Warum stille Tage gut tun.

6 Apr

Hallo alle Miteinander,

die Diskussion um stille Tage flammt nun wieder auf. Konkret geht es um das Aufheben von Tanzverboten in vielen Bundesländern.

Ich habe mit Religion nichts am Hut und bin für eine strikte Trennung für Staat und Kirche. Jedoch finde ich die Idee von stillen Tagen sehr interessant, unabhängig von ihrem religiösen Hintergrund.

Nun wird argumentiert, stille Tage, Tanzverbote seien unzeitgemäß. Wer definiert was zeitgemäß ist? Geschäfte sollen 24/7 geöffnet sein, weil dies zeitgemäß ist. Die religiös fundierten Feiertage sollen weiter kommerzialisiert werden, weil das Kaufen und Verkaufen von Waren, zu jeder Zeit, an jedem Ort, Errungenschaften moderner Gesellschaften sind. Man soll tanzen und feiern dürfen wo man will, weil die Persönlichkeit durch nichts eingeschränkt werden soll.

Wenn jeder Tag gleich ist, wo konsumiert und gefeiert werden darf, wo bleibt die Wertschätzung für, eben genau dieses „dürfen“? So paradox es klingt, nur wenn sich selbst zeitlich befristet, beschneidet, lernt man was es heißt eben nicht beschnitten zu werden. Alles soll jetzt und überall möglich sein, weil es geht. Wird hier „weil es geht“ nicht zum Selbstzweck? Ich finde die Idee spannend, dass Gesellschaft an bestimmten Tagen aus dem Tritt kommt. So entsteht eben nicht diese Gleichförmigkeit  des 24/7, bezogen auf alle Teile der Gesellschaft.

Man kann mit über nötige Anzahl von stillen Tagen debattieren, eine angemessene Zahl habe ich gar nicht im Kopf. Man kann mit mir über die „Verbote“ an stillen Tagen debattieren, auch da bin ich nicht festgelegt. Ich finde sogar die Frage interessant, ob man stille Tage nicht auf nicht religiöse Feiertage legen kann. Warum spricht ausgerechnet eine religiöse Fundierung für Ver- und Gebote zu einer bestimmten Zeit?

Mir ist natürlich auch klar, dass eine Abgrenzung inkonsequent ist: warum darf es an Karfreitag Tanzveranstaltungen geben, nicht aber an Weihnachten. Warum ist die allg. Arbeit verboten, spezielle Arbeiten aber erlaubt? (Ich weiß natürlich, das Krankenhäuser, Polizei und Co. geöffnet haben müssen, deshalb ja die Inkonsequenz) Warum sollten stille Tage explizit auf nicht religiös fundierte Feiertage gelegt werden? Wird hier nicht wieder ein Statement einer Minderheit auf die Mehrheit aufgedrückt?

Ich wollte einfach nur ausdrücken, dass mir das Konzept der stillen Tage gefällt und ich ein alles und überall, weil es geht, kritikwürdig finde.

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