Archiv | Juni, 2012

Gemeinsamkeit zwischen alten Computern und vergangener Politik?

30 Jun

Hallo alle miteinander,

heute gibt es einen Artikel aus der Reihe „Wir basteln uns Zusammenhänge wo keine zu sein scheinen.“ Der Ursprung dieses Artikels liegt im Podcast Old School Computing aus der Reihe CRE. Zusammengefasst beschreibt der Gast wie „unkompliziert“ die (Raumfüllenden) Computer der 1970er doch waren. Wenn mal was kaputt war konnte man es reparieren, man konnte die dahinter liegende Technik verstehen, jedoch konnte man schon damals mit ihnen Sachen anstellen, wo ich gedacht hätte, sie wären erst später möglich gewesen.

In der Folge wurde aber auch klar, dass die technischen Grundlagen des Computers immer noch die selben sind. Sie wurden nur schneller und einfacher bedienbar bzw. programmierbar. Allerdings verbrauchen Programme heute auch mehr Speicher und CPU-Ressourcen, einfach weil viele Dinge eingebunden werden, die man in der Computer-Urzeit noch von Hand gemacht hat. Das ist für uns gar nicht schlimm, weil PCs heute so viel mehr Ressourcen zur Verfügung haben, wir merken nichts von komplexeren Programmen.

Zwischenfazit: Computer sind im Detail komplexer geworden. Die Grundlagen sind noch die selben. Bequemlichkeit wird mit mehr Ressourcenverbrauch bezahlt, wir merken das aber gar nicht.

Bis vor einigen Jahrzehnten, wo Märkte und Staaten noch nicht so eng verflochten waren, konnten Politiker direkter eingreifen:  Wenn mal was kaputt war konnte man es reparieren, man konnte die dahinter liegenden Prozesse verstehen, jedoch konnte man schon damals Sachen anstellen, wo ich gedacht hätte, sie wären erst später möglich gewesen. Das britische Empire ist so ein Beispiel, ein globalisiertes Staatswesen, wo Ressourcen alles allen Landesteilen zusammengesammelt werden um dem Mutterland Profit zu bringen.

Heute gibt es neben den Staaten jede Menge weiterer Akteure, die kräftig mitmischen: UNO, EU, IWF, NATO, internationale Konzerne, NGOs u. a. Interessenvertretungen. Verträge zwischen diesen Akteuren werden immer länger und komplizierter. Immer mehr Dinge müssen von ihnen geregelt werden: Soziales, technische Normen, Wirtschaft, Millitär usw. Die Grundlagen wie Politik funktioniert sind die selben geblieben. Die Anforderungen was und wie Politik regeln soll sind anspruchsvoller geworden. In Organisationen wie der UNO oder der EU werden viele Ressourcen verbraucht. Im Gegensatz zu Computern, wo wir den Mehrverbrauch gar nicht merken, spüren wir ihn hier sofort. Der Staat soll Dinge so regeln, dass unser Leben bequemer wird. Wir wollen günstige Mobilität, wollen, das unsere Geräte überall funktionieren und wir wollen, dass wir uns überall aufhalten können. Und wir wollen noch viel mehr!

Die Verhandlungen um die diversen Rettungsschirme zeigen einerseits das „Bequemlichkeit wollen“ aber andererseits will man nicht mehr dafür bezahlen müssen. Es scheint relativ einfach zu sein Computer schneller zu machen. Wir bekommen mehr Bequemlichkeit zu geringeren Kosten. So einfach kann man Politik nicht beschleunigen, weil man menschliche Interaktionen nicht beschleunigen kann.

Zwischenfazit: Politik ist im Detail komplexer geworden. Die Grundlagen sind noch die selben. Bequemlichkeit wird mit mehr Ressourcenverbrauch bezahlt, dies merken wir und dies kritisieren wir.

Die Gemeinsamkeit zwischen alten Computer und vergangener Politik ist also, dass sie in einer unkomplizierteren Umgebung gearbeitet haben. Wenige Techniker und Informatiker haben an großen Kisten gearbeitet, sie haben das Maximum heraus geholt. Politiker mussten zwischen wenigen Akteuren Kompromisse in (relativ) wenigen Themengebieten aushandeln. Man kannte sich und die Prozesse, man holte das „Medium“ heraus (hier geht es um Kompromisse).

