Archive | Januar, 2013

Tweets der Woche

26 Jan

Hallo alle Miteinander,

hier meine Tweets aus dieser Woche:

David Marien@dmhadf

#Begriff: Freie Software bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Software vier Freiheiten des Nutzers #Software zu verwenden. Bekannteste FS – #Linux

#Organisation: GNU-Projekt bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/GNU-Projekt will ein freies unixähnliches Betriebssystem (nicht #Linux!) schaffen.

#Kommunalpolitik: „Die Stadt [Potsdam] würde viel Geld sparen“ http://www.pnn.de/potsdam/716163/ Konflikt um ein Stück Land zw. Stadt & #Bund

#Meinung: Forken muss wohlüberlegt sein! http://www.heise.de/open/artikel/Die-Woche-Forken-sollte-wohlueberlegt-sein-1786440.html …auch wenn es einer der Eckfeiler freier Software ist. Kräfte bündeln!

#Begriff: #Patent bei WP de.wikipedia.org/wiki/Patent  hoheitlich erteiltes gewerbliches Schutzrecht für eine Erfindung, wichtig & hoch diskutiert

#Person: Werner von Siemens bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_von_Siemens Hier als prominenter Unterstützer eines Patentrechts im Deutschen Reich #Technik

#Kommunalpolitik: Familienfreundliche Kommune #Hennigsdorf wird konkret http://www.die-mark-online.de/heimat/hennigsdorf/hennigsdorf-artikel/dg/0/1/1088977/ Mal sehen, was wirklich kommt!

#Meinung: Jetzt muss die EU gegen Google durchgreifen http://www.berliner-zeitung.de/it-branche/kommentar-zu-google-jetzt-muss-die-eu-gegen-google-durchgreifen,16490022,21386730.html Geht es hier um deren Marktmacht, Patente oder das #lsr?

#Begriff: UN-Dekade Biologische #Vielfalt von 2011 bis 2020 http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ BV Grundlage einer langfristig gesicherten Existenz

#Organisation: Deutsche Bundesstiftung #Umwelt (DBU) http://www.dbu.de/334.html  involviert in der UN-Dekade Biologische #Vielfalt

#Kommunalpolitik: Barriereabbau nach Plan in #Potsdam http://www.pnn.de/potsdam/717565/ derzeit einzige Kommune in Brandenburg mit Teilhabeplan Warum?

#Medien: ziemlich maues Angebot des Youtube-Kanals „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ für ein Jahr Existenz https://www.youtube.com/user/undekadebiodiv

#Memo: ich sollte mir Notieren: Winter 2013, so wie ein Winter sein soll. Wer weiß, wie viele wir noch haben! #Winter

eigene Meinung: Was ist Vielfalt? Was sind Worte? https://dmhdf.wordpress.com/2013/01/26/was-ist-vielfalt-was-sind-worte/ A

Was ist Vielfalt? Was sind Worte?

26 Jan

Hallo alle Miteinander,

ich habe unter dem  Blogartikel Pro Vielfalt – das reichhaltige Buffet freier Software einen Kommentar geschrieben, den ich hier wieder verwerten möchte. Der hier verlinkte Blogartikel bezieht sich wiederum auf einem Heise-Artikel  von Thorsten Leemhuis: Die Woche: Forken muss wohlüberlegt sein! Was ist gemeint? Rund um das Betriebssystem Linux hat sich eine bunte Umwelt entwickelt. Vom Texteditor über Textverarbeitungsprogrammen bis zu ganzen Desktop-Umgebungen: alles ist in mehrfacher Ausführung zum Nutzen und Testen verfügbarr.Forken meint hierbei, dass aus dem Quelltext eines bestehenden Software-Projektes ein neues eigenständiges Projekt entwickelt wird. Nun wurde mit Consort eine weitere Desktop-Oberfläche vorgestellt. Leemhuis nimmt Stellung und fasst am Ende des Textes zusammen:

Liebe Freizeitentwickler und im Open-Source-Bereich aktive Unternehmen: Versucht es doch bitte etwas stärker mit Kooperation statt Konkurrenz; und überlegt euch vorher noch gründlicher, ob ein Fork wirklich die beste Lösung ist. Gemeinsam lässt sich einfach mehr erreichen und die Qualität von Open-Source-Software steigern. So könnte freie Software vielleicht auch in Einsatzbereiche und Herzen vorstoßen, die sie noch immer nicht für sich erobern konnte.

Der Blogartikel Pro Vielfalt – das reichhaltige Buffet freier Software entgegnet, diese Vielfalt sei notwendig! Wenn bestimmte Projekte nicht mehr weiterentwickelt werden, bieten Forks Möglichkeiten Alternativen weiterzuentwickeln. Es entsteht ein Selektionsprozess. Nur Projekte mit einer bestimmten Nutzer- und Entwicklerbasis werden langfristig überleben. Doch wie hoch ist diese Zahl, was ist Vielfalt? Dazu mein Kommentar:

wie viel ist denn Vielfalt? Geht es hier um Quantitäten oder auch um Qualitäten? Es erscheint mir ein wenig zu simpel sich ausschließlich auf die “Vielfalt” zu beziehen.

Ich studiere Politikwissenschaft und bin auch dort mit der Forderung nach Vielfalt konfrontiert. Wozu brauchen wir noch politische Parteien, wenn sich Individuen eigenständig in den politischen Prozess einbringen können? Wozu benötigen wir klare Ideologien, wenn sich jeder von allem das Beste heraussucht und ein Diskurs auf klarer Kante nicht mehr möglich ist.

Was hat dies mit dem Blog-Beitrag zu tun? Software-Projekte übernehmen doch auch eine Bündelungs- und Synergiefunktion, es findet eine gewisse Arbeitsteilung statt. Sie definieren eine klare Kante. Werden Projekte zu groß, steigt der Bürokratieaufwand, gewisse Ideen können gar nicht mehr umgesetzt, weil viele Projektteilnehmer überzeugt werden müssen. Das auch die projekt-interne Kommunikation mit wachsender Größe leidet ist auch klar.
-> Ergo: Projekte dürfen nicht zu groß sein um ihr “Produktivitätsmaximum” zu halten.

Wenn Projekte zu klein werden leidet die Bündelungs- und Synergiefunktion, es findet zu wenig Arbeitsteilung statt
-> Ergo: Projekte dürfen nicht zu klein sein um ihr “Produktivitätsmaximum” zu halten.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob eine ökonomische Betrachtungsweise sinnvoll erscheint? Wenn Jemand ein Stück Software entwickelt, dann tut man dies vielleicht nicht unter dem Gesichtspunkt eines “Produktivitätsmaximums”. Ist Pluralität (auch in der Softwareentwicklung) ein Wert, an sich, der unabhängig von jeglicher Nützlichkeit zu betrachten ist?

Oder anders gefragt: gibt es Aktivitäten, die wirklich (wertfrei betrachtet) nicht-nützlich sind?

Es geht wie bei allem in der Natur (und damit auch beim Menschen) um Angemessenheit! Nicht zu viel und nicht zu wenig! – Angemessen halt! Was angemessen ist, bleibt häufig unklar. Der Begriff der Pluralität ist unklar definiert. Dass Individuen (hier Softwareentwickler) ihren Freiraum nutzen wollen ist verständlich. Aber wie bisher geschrieben: wenn alle ihren maximalen Freiraum nutzen, droht jegliche Gesellschaft (Softwareprojekte) zu zerbrechen! Leider ist auch dieser Freiraum unklar definiert.

Ich habe Leemhuis dahingehend verstanden, dass er genau nach der Angemessenheit des Freiraums fragt. Hobbyprogrammierer sollen weiterhin “ihr Ding” machen. Sie sollten aber überlegen, wie eine angemessene Beteiligung bei Großen Projekten aussehen kann. So könnten beide Seiten profitieren.

Es geht also nicht um Individualisierung oder Vergemeinschaftung sondern um sowohl als auch.

Wo ich gerade bei Worten bin: dieser Spreeblick-Artikel hat mich auf etwas gestoßen: die Debatte, ob die Sprache aus älteren Kinderbüchern angepasst werden sollte Sind Begriffe wie Türke, Chinesenmädchen oder „Neger“ noch gut aufgehoben in Kinderbüchern, ist diese Ausdrucksweise noch angemessen?

Ich muss eingestehen: ich habe keine Meinung zu dem Thema! Argumente beider Seiten leuchten mir ein. Das Wort „Neger“ hat über die Jahrzehnte eine eindeutig negative Konnotation bekommen. Man sollte es nicht nutzen, wenn man neutral über Menschen mit dunkler Hautfarbe sprechen möchte. Wenn man es nicht in mündlicher Sprache verwenden sollte, sollte man es auch nicht in schriftlicher Sprache verwenden. Auch bereits Vierschriftlichtes gehört auf den Prüfstand. Ob die Bibel, ob Historie oder Märchen, vieles wurde abgewandelt und umgeändert im Laufe der Zeit.

Auf der anderen Seite kann man argumentieren: lohnt sich nicht die Aufklärung über bestimmte Worte? Diskriminierende Worte kann man verschwinden lassen, Diskriminierung nicht! Es werden ständig diskriminierende Worte neu entwickelt. Es ist ein Katz- und Mausspiel. Es droht, dass Diskriminierung vom (Kinderbuch im) Kinderzimmer in andere Orte verschoben wird. Das Kinderzimmer wird eine heilere Welt. Die Welt da draußen wird stürmischer. Ob Philosophie oder Filosofie, ob Frau oder Weib: alles ist eine Konstruktion unseres Kopfes, unserer Gesellschaft! Werden wir uns klar darüber und streiten über deren Bedeutungen! Ich bin mir nicht klar: hebt das nicht-mehr-nutzen-Argument das jetzt-erst-recht-drüber-reden-Argument auf?

Klar wird: Wortbedeutungen ändern sich. Was Vielfalt ist muss definiert werden. Über ihre Güte für die Gesellschaft muss diskutiert werden.  Selbiges gilt für Worte aus Kinderbüchern. Menschen ändern sich. Worte ändern sich. Ob wir wollen oder nicht, wir sind Teil dieser Entwicklung!

Tweets der Woche

19 Jan

Hallo alle Miteinander,

hier meine Tweets der Woche:

David Marien@dmhadf

#Begriff: Walled Garden bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Walled_Garden  Metapher für ein Technologiekonzept,  eingegrenzte Umgebung, wird heute immer wichtiger!

#Organisation: Facebook Inc. bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook_Inc. prominentes Beispiel für ein Produkt als Walled Garden: #Facebook

#Kommunalpolitik: #Vision für 20 Jahre in #Potsdam pnn.de/potsdam/713699/ Change, Hotelhochhaus und Flottenneubau wieder zu koppeln

#Meinung: 2013: Das Web zurückerobern http://www.spreeblick.com/2012/12/28/2013-das-web-zuruck-erobern/ Fordert Johnny Häusler, gegen die umzäunten Gärten! https://dmhdf.wordpress.com/2013/01/12/das-web-zuruckerobern-ein-kleiner-beitrag/

#Begriff: Nette Toilette bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Nette_Toilette von Händlern/Gastronomen zur kostenlosen öffentl. Nutzung bereitgestellte Toilette

#Person: Reinhard Loske bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Loske ehem. Senator für Umwelt führte Nette Toilette in #Bremen ein #Umwelt #Nachhaltigkeit

#Kommunalpolitik: Rocker-Problem offensiv angehen in #Oberhavel http://www.die-mark-online.de/heimat/hennigsdorf/hennigsdorf-artikel/dg/0/1/1085495/ Vortrag gab Auskunft über die Szene

#Medien: Nette Toilette Navigator http://apps4deutschland.de/apps/nette-toilette-navi/ findet zwar nur in Bremen das nette stille Örtchen & auf #Android, aber immerhin…

#Begriff: UN-Antifolterkonvention bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Antifolterkonvention Wichtige aber dennoch häufig kritisierte UN-Konvention #Politik #Folter

#Organisation: UN-Ausschuss gegen Folter bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Ausschuss_gegen_Folter UN-Vertragsorgan, das die UN-Antifolterkonvention überwacht #UN

#Kommunalpolitik: Verschmutzte Luft trotz Pförtnerampeln in #Potsdam http://www.pnn.de/potsdam/715467/ keine Lösung für überhöhte Stickstoffdioxidwerte

#Medien: Tag zur Unterstützung der Folteropfer http://www.kleiner-kalender.de/event/internationaler-tag-zur-unterstuetzung-der-folteropfer/5731-welt.html Wurde auch vor dem Hintergrund der UN-Antifolterkonvention eingeführt.

#Begriff: #Eurozentrismus bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Eurozentrismus Wenn die #Welt durch europäische Augen gesehen wird #Kultur #Kunst

#Person: Samir Amin bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Samir_Amin  ägyptischer Ökonom und Kritiker des Neokolonialismus schrieb über #Eurozentrismus

#Kommunalpolitik: #Hennigsdorf leidet unter Ärzte-Mangel http://www.die-mark-online.de/heimat/hennigsdorf/hennigsdorf-artikel/dg/0/1/1089566/ Wie attraktiv ist die #Stadt noch? Kommune kann nichts machen

eigene #Meinung: Wie weitsichtig ist die #Wissenschaft? https://dmhdf.wordpress.com/2013/01/19/wie-weitsichtig-ist-die-wissenschaft/ Warum der #Islam mehr wissenschaftliche Aufmerksamkeit braucht!

Wie weitsichtig ist die Wissenschaft?

19 Jan

Hallo alle Miteinander,

heute gibt es wieder ein wenig Wissenschafts-blabla, aber es muss raus! In einem Gespräch mit einem Dozenten bekam ich eine interessante Information. Es ging um die Frage, weshalb der Islam in seiner historischen und allgemeinen Betrachtung in der deutschen Wissenschaft so wenig Beachtung bekommt. Der Dozent erzählte mir, dass infolge des 11. September 2001, der Islam  eine erhöhte Aufmerksamkeit in der Wissenschaft bekam. Der Grund dürfte klar sein, wenn Terroristen entführen, es in Gebäude krachen lassen um tausende Menschen zu töten, dann weckt dies auch die wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Dabei gäbe es genügend andere Gründe sich intensiver mit dem Islam zu beschäftigen:

  • Über 800 Jahre lang konnten Christen und Juden friedlich im osmanischen Reich leben. Sie wurden zwar auch diskriminiert, konnten nicht alle Berufe ausüben, mussten eine Kopfsteuer zahlen. Sie wurden aber nicht verfolgt und sie landeten auch nicht auf Scheiterhaufen. Das ist positiv im Verhältnis zum mittelalterlichen Europa, wo sich Christen gegenseitig verbrannten und verfolgten
  • Viele Übersetzungen altgriechischer Werke haben wir der Übersetzung von jüdischen/muslimischen Gelehrten zu verdanken
  • im mittelalterlichen Islam blühte Kunst und Wissenschaft, während im christlichen Europa eher Stillstand herrschte.  Als Beispiel nehme man Omar Khayyām, der  kubische Gleichungen, lange vor Descartes lösen konnte.

Es gäbe also genug positive Beispiele sich intensiv mit dem Islam zu beschäftigen. Allein die theologische Herleitung eines islamischen Toleranzbegriffes bietet hohe intellektuelle Beschäftigung. Aber nein, es müssen Flugzeuge in Gebäude stürzen, damit die Islamwissenschaft aus ihrem Schattendasein geholt wird! Eine zynische Formulierung? Man möge mir bitte das Gegenteil beweisen! Also, dass es schon vor 9/11 eine erstarkende Islamwissenschaft gab.

Das führt mich zu folgender Frage: warum sollten wir Durchschnittsbürgern Vorurteile gegenüber dem Islam verübeln, wenn selbst die Wissenschaft über Jahrzehnte dieses Gebiet brachliegen lässt? Welchen Sinn hat Wissenschaft noch wenn Forschungsthemen selektiv ausgewählt werden, wo einige Forschungsthemen doch offensichtliche „Wichtigkeit“ besitzen. Dass Menschen Dinge selektiv auswählen, ist gar nicht mein Kritikpunkt. Mein Kritikpunkt ist, wenn Leute so wider besseren Wissens handeln. Denn o. g. Dinge zum Islam sind schon sehr lange bekannt, haben aber dennoch kein größeres Interesse ausgelöst.

Wir feiern das Potsdamer Toleranzedikt und vergessen dabei, dass bereits orthodoxe Christen ausgeschlossen waren. Von Juden und Muslimen ganz zu schweigen. Während sich Gelehrte wie Erasmus von Rotterdam fragen, wie man Christen anderer Konfessionen tolerieren kann, leben im osmanischen Reich die drei monotheistischen Religionen friedlich zusammen.

Natürlich, der Fundamentalismus schadet jeder Religion. Und das die Islamische Welt sowie deren Theologie vor gewaltigen Herausforderungen steht ist klar. Nur, die verengte Siegesperspektive schadet eher als das sie nutzt. So bleibt Wissenschaft auch nur mittelmäßig, wenn sie sich auf bestimmte Perspektiven einlässt. Wir können mehr!

Das Web zurückerobern – ein kleiner Beitrag!

12 Jan

Hallo alle Miteinander,

in diesem Blogeintrag fordert Johnny Haeusler, dass wir Nutzer uns das Internet zurück erobern sollten.  Facebook, Twitter, Google, etc. machen das Web kaputt, so Haeusler. Diese Dienste würden umzäunte Gärten schaffen, in die Informationen hinein- aber nicht wieder hinaus gelangen. Daraus ergeben sich einige Fragen:

  • wie werden unsere Daten von den Gartenbesitzern verwendet?
  • was passiert mit ihnen, wenn die Gärten geschlossen werden?
  • erhalten Personen(gruppen) Zugriff auf unsere Daten, auch wenn wir dies nicht wollen?

Fazit des o. g. Blogeintrages: eigene Infrastruktur schaffen – eigener Server mit Blogsoftwere, Cloudanwendungen, Twitter- und Facebookpendants. Letzteres fordert  Haeusler zwar nicht, es leitet sich aber ab, wenn man seine Argumentation weiterführt.

Als inkonsequente Umsetzung dieser Forderung werde ich jede Woche hier meine Tweets veröffentlichen. Auch wenn mir dieser Bloggingspace nicht selbst gehört, ich kann meine Artikel wenigstens exportieren und auf Festplatte abspeichern. Vielleicht liest ja der Eine oder Andere etwas interessantes aus 140 Zeichen heraus. Auch und gerade weil sie so mittelmäßig sind.

  1. #Person: Adolf Brennecke bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Brennecke … war ein dt. Historiker & preußischer Staatsarchivar, hat dt. Archivwissenschaft geprägt

  1. #Begriff: #Archiv bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Archiv  Organisationseinheit, in der #Kultur zeitlich unbegrenzt aufbewahrt & benutzbar gemacht wird
  1. #Medien: Wilsons 14-Punkte-Plan & Honeckers Entlassung aus dem Gefängnis in einem #Artikel http://www.jungewelt.de/2013/01-05/026.php … Bemerkenswert! #Politik
  1. #Kommunalpolitik: Besseres Warnsystem für Kinderschutz in #Potsdam http://www.pnn.de/potsdam/712662/  Die #Stadt kann es sich leisten 3 Landkreise nicht.

  1. #Organisation: #Völkerbund bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerbund … Beschrieben im 14-Punkte-Programm (14. Pt.). Vorläufer der #UNO, der scheiterte#Begriff: 14-Punkte-Programm bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/14-Punkte-Programm … Woodrow Wilsons Konzept das #Europa nach 1918. Auch aus heutiger Sicht sehr modern.

  2. #Medien: Das Millionenspiel auf Youtube http://www.youtube.com/watch?v=M4GeJHFElE0 … Noch Fiktion oder schon Realität? Wie weit gehen Menschen für Geld?

  3. #Kommunalpolitik: Arbeiten wie die fleißigen Bienen in Hohen Neuendorf http://www.die-mark-online.de/heimat/oranienburg/oranienburg-artikel/dg/0/1/1082147/ … Länderinstitut für Bienenkunde wird saniert.

  4. #Person: Dieter Thomas Heck bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Thomas_Heck … dt. #Moderator, #Schauspieler, spielte Hauptrolle in „Das Millionenspiel“

  5. #Begriff: Das Millionenspiel bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Millionenspiel … nahm inhaltlich spätere Medien-Entwicklungen vorweg #Privatfernsehen, #Quotenjagd

  6. #Kommunalpolitik: Erfolgreich gesungen in #Potsdam http://www.pnn.de/potsdam/711706/  Wie der Baudezernent zu mehr Geld für die Straßeninstandsetzung kam

  7. #Organisation: #GEZ heißt jetzt #AZDB http://de.wikipedia.org/wiki/GEZ  warum möchte man die Leute so verwirren? #Beitragsservice doch nur #neusprech!

„Ein Beitrag zur Funktionsfähigkeit der Gesellschaft“, Herr Schönenborn?

5 Jan

Hallo alle Miteinander,

über den Blog des Fernsehkritikers bin ich auf diese Stellungnahme  von Jörg Schönenborn, WDR-Chefredakteur Fernsehen, gestoßen. Die Stellungnahme wurde zur Einführung des Rundfunkbeitrages abgegeben. Die Rundfunkgebühr heißt jetzt Rundfunkbeitrag. Und die GEZ heißt jetzt  ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice. Als ob so viel Neusprech noch nicht reichen würde, begründet man noch in hochtrabenden Worten, warum alle den ÖRR finanzieren sollen.

Ich möchte hier klar stellen: ein öffentlich finanzierter Rundfunk ist eine gute Idee. Wenn klar ist dass:

  • er unabhängig agieren kann
  • auch Minderheiten das Programm konsumieren und daran teilhaben können
  • „Wir“ einen Einfluss auf den ÖRR haben
  • es eine öffentliche Debatte zur Mittelverwendung des ÖRR gibt.

Unklar ist für mich:

  • ob die Rundfunkräte in ihrer jetzigen Zusammensetzung Unabhängigkeit wahren können?
  • ob wirklich alle technischen (möglichen und bezahlbaren) Maßnahmen ergriffen werden, um Menschen mit Behinderungen an den ÖRR-Programmen teilhaