Archiv | Mai, 2012

Einige Anmerkungen zum Artikel von tinyentropys Artikel

27 Mai

Hallo alle Miteinander,

ich habe hier den Artikel

Jede Wette, Du machst es nicht lange

aus tinyentropys Blog zitiert. Ein paar Gedanken möchte ich aus meinem Kommentar unter dem Blogartikel hier anfügen

 

Klar ist ärgerlich, wenn Firmen durch geplante Obsoleszenz ihrer Produkte zusätzliches Geld verdienen wollen. Nur, es ist deren Job ihren Profit zu maximieren. Natürlich kann und soll der Staat Rahmenbedingungen setzen, die eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie herzustellen. Was nutzen aber Rahmenbedingungen, wenn die Leute beim Kauf ihr Hirn ausschalten und dem Hype verfallen?

In einer Marktwirtschaft gibt es nicht nur die bösen Firmen, es gibt auch bequeme Kunden, die Fakten bereitwillig ignorieren und sich allzu gern von der Werbung einlullen lassen.

Ich will gar nicht abstreiten, dass Iphone, Tablet und Co. praktischen Mehrwert für ihre Nutzer darstellen. Einige Hundert Euro habe ich im Verlauf der letzten Jahre einsparen können weil ich auf solche Geräte verzichtet habe. Bei mir werkelt immer noch ein fünf Jahre altes Notebook und ich kann sehr gut mit einem Telefon leben was nur telefonieren kann. Dafür bin ich zwar nicht “always on”, das Leben geht aber auch weiter wenn man nach der Uni ins Internet geht.

Smartphone, Tablet und Co. sind voll leistungsfähige Computer, deren Potential wir gar nicht ausschöpfen können. Für ein bisschen zusätzliche Rechenkraft liegen 90 % der Prozessorressourcen lahm, viele Stunden am Tag.

Das ist also die neue Effizienz der Moderne: ein Auto, dass 23 Stunden am Tag rumsteht, ein Telefon-PC, der 18 Stunden am Tag vor sich hin rödelt, der neue HD Flatscreen, der auf stand by läuft. Und (nur) die Industrie ist schuld? Wir, die armen Konsumenten (haben uns selbst) entmündigt, von Politik und Wirtschaft, sind diesem System ausgeliefert?

Auch wegen Artikel, wie deinem hier, betreibe ich mein Blog der Mittelmäßigkeit. Es ist eben nur Mittelmaß, sich den Schuldigen zu suchen, der besonders sichtbar und angreifbar ist. Ich bin, wie wir alle ab und an, auch nur mittelmäßig. Ich versuche mein Mittelmaß aber nicht durch Verweis auf Andere zu relativieren.

Jede Wette tinyentropy, dass wir Konsumenten, Anleger und Bürger dieses System (mehr oder minder) bereitwillig zugelassen haben!

27 Mai

Tinyentropy's Blog

Diese Zeilen schreibe ich auf einem Apple Ipad. Und warum ist dies von Bedeutung? Ganz einfach, weil Apple, als Produzent, mit seinen Produkten ein Musterbeispiel für ein Phänomen namens „Geplante Obsoleszenz“ ist. Dahinter verbirgt sich, dass während der Designphase von Produkten deren Funktionsweise absichtlich auf eine vorgegebene Zeitspanne begrenzt wird, so dass die Geräte mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Ablauf dieser Zeit durch einen Neukauf ersetzt werden müssen. Im Falle meines Ipads wird dies an zwei offensichtlichen Mängeln deutlich.

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Software und ihr richtiges Mittelmaß

25 Mai

Hallo alle Miteinander,

neulich wurde mir wieder bewusst, dass mein Notebook nicht mehr das neueste ist. Mit einem DuoCore mit 1,66 GHz, 1 GB RAM und einer aus heutigen Sicht lächerlichen Grafikkarte kommt man nicht mehr weit. Das wurde mir bewusst als ich mein Betriebssystem aktualisierte, es läuft nun ein Ubuntu 12.04 darauf.