Der Unterschied zwischen neuen Computer und  gegenwärtiger Politik ist, dass Computer weniger kosten und mehr leisten als früher. Uns kann die Komplexität dieser Maschinen egal sein, weil sie vor uns verborgen werden kann. Was nach dem Mausklick passiert ist für uns irrelevant.  Politik leistet mehr, kostet aber auch mehr. Uns bleibt die Komplexität von Politik nicht verborgen. Wenn wir unsere Stimme abgegeben, unsere Petition eingereicht und unsere Kritik geäußert haben, haben wir zu mindestens das Gefühl, dass das was danach kommt für uns relevant bleibt. Wir haben kein genügendes Vertrauen in Politiker, in politische Prozesse, in die Öffentlichkeit, als das wir sagen könnten „macht ihr mal“. Letztendlich lassen wir sie „machen“, weil das eigene Eingreifen zu viel Zeit, Geld und Nerven kostet.

Computer sind dumm, schnell und fügsam. Der Mensch ist intelligent, träge und betont seine Individualität. Computer machen sich keine Gedanken (über Mittelmäßigkeit). Weil der Mensch seine eigene und seine kollektive Mittelmäßigkeit verhindern will, haben wir Probleme uns in komplexen Systemen einzufügen.

Advertisements

Abschied von jeglicher Analyse.

23 Jun

Hallo alle Miteinander,

der Artikel Staatsfernsehen mit Merkel und Löw bei SpiegelOnline hält, was er antitelt. Der Autor attestiert ARD und ZDF sich von jeglicher Analyse in ihren Programmen verabschiedet zu haben. Ob Fußballberichterstattung oder Berichte zur Eurokrise, folgender Satz aus dem Artikel stellt es gut dar:

Es ist eine Mischung aus Populismus und Anbiederung, ein opportunistisches Hinschleimen an die Macht, eine Angst um die eigene Position und ein Mitlaufen, wenn es ans Siegen geht. „Die anderen wollen das deutsche Geld“, auch so ein Satz aus der Tagesschau, die Teil wird des Triumphalismus-TV, das Tobias Rüther neulich bei der EM gesehen hat – aber Usedom ist überall, die Mischung aus Provinzialität und Größenwahn, mit der das ZDF sein Nichtssagerduo Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn auf eine riesige Bühne mitten in die Ostsee gesetzt hat, ist ziemlich symptomatisch für die Art, wie das Fernsehen heute die Welt zeigt.

Auch bei Fernsehkritik.tv lassen sich genügend Beispiele recherchieren, die diese Anbiederung thematisieren. Wo steht nun also das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland? Es ist sicher (noch) nicht auf das Niveau der Privaten gesunken, wo viele Dinge gar nicht mehr thematisiert werden oder Scripted-Reality-Formate Stereotypen und Vorurteile vertiefen.

Aber der hier zitierte Artikel zeigt, es könnte mehr drin sein an kritischer Auseinandersetzung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Meine Überschrift ist zwar provokativ und verzerrend gewählt, sie zeigt aber eine Entwicklung auf, die nicht nur mir auffällt.

Ein kleine weitere Notiz vom Mittelmaß, das uns umgibt, nicht wirklich schädlich, aber nutzen wird sie uns auch nicht. Sie plätschert so dahin, wie dieses Blog hier.

Wie ein Mädchen um besseres Schulessen kämpft.

16 Jun

Hallo alle Miteinander,

als ich den Artikel Drei Gurkenscheiben für Martha vor einigen Wochen las, habe ich dem keine große Bedeutung zugemessen. Ein neunjähriges Mädchen in Schottland betreibt ein Fotoblog über das Essen der Kantine an ihrer Schule. Das dem britischen Essen kein guter Ruf anhängt wissen wir ja. Das Einzige was mich damals beim Lesen verwunderte, 700.000 Menschen verfolgen ihr Blog. Mir war und ist die Dimension des Themas wohl nicht bekannt genug. Bei dem später erschienen Artikel Martha darf ihr Schulessen doch fotografieren wurde ich stutzig. Warum sollte man dem Mädchen verbieten wollen ihr Schulessen fotografieren zu dürfen? Die Gemeinde, die für das Schulessen verantwortlich ist rechtfertigte ihr Fotoverbot so: der Cateringdienst für die Schulen sei ungerechtfertigt attackiert worden, so das Argyll and Bute Council. Mitarbeiter der Firma fürchteten nach hämischen Artikeln in der Presse um ihre Jobs. Deshalb wurde das Verbot erteilt.

Habe ich richtig gelesen? Ein Mädchen berichtet über die miese Qualität des Schulessens, anstatt sich über Qualität Gedanken zu machen, wird ihre Berichterstattung unterbunden? Der Überbringer der schlechten Nachricht wird abgestraft, nicht ihre Verursacher.

Zum Glück sehen dies viele Andere ähnlich. Die Entscheidung löste eine Welle der Entrüstung aus, vier Millionen Menschen haben das Blog gelesen. Die Gemeinde musste einen Rückzieher machen. Martha darf nun wieder Fotos schießen. Was ich besonders lobenswert finde, sie nutzt ihre Popularität für wohltätige Zwecke: Kinder in Afrika bekommen ein Essen in ihrer Schule.

Manche mögen sagen, es gibt wichtigere Dinge als besseres Schulessen in Schottland. Das ist ohne Zweifel richtig. Richtig ist aber auch, es wird für eine bessere Gesellschaft gekämpft. Sei es nur, das sich eine bessere Gesellschaft durch besseres Essen äußert. Außerdem profitieren ja auch die Ärmsten der Armen von diesem Kampf.

Das bloße Berichten über Missstände, hier mieses Schulessen, kann dazu führen, dass man zu einem Machtfaktor wird. Die Gemeinde und der Cateringdienst sahen sich gezwungen, auf die Berichterstattung eines neunjährigen Mädchens zu reagieren. In dem „gezwungen sehen“ wird diese Macht bereits erkennbar. Die Öffentlichkeit wurde durch die Berichterstattung so beeinflusst, dass sie eine Reaktion der verantwortlichen Stellen erwartete: das Essen sollte besser werden. Man wählte den einfacheren Weg, die Berichterstattung wurde unterbunden, weil man glaubte, dies biete das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Gemeinde. Eine mittelmäßige Entscheidung, eine Entscheidung, die Dinge weder besser noch schlechter machte. Der Status-Quo sollte erhalten bleiben. Diese Strategie war leider zu offensichtlich. Anstatt Popularität zu minimieren wurde sie erhöht, sehr stark erhöht. Es wäre für eine Gesellschaft schlimm, wenn man sich nicht mit dem Mädchen solidarisieren würde. Die Gedankengänge in der Gemeindeverwaltung mag jeder für sich selbst bewerten, es zeigt sich, wie Verwaltungen  funktionieren. Es zeigt sich aber auch, dass Verwaltung und Politik in ihrer Mittelmäßigkeit gefangen sind. Besseres Schulessen kostet Geld und andere Ressourcen, oben drauf. Ressourcen entsprechend umzuorganisieren, bedarf einer gewissen Motivation: entweder kommt diese intern aus der Verwaltung oder sie wird extern in der Gesellschaft erzeugt. Dieser Vorfall um dieses Schulessen-Blog, zeigt sehr anschaulich, wie diese gesellschaftliche Motivation  erzeugt wird, wie sie in den politischen Prozess getragen wird und wie sie Entscheidungen erzwingt.
Wiedermal wurde bewiesen: Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Sie zeigen uns unser mittelmäßiges Verhalten auf.

Warum ich nicht nach dem Tod leben möchte.

10 Jun

Hallo alle Miteinander,

ich habe neulich „Licht aus einer anderen Welt – Eine antike Religion kehrt zurück“ auf 3sat geschaut. Eine interessante Sendung, gerade weil ich nicht gläubig bin. Diese Sendung hat eines deutlich gemacht: Menschen wollen wissen, was nach dem Tode ist. Was Gott ist oder wie er ist, ist eine Detailfrage. Die Kernfrage lautet: was ist nach dem Tod? Darauf aufbauend: wenn es ein Leben nach dem Tode gibt, wer wacht darüber?

Ich mache mir über solche Gedanken keinen Kopf. Ich finde es sogar befreiend mir keinen Kopf darüber machen zu müssen, was aus mir nach dem Tode wird.

Eine Aussage des Films fand ich interessant, ein katholischer Theologe kritisierte, dass die neumodischen fernöstlichen religiösen Strömungen eine Ich-Fokussierung betreiben. So würden die Leute durch Meditationen u. ä. ein persönliches „Gottesgefühl“ ersuchen. Das Individuum tritt in den Vordergrund. Leute wollen wohl Religion am eigenen Leib spüren.

Das will ich gar nicht. Ich möchte, das mein Leben mit meinem gesunden Menschenverstand funktioniert, ich möchte, dass mich meine persönlich erlebbare Umwelt zufrieden macht. Religiöse Texte machen mich abhängig von Interpretatoren, die spirituelle Sinnsuche macht mich abhängig von „Findern“ der (gefühlten)  Spiritualität.

Ich finde es geradezu erregend, nicht zu wissen, was sein wird. Ich finde es erregend, dass meine Behinderung kein Teil eines göttlichen Planes ist. Sie existiert einfach. Ich muss damit leben, ich kann damit leben. Ich finde es erregend, dass ich weiß, das ich nichts weiß.

Leben nach dem Tode bedeutet doch auch in eine Sphäre einzutreten, die man nicht kennt. Habe ich überhaupt ein Bewusstsein, habe ich einen freien Willen, kann ich mich frei entfalten, wie stark wäre ich an Andere gebunden? Wozu wäre ein jenseitiges, oder sogar ein ewiges Leben nützlich? Für wen wäre es nützlich?

Vielleicht führt unser Intellekt dazu, dass wir meinen, wir könnten uns aus unserer Hülle lösen. Nach dem Motto: wenn ich an das Jenseits glaube gibt es das und ich werde dorthin kommen. Ob es das gibt kann weder bewiesen noch widerlegt werden. Wir müssen diesen Streit Theologen und Philosophen überlassen. Eine Unsicherheit, eine gewisse Unerklärbarkeit bleibt.

Religion definieren Aussagen, die unbeweisbar sind. Sie sind jenseits der wissenschaftlichen Messbarkeit. Das Eingeständnis das Wissenschaft religiöse Aussagen nicht nachweisen kann, ist für Wissenschaftler schmerzlich, es ist aber Realität, es ist Mittelmaß. An die Aussage „Gott existiert nicht“ wird genauso geglaubt wie die Aussage  „Gott existiert“ Beide Aussagen sind eben nicht-beweisbar sondern nur glaub-bar.

Weder weiß ich dass Gott in-existent ist noch glaube ich dies. Ich beziehe zu dieser Frage eben keine Stellung. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten und irgendwann beruhigt sterben. Man ist ja, für das was danach kommt unvoreingenommen.

Die Sportministerin, die eigentlich keine ist

8 Jun

Hall0 alle Miteinander,

heute bin ich auf diesen Artikel hier gestoßen: Schön und ahnungslos. Joanna Mucha die 36-Jährige Ministerin für Sport und Touristik gilt wohl als Witzfigur bei ihren Polen. Der Grund: sie hat von Sport keine Ahnung. Gut, Kompetenz im Fachgebiet ist kein Auswahlkriterium in der Politik. Man sollte dennoch Kompetenz vortäuschen können, dafür hat man ja Mitarbeiter- und Beraterstäbe. Genau dies scheint bei der Ministerin nicht zu funktionieren. Es wird allzu offensichtlich, dass sie keine Ahnung hat.

Dieses Muster zieht sich durch viele Bereiche. Werbung funktioniert solange gut, wie wir daran glauben (wollen) was gezeigt wird. Wenn jedoch zu offensichtlich wird, dass die Werbeaussage nicht haltbar ist, wird sie zum Gespött. Man kennt ja die Verkaufsclips, die Dinge versprechen, die zu diesem Preis nicht haltbar sind. Es soll schon so mancher eingestellt worden sein, der mehr Schein als Sein produziert hat. Und unsere liebe C-Prominenz lebt doch von der Illusion, dass diese wichtiger scheinen als sie sind.

Verschiedene Eigenschaften kann die Ministerin auf sich vereinigen: junges Alter, weibliches Geschlecht, sie entspricht dem gängigen Schönheitsideal und sie ist ehrgeizig, sie passt in unsere Leistungsgesellschaft.

Das junge Alter kann neuen Wind in ein Ministerium bringen, es ist, wie Alter und Bildung generell, aber kein Garant für die richtigen Entscheidungen, die getroffen werden sollen. Klar sollen Frauen in Führungspositionen, wenn sie (den Schein von) Kompetenz zeigen können. Dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen, mag auf den ersten Blick vollkommen abwegig erscheinen. In unserer medienfokussierten Gesellschaft kann diese Eigenschaft jedoch die Aufmerksamkeit generieren, die man benötigt um sich durchzusetzen. Man kann und muss Aufmerksamkeit als Machtfaktor sehen. Ehrgeiz ist in unserer Leistungsgesellschaft vielleicht die wichtigste Eigenschaft. Denn: was nutzt mir ein Leistungspotential, wenn ich gar das Maximum ausschöpfen will? Es nutzt nicht sehr viel. Wenn ich es jedoch schaffe, ein Leistungspotential vorzutäuschen, dass ich nicht besitze, kann ich zu mindestens zeitweise sehr viel damit abschöpfen. Man generiert also ein virtuelles Maximum, dass sozial konstruiert ist.

Natürlich, das geht schief, bei der polnischen Sportministerin, bei Guttenberg und bei Wulff. Spätestens in ein paar Jahren werden sie sich in den hinteren Reihen der Macht etablieren. Vielleicht herrscht mal so große Not an Mann und Frau, dass die Gesellschaft sie bereitwillig bereitwillig ans Steuerruder lässt.

Die Ministerin hätte sich gar nicht für das Amt zur Verfügung stellen dürfen. Sie hätte sich um des Ehrgeiz willens, nicht auf ihr Alter und ihre Schönheit reduzieren lassen dürfen. Das wäre lobenswert und korrekt gewesen. Hat sie Dinge verschwiegen oder hat sie gar gelogen? Das kann ich wegen mangelnder Faktenlage nicht beurteilen. Ich unterstelle mal, dass bei ihrer Amtseinführung bekannt war, dass sie über keinerlei Kompetenz verfügt. Ich unterstelle: sie hat weder gelogen noch hat sie Dinge verschwiegen. Das wäre nicht nötig, weil sie ja mit anderen Eigenschaften aufwarten kann. Sie hat also auch nicht vollkommen inkorrekt und falsch gehandelt.

Es sticht hier also wieder die Mittelmäßigkeit durch. Ihr Fehlverhalten wurde durch das Fehlverhalten Anderer begünstigt, es ist nicht auf einzelne Personen zurückzuführen. Man will ja mehr Frauen in Führungspositionen und man will auch gute Presse, alles hehre Ziele, die Folgen nach sich ziehen können, die so nicht beabsichtigt waren.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Was wollen wir eigentlich?

2 Jun

Hallo alle Miteinander,

Phoenix macht was über Aliens, Lafontaine will seine Gegner assimilieren, das Raumschiff Facebook prallt auf dem Planeten Realität auf und die Spekulationen mit und um den Euro gehen mit Wharp-Geschwindigkeit weiter, alles wie gewöhnlich. Während sich die Menschheit an den Abgrund ihrer Existenz begibt, den Planeten und sich selbst mitreißt ins Ungewisse, schwimmen irgendwo in diesem Universum Urzeller in der Ursuppe Urgemütlich hin- und her.

Wenn man sich das Ganze so auf Ebene einer Galaxie anschaut, ist dieser Planet Erde, sind seine Bewohner so relevant wie der Sack Reis in China. Das gefällt uns nicht. Der Sack Reis fällt einfach um. Die außerirdischen Einzeller schwimmen einfach und vermehren sich. Wir bauen Kunstwerke, ein neues Urheberrecht, Autos Panzer und Atomwaffen. Das ist für uns irgendwie relevant. Wir hängen 15 Jahre in Bildungseinrichtungen rum um zu beweisen, dass wir für überdurchschnittliches Einkommen und überdurchschnittliches Prestige überdurchschnittliches leisten: wir sind relevant. Wir gedenken der Geburt eines Sohn Gottes um zu beweisen, dass ein zusätzlicher Feiertag mit noch mehr Konsum notwendig ist: er ist relevant. Wir kaufen hochauflösende TV-Bildschirme mit 3-D Funktion um den alten Fernseher wegschmeißen zu können. Wir können noch mehr TV-Trash und überteuerte Pay-TV Sender abonnieren: neue Technik ist relevant. Maschinengewehre, Panzer und Atomwaffen, alles relevant für Frieden auf der Welt.

Wir konstruieren uns Außerirdische, dir nur darauf warten, den Planeten Erde ausrauben zu können. Aliens können doch nur sein so wie wir. Denn unsere Logik, unsere Gefühle, unsere Schwächen sind doch das Beste was sich im Universum entwickeln kann. Wir Wesen zweiter Klasse? Das Etikett pappen wir nur unseren eigenen Minderheiten auf. Wenn die Linkspartei es schon nicht schafft Kompromisse zu finden, zusammen zu wachsen, warum sollte dies Wesen im außerirdischen Klassenkampf zu finden? Facebook ist weniger wert als uns ihre Manager einreden? Diesen Fehler hätte doch jeder im Universum gemacht! Wir steuern gerade auf die schlechteste Lösung der Eurokrise zu? Andere Spezies hätten ihre Waffen wieder ausgekramt!

Was wollen wir? Wir wollen Relevanz! Wir suchen nach Außerirdischen, wir machen Kunstwerke, Panzer und DSDS. Es macht riesig Spaß Feste zu begehen, die eigentlich keiner feiert. Es macht riesig Spaß technische Errungenschaften zu nutzen, deren Kosten ihren Mehrwert übersteigen. Und es macht riesig Spaß, den Widerspruch  Krieg als Friedensbringer zu nutzen, unter Realpolitik zusammen zufassen. Wollte die Menschheit nicht den Beweis antreten, dass durch ihre intellektuelle Schaffenskraft die Erde ein besserer Ort ist? Oder ging es nicht vielmehr um den Nachweis der Relevanz: höher, schneller, weiter?

Der Urzeller in der außerirdischen Ursuppe schaffen zwar keine Kunstwerke. Sie zerstören aber auch keine. Sie schaffen keine Relevanz, um vor sich selbst bestehen zu können. Sie sind einfach nur. Weil sie in der Ursuppe schwimmen und sie vermehren sind sie relevant. Vielleicht entsteht höher entwickeltes Leben, vielleicht auch nicht. Sie ermöglichen Chancen ohne allzu große Risiken in der Zukunft zu produzieren.

Sie sind Mittelmaß im besten Sinne des Wortes. Wir sind es nicht.

50 Artikel hinter mich gebracht. Ein Resumee.

2 Jun

Hallo alle Miteinander,

dieser Blog wird nun mit über 50 Artikeln gefüllt sein. Dabei hat sich gezeigt, dieser Blog fungiert vor allem als digitales Tagebuch. Kontroverse Diskussionen wurden hier nicht geführt. Was will man auch erwarten, wenn man im Namen der Mittelmäßigkeit schreibt. Trollereien sind sowieso unter meinem Niveau.

Es zeigt sich aber auch, dass man sich erst Relevanz erarbeiten muss. Da stellt sich mir die Frage, will ich überhaupt relevant sein, Relevanz beanspruchen? Dieser Blog hat mir geholfen auf andere Blogs aufmerksam zu werden: http://tinyentropy.com/ und http://wasmirsoeinfaellt.wordpress.com/ Autoren, die interessanten Inhalt aber auch Reibungsfläche bieten.

Vielleicht geht es gar nicht um die Anderen, vielleicht geht es eher um mich? Da ist dann eben die Funktion des digitalen Tagebuchs. Was fand ich wann besonders wichtig? Warum habe ich mich zu bestimmten Dingen geäußert? Was bewegt mich in Zeiten der Krisen, Kriege und Katastrophen?

Man kann es also auf den Satz zusammenfassen, ich blogge, also bin ich!