Kunst und Kultur, wer hat die Macht darüber?

13 Mai

Hallo alle Miteinander,
die Diskussionen über das Urheberrecht schaukeln sich weiter auf: die Tatort-Autoren schreiben einen offenen Brief, es folgt eine Gegenreaktion. Auf wir-sind-die-urheber.de folgt wir-sind-die-buerger.de, das wiederum mit Kritik belegt wird.  Johnny Häusler , und Andere, schreiben sich die Finger wund.

Der interessierte fach(un)kundige Beobachter wird von dieser Fülle erschlagen, wird einer tobenden Meinungsmache überlassen. Aber, soll nicht der Wähler u. a. bei Wahlen entscheiden welche Parteien den Rahmen für das Urheberrecht setzen? Ich kann diese Entscheidung nicht treffen, jedenfalls nicht rational, ich werde doch fast gezwungen mein Bauchgefühl entscheiden zu lassen. Dabei sollen wir auch über eine Machtfrage entscheiden: wer soll die Macht über Kunst und Kultur haben? Die Urheber, die Verwerter, die Gesellschaft, alle drei Gruppen zu gleichen Teilen? Soll mein Enkel noch darüber entscheiden dürfen, ob Nazis meine Gedichte verwenden dürfen? Soll mein Enkel von den Tantiemen meiner Gedichte leben können? (hypothetisch: es wird nie dafür Tantiemen geben) Soll er das Recht besitzen, sie zu veröffentlichen, ober auch nicht? Es gibt sich gute Pro- und Contra -argumente als Antwort auf meine Fragen.

Die Entscheidung, wer Macht über meine Gedanken haben soll, ist so lange relevant, wie die Gedanken geteilt werden können. Natürlich spielen Distributionskanäle eine Rolle, je mehr es davon gibt, desto relevanter wird die Entscheidung. Die derzeitige Entscheidungsfindung ist doch eher Mittelmaß, falls überhaupt eine Entscheidung gefunden werden soll. Rationalität wird durch Emotion ersetzt, aus miteinander reden wird übereinander reden. Alle beteiligten Akteure nehmen das Gute, Wahre und Gerechte für ihre Haltung in Anspruch, um ihrer Haltung besonderes Gewicht zu geben. So wird Empathie durch Egoismus ersetzt. Die Anderen sind ja im Unrecht, wir haben das Recht. Keiner ist besser als der Andere. Schreihälse gibt es auf allen Seiten.

Wenn so um die Macht über die Gedanken gerungen wird ist Enttäuschung auf allen Seiten vorprogrammiert. Weder Urheber und Verwerter noch Konsumenten und Produzenten werden in der gegenwärtigen Gesellschaft ihre Maximalforderungen umgesetzt bekommen. Da bleiben Erwartungen unerfüllt. Aktionismus hat noch nie geholfen. Am wenigsten hilft es dem Wähler, der eine politische Partei, ihr politisches Konzept legitimieren soll. Wer sein Pulver zu früh verschießt, sollte sich nicht wundern, wenn er im entscheidenden Moment keines mehr hat. Das war schon immer so, ist immer so und wird so bleiben.

Willkommen in der Mittelmäßigkeit.

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