Unity, die neue Oberfläche, funktioniert einwandfrei. Die Geschwindigkeit lässt etwas zu wünschen übrig. Nun kann man sich auf die Suche nach dem Mittelmaß im Bereich der Betriebssysteme machen. Da lässt die Linux-Welt viel Raum zum Austesten. Wer das Mittelmaß finden will, muss sich erst einmal die Pole näher anschauen. Der eine Pol wird gebildet von Unity, Gnome und KDE. Hier handelt es um grafische Oberflächen, die alles bieten, was der Durchschnittsnutzer wünscht: Dateiverwaltung, Internet, Bürokram und Medienkonsum. Alles optisch ansprechend verpackt. Die einzelnen Konzepte dahinter mögen sich unterscheiden und je nach Geschmack unterschiedlich bewertet werden, tauglich sind sie allemal. Nur der Ressourcenverbrauch, den spürt man auf älteren Geräten schon. Das würde ich diesen Oberflächen aber nicht an-lasten wollen, der Fokus ist halt auch und besonders auf die Verpackung, sowie den bequemen Umgang damit ausgelegt.

Der andere Pol in der Linux-Welt: reine Fenstermanager wie Openbox. Man bekommt damit seine grafische Oberfläche, Firefox und Co. laufen dort auch. Vor allem der Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Unity wird hier spürbar. Allerdings ist die Verpackung doch etwas rustikal, man muss sich ein wenig in die Welt der Fenstermanager einarbeiten. Wer dies nicht scheut, kann hier schalten und walten wie er mag. Bequem ist das meiner Meinung nach nicht gerade.

Das Mittelmaß können Oberflächen wie LXDE oder XFCE bieten. Die Verpackung ähnelt älteren Windows bzw. Gnome-Versionen. Auch in die Bedienung kann man sich schneller einarbeiten. Das große Plus: der Geschwindigkeitsvorteil bleibt erhalten.

Ein weiterer Vorteil, ältere aber noch funktionsfähige Hardware kann weiter benutzt werden. Man kann sich den aktuellen Firefox oder den VLC-Player installieren. Wer die Internet-Welt durch den Internet-Explorer 6 sehen muss, weiß von was ich rede, es gibt auch noch solche Installationen an Universitäten.

Klar, seit Windows 3.11 hat sich viel geändert. Die heute gebräuchliche Hardware muss leistungsfähiger sein um Internet- und Medienkonsum zu ermöglichen. Dennoch sollte es gesellschaftliches Ziel sein Hardware so lange wie möglich nutzen zu können. Müllvermeidung und Ressourcenschonung sind hier die Stichworte. Es liegt auch in unserer persönlichen Verantwortung sparsam mit Ressourcen umzugehen. Wenn uns entsprechende Software dabei helfen kann, umso besser! Wir müssen recherchieren und Wissen aneignen um sparsame Alternativen zu finden. Politik und Wirtschaft kann hier Dinge erleichtern. Aber konkrete Vorgaben im Sinne von „nur dieses oder jenes darf installiert werden“ sind wahrscheinlich schwer zu definieren. Und einige könnten dies als Bevormundung empfinden.

Wenn sich Leute beschweren, sie müssten sich alle paar Jahre neue Geräte kaufen, ist dies nur teilweise richtig. Den einen Teil tragen sie selbst bei (das neue Smartphone günstig erworben, der neue PC/Fernseher im Sonderangebot) den anderen Teil trägt die Industrie bei (Schallplatten, Audio-, Videokassetten u. a. werden vom Markt genommen).

Man sieht: wiedermal ist keiner richtig schuld. Das, für alle förderliche, Mittelmaß ist nicht so leicht durchsetzbar. Das kennt man ja schon.

Das geordnete Chaos in der Politik

18 Mai

Hallo alle Miteinander,

wie ich hier schon berichtet habe, hängen Ordnung und Chaos zusammen. Was in der Naturwissenschaft gilt, kann auch in der Politikwissenschaft nicht falsch sein. Griechenland versinkt im politischen Chaos und Frau Merkel schmeißt den Norbi einfach raus, so ganz plötzlich (oder doch nicht).

Man mag sich wundern: wir haben eine geschulte Bürokratie, ausgefeilte Instrumente der Statistik und erfahrene Redner und Politiker. Da präsentiert sich unser Seehofer Horst geschickt im ZDF und schon muss Frau Merkel agieren, es sieht jedenfalls so aus. Und das durch-gerechnet was unmöglich schien: der mögliche Austritt Griechenlands aus dem Euro.

Es gibt also genügend Ereignisse, die den Verwaltungs- und Regierungsapparat gehörig durch schütteln können. Vielleicht ist Gesellschaft so gut bzw. schlecht planbar wie eh und je. Statistik und Bürokratie haben vielleicht nur die Illusion genähert, es würde alles besser planbar werden. Die (empfundene) Angst vor Machtverlust setzt sicher mehr Kräfte frei als ein Gutachten der Wirtschaftswaisen: Röslers Gerede zu Griechenland, Merkels zögerliche Haltung am Anfang der Griechenland-Krise.

Während das Chaos in der Naturwissenschaft ja positive Wirkungen hat ist durch Menschen produziertes Chaos eher negativ. Es wird eben nicht das Beste aus chaotischen Verhalten selektiert, es wird gar nichts gefiltert. Der Machterhalt von politischen Parteien und Personen ist eben nicht ausschließlich auf Systemerhalt ausgelegt, eben wieder Mittelmaß.

Wir haben es vielleicht einigen Verwaltungsbeamten zu verdanken, dass unser Land durch opportunistische Entscheidungen einzelner Minister im Chaos versinkt. Solange es Hierarchien der Macht gibt, werden wir damit leben müssen. Chaos und Ordnung sind auch in der Politik wichtige Faktoren. Lernen wir besser mit ihnen umzugehen. Das Umgehen mit Mittelmäßigem fällt uns eh schon schwer genug.

Vom richtigen Begriff

18 Mai

Hallo alle Miteinander,

ich möchte heute Bezug nehmen auf den Blogartikel Fortuna-Aufstieg  von tinyentropy, der die Aussschreitungen des Spiel anschneidet. In den Kommentaren hat der Autor darauf hingewiesen, dass das Wort Hooligan vorbelastet ist:

Im Zusammenhang des Fortunaspiels möchte ich definitiv nicht von Hooligans sprechen. Das halte ich für wichtig, weil ich befürchte, dass nun vielleicht an dem Verein ein Exempel statuiert werden könnte.

Was ich hier nicht ganz nachvollziehen kann: ein Begriff soll nicht verwendet werden, weil er als Argument für ein Exempel genutzt würde? Ich würde es verstehen, wenn man argumentieren würde, es handle sich nicht um Hooligans, weil bestimmte Eigenschaften nicht vorlagen.

Ich halte es für falsch, Begriffe nicht zu verwenden, weil sie falsch interpretiert werden könnten. Begriffe sollten nicht verwendet werden, wenn sie nicht beschreiben können was ist. Interpretationen kann man nur begegnen, in dem man prüft, ob die Interpretation der Wirklichkeit standhält. Ob die Begriffsdefinition Hooligan bei Wikipedia uns hier weiterhilft kann ich nicht beurteilen, ich kenne mich hier nicht aus. Wie sollte man die Fans adäquat beschreiben: Randalierer, Raufbolde, Stimmungsmacher? Handelt es sich um Leute, die nur mal ausgetikt sind oder wird hier strukturell agiert?

Man benötigt also eine ganze Menge Informationen, um einen passenden Begriff zu finden der das Geschehen angemessen beschreibt. Wer macht wann, was wo, mit wem und weshalb?  Man ist da manchmal geneigt in die falsche Schublade zu greifen. Doch anstatt zu sagen, ich ziehe sie nicht mehr auf, sollte man eine passendere einbauen. Das kostet Mühe und Kraft. Es bringt aber als Begriffe nur zu tabuisieren. Man muss sie halt durch angemessenere Begriffe ersetzen.

