Warum ich nicht nach dem Tod leben möchte.

10 Jun

Hallo alle Miteinander,

ich habe neulich „Licht aus einer anderen Welt – Eine antike Religion kehrt zurück“ auf 3sat geschaut. Eine interessante Sendung, gerade weil ich nicht gläubig bin. Diese Sendung hat eines deutlich gemacht: Menschen wollen wissen, was nach dem Tode ist. Was Gott ist oder wie er ist, ist eine Detailfrage. Die Kernfrage lautet: was ist nach dem Tod? Darauf aufbauend: wenn es ein Leben nach dem Tode gibt, wer wacht darüber?

Ich mache mir über solche Gedanken keinen Kopf. Ich finde es sogar befreiend mir keinen Kopf darüber machen zu müssen, was aus mir nach dem Tode wird.

Eine Aussage des Films fand ich interessant, ein katholischer Theologe kritisierte, dass die neumodischen fernöstlichen religiösen Strömungen eine Ich-Fokussierung betreiben. So würden die Leute durch Meditationen u. ä. ein persönliches „Gottesgefühl“ ersuchen. Das Individuum tritt in den Vordergrund. Leute wollen wohl Religion am eigenen Leib spüren.

Das will ich gar nicht. Ich möchte, das mein Leben mit meinem gesunden Menschenverstand funktioniert, ich möchte, dass mich meine persönlich erlebbare Umwelt zufrieden macht. Religiöse Texte machen mich abhängig von Interpretatoren, die spirituelle Sinnsuche macht mich abhängig von „Findern“ der (gefühlten)  Spiritualität.

Ich finde es geradezu erregend, nicht zu wissen, was sein wird. Ich finde es erregend, dass meine Behinderung kein Teil eines göttlichen Planes ist. Sie existiert einfach. Ich muss damit leben, ich kann damit leben. Ich finde es erregend, dass ich weiß, das ich nichts weiß.

Leben nach dem Tode bedeutet doch auch in eine Sphäre einzutreten, die man nicht kennt. Habe ich überhaupt ein Bewusstsein, habe ich einen freien Willen, kann ich mich frei entfalten, wie stark wäre ich an Andere gebunden? Wozu wäre ein jenseitiges, oder sogar ein ewiges Leben nützlich? Für wen wäre es nützlich?

Vielleicht führt unser Intellekt dazu, dass wir meinen, wir könnten uns aus unserer Hülle lösen. Nach dem Motto: wenn ich an das Jenseits glaube gibt es das und ich werde dorthin kommen. Ob es das gibt kann weder bewiesen noch widerlegt werden. Wir müssen diesen Streit Theologen und Philosophen überlassen. Eine Unsicherheit, eine gewisse Unerklärbarkeit bleibt.

Religion definieren Aussagen, die unbeweisbar sind. Sie sind jenseits der wissenschaftlichen Messbarkeit. Das Eingeständnis das Wissenschaft religiöse Aussagen nicht nachweisen kann, ist für Wissenschaftler schmerzlich, es ist aber Realität, es ist Mittelmaß. An die Aussage „Gott existiert nicht“ wird genauso geglaubt wie die Aussage  „Gott existiert“ Beide Aussagen sind eben nicht-beweisbar sondern nur glaub-bar.

Weder weiß ich dass Gott in-existent ist noch glaube ich dies. Ich beziehe zu dieser Frage eben keine Stellung. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten und irgendwann beruhigt sterben. Man ist ja, für das was danach kommt unvoreingenommen.

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