen ist nicht in Ordnung, die Selbständigkeit bürgt aber auch Risiken, gegenüber den kleinen Selbständigen, die nicht auf Berggruens Flamme kochen können, ist das eine schwierige Lage. Hier können nicht immer die moralisch und ethisch richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Es ist schon von Haus aus schwieriger hier Vorbild zu sein. Das einige es nicht einmal versuchen wirklich danach zu streben, sondern durch mediale und politische Macht, die Illusion von Vorbildhaftigkeit erzeugen, finde ich bedenklich.

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