Es haben sich noch keine prominenten homosexuelle Fußballspieler geouted. Jedenfalls bei Männern. Weil das Wort „schwul“ nicht benutzt wird gibt es das im Fußball nicht? Sind alle Männer im Profi-Fußball heterosexuell und frei von jeglichen Depressionen?

Das Wort „Neger“ ist eindeutig unpassend um Menschen mit dunkler Hautfarbe zu beschreiben. Er ist eng mit der Geschichte von Kolonialismus, Sklaverei und Rassentrennung verbunden. Ob der Begriff „dunkelhäutig“ hier besser passt, weiß ich nicht. Es ist jedoch gut, wenn das Wort „Neger“ aus dem Alltagswortschatz verdrängt wird. Zigeuner wäre ein weiteres Beispiel oder Kanake. Die Suche nach passenden Begriffen hält also weiter an.

Es ist also schlecht Begriffe zu nutzen, die die Welt schlecht beschreiben. Es ist Mittelmaß diese Begriffe zu ignorieren und es ist gut sie durch passendere zu ersetzen. Was „passt“, darauf muss man sich einigen. Wie gesagt, das  kostet Mühe und Kraft.

Wunderbare Welt – wie Zufall Ordnung produziert

13 Mai

Hallo alle Miteinander,

ist es nicht interessant, da schwimmen in der Ursuppe vor Jahrmilliarden Moleküle, irgendwann beginnen sich diese  Moleküle zu reproduzieren. Einfach so? Klar, das da mancher einen Gott als Starthilfe benötigt, schließlich muss es doch eine übergeordnete Ordnung, einen Masterplan geben!

Viele Menschen spielen Lotto, es ist klar, irgendwann, irgendjemand den Jackpot knackt. Das beweist die Wahrscheinlichkeitsrechnung, wer, wann, was bekommt beweist sie nicht, sie zeigt nur eine Ordnung des Chaos auf. Weder im Lotto, noch in der Natur sind Chaos und Ordnung Widersprüche. Sie bedingen sich aneinander. Mutationen rufen Veränderungen der Erbanlagen hervor. Diese wiederum wirken sich auf die Eigenschaften ihrer Träger aus. Wann eine Mutation auftritt, was sie bewirkt, lässt sich nicht auf das einzelne Lebewesen vorhersagen, Mutationen sind Chaotisch. Treten sie dann aber auf, verändern sie Eigenschaften ihrer Träger, lässt sich mehr oder minder vorhersagen wie sich Lebewesen verändern werden. Wird ein Beutetier durch eine Mutation befähigt schneller vor Fressfeinden wegzurennen, erhält es einen Vorteil. Seine Chancen zu überleben und Nachkommen zu zeugen, steigen. Die Nachkommen wiederum können schneller rennen und vererben diese Eigenschaft weiter usw usw. Aber auf Aktion folgt Reaktion: unter den Fressfeinden gibt es auch Tiere, die durch Mutation oder allg. Veranlagung, schneller rennen können. Ihre Chancen mehr Beute zu reißen und damit zu überleben und mehr Nachkommen zu zeugen steigt. Die Nachkommen können schneller rennen und vererben diese Eigenschaft weiter usw. Verändert sich die Vegetation oder die Bodenbeschaffenheit, beginnt das Spiel von Aktion und Reaktion von neuem. Mutationen und Umweltveränderungen sind Zufälle, die zu einer Ordnung von Aktion und Reaktion führen. Aus einfachen Strukturen werden komplexe Strukturen, aus fünf Arten werden 25. Was nach Masterplan aussieht, wird durch Zufall angetrieben.

So wie es im Lotto nach vielen Nieten auch mal einen kleinen Gewinn gibt, gibt es bei den Arten ein paar vorteilhafte Mutationen unter vielen unvorteilhaften. Während der kleine Lottogewinn allzu schnell aufgebraucht ist, wird die vorteilhafte Mutation weiter vererbt. Sie trägt dazu bei das andere Eigenschaften weiter vererbt werden. Auch wenn diese heute weder schaden noch helfen, morgen werden sie nützlich sein. Wie bei Geld auf einem Sparbuch, werden hier eine Art von Zinsen generiert, die sich weiter anhäufen.

Das Beste wird ausgefiltert und weiterentwickelt, schlechtes verschwindet einfach. Chaos und Ordnung pendeln sich ein, sie ermöglichen gemeinsam Fortschritt. Dies ist aber auch nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Chaos produziert nicht zwingend Ordnung. Auf dem Mars gibt es bis heute kein Leben. Die dortigen Bedingungen haben eben nicht dazu geführt, dass aus dem Chaos Ordnung entstehen kann.

Wir sollten auch deshalb behutsam mit unserer Erde umgehen, weil wir sprichwörtlich den „Sechser“ gezogen haben. „Glück haben“ heißt eben auch, dass der Zufall einem günstige Bedingungen schafft.

Wir sollten uns dessen stets bewusst sein.

Kunst und Kultur, wer hat die Macht darüber?

13 Mai

Hallo alle Miteinander,
die Diskussionen über das Urheberrecht schaukeln sich weiter auf: die Tatort-Autoren schreiben einen offenen Brief, es folgt eine Gegenreaktion. Auf wir-sind-die-urheber.de folgt wir-sind-die-buerger.de, das wiederum mit Kritik belegt wird.  Johnny Häusler , und Andere, schreiben sich die Finger wund.

Der interessierte fach(un)kundige Beobachter wird von dieser Fülle erschlagen, wird einer tobenden Meinungsmache überlassen. Aber, soll nicht der Wähler u. a. bei Wahlen entscheiden welche Parteien den Rahmen für das Urheberrecht setzen? Ich kann diese Entscheidung nicht treffen, jedenfalls nicht rational, ich werde doch fast gezwungen mein Bauchgefühl entscheiden zu lassen. Dabei sollen wir auch über eine Machtfrage entscheiden: wer soll die Macht über Kunst und Kultur haben? Die Urheber, die Verwerter, die Gesellschaft, alle drei Gruppen zu gleichen Teilen? Soll mein Enkel noch darüber entscheiden dürfen, ob Nazis meine Gedichte verwenden dürfen? Soll mein Enkel von den Tantiemen meiner Gedichte leben können? (hypothetisch: es wird nie dafür Tantiemen geben) Soll er das Recht besitzen, sie zu veröffentlichen, ober auch nicht? Es gibt sich gute Pro- und Contra -argumente als Antwort auf meine Fragen.

Die Entscheidung, wer Macht über meine Gedanken haben soll, ist so lange relevant, wie die Gedanken geteilt werden können. Natürlich spielen Distributionskanäle eine Rolle, je mehr es davon gibt, desto relevanter wird die Entscheidung. Die derzeitige Entscheidungsfindung ist doch eher Mittelmaß, falls überhaupt eine Entscheidung gefunden werden soll. Rationalität wird durch Emotion ersetzt, aus miteinander reden wird übereinander reden. Alle beteiligten Akteure nehmen das Gute, Wahre und Gerechte für ihre Haltung in Anspruch, um ihrer Haltung besonderes Gewicht zu geben. So wird Empathie durch Egoismus ersetzt. Die Anderen sind ja im Unrecht, wir haben das Recht. Keiner ist besser als der Andere. Schreihälse gibt es auf allen Seiten.

Wenn so um die Macht über die Gedanken gerungen wird ist Enttäuschung auf allen Seiten vorprogrammiert. Weder Urheber und Verwerter noch Konsumenten und Produzenten werden in der gegenwärtigen Gesellschaft ihre Maximalforderungen umgesetzt bekommen. Da bleiben Erwartungen unerfüllt. Aktionismus hat noch nie geholfen. Am wenigsten hilft es dem Wähler, der eine politische Partei, ihr politisches Konzept legitimieren soll. Wer sein Pulver zu früh verschießt, sollte sich nicht wundern, wenn er im entscheidenden Moment keines mehr hat. Das war schon immer so, ist immer so und wird so bleiben.

Willkommen in der Mittelmäßigkeit.