Software und ihr richtiges Mittelmaß

25 Mai

Hallo alle Miteinander,

neulich wurde mir wieder bewusst, dass mein Notebook nicht mehr das neueste ist. Mit einem DuoCore mit 1,66 GHz, 1 GB RAM und einer aus heutigen Sicht lächerlichen Grafikkarte kommt man nicht mehr weit. Das wurde mir bewusst als ich mein Betriebssystem aktualisierte, es läuft nun ein Ubuntu 12.04 darauf.

Unity, die neue Oberfläche, funktioniert einwandfrei. Die Geschwindigkeit lässt etwas zu wünschen übrig. Nun kann man sich auf die Suche nach dem Mittelmaß im Bereich der Betriebssysteme machen. Da lässt die Linux-Welt viel Raum zum Austesten. Wer das Mittelmaß finden will, muss sich erst einmal die Pole näher anschauen. Der eine Pol wird gebildet von Unity, Gnome und KDE. Hier handelt es um grafische Oberflächen, die alles bieten, was der Durchschnittsnutzer wünscht: Dateiverwaltung, Internet, Bürokram und Medienkonsum. Alles optisch ansprechend verpackt. Die einzelnen Konzepte dahinter mögen sich unterscheiden und je nach Geschmack unterschiedlich bewertet werden, tauglich sind sie allemal. Nur der Ressourcenverbrauch, den spürt man auf älteren Geräten schon. Das würde ich diesen Oberflächen aber nicht an-lasten wollen, der Fokus ist halt auch und besonders auf die Verpackung, sowie den bequemen Umgang damit ausgelegt.

Der andere Pol in der Linux-Welt: reine Fenstermanager wie Openbox. Man bekommt damit seine grafische Oberfläche, Firefox und Co. laufen dort auch. Vor allem der Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Unity wird hier spürbar. Allerdings ist die Verpackung doch etwas rustikal, man muss sich ein wenig in die Welt der Fenstermanager einarbeiten. Wer dies nicht scheut, kann hier schalten und walten wie er mag. Bequem ist das meiner Meinung nach nicht gerade.

Das Mittelmaß können Oberflächen wie LXDE oder XFCE bieten. Die Verpackung ähnelt älteren Windows bzw. Gnome-Versionen. Auch in die Bedienung kann man sich schneller einarbeiten. Das große Plus: der Geschwindigkeitsvorteil bleibt erhalten.

Ein weiterer Vorteil, ältere aber noch funktionsfähige Hardware kann weiter benutzt werden. Man kann sich den aktuellen Firefox oder den VLC-Player installieren. Wer die Internet-Welt durch den Internet-Explorer 6 sehen muss, weiß von was ich rede, es gibt auch noch solche Installationen an Universitäten.

Klar, seit Windows 3.11 hat sich viel geändert. Die heute gebräuchliche Hardware muss leistungsfähiger sein um Internet- und Medienkonsum zu ermöglichen. Dennoch sollte es gesellschaftliches Ziel sein Hardware so lange wie möglich nutzen zu können. Müllvermeidung und Ressourcenschonung sind hier die Stichworte. Es liegt auch in unserer persönlichen Verantwortung sparsam mit Ressourcen umzugehen. Wenn uns entsprechende Software dabei helfen kann, umso besser! Wir müssen recherchieren und Wissen aneignen um sparsame Alternativen zu finden. Politik und Wirtschaft kann hier Dinge erleichtern. Aber konkrete Vorgaben im Sinne von „nur dieses oder jenes darf installiert werden“ sind wahrscheinlich schwer zu definieren. Und einige könnten dies als Bevormundung empfinden.

Wenn sich Leute beschweren, sie müssten sich alle paar Jahre neue Geräte kaufen, ist dies nur teilweise richtig. Den einen Teil tragen sie selbst bei (das neue Smartphone günstig erworben, der neue PC/Fernseher im Sonderangebot) den anderen Teil trägt die Industrie bei (Schallplatten, Audio-, Videokassetten u. a. werden vom Markt genommen).

Man sieht: wiedermal ist keiner richtig schuld. Das, für alle förderliche, Mittelmaß ist nicht so leicht durchsetzbar. Das kennt man ja schon.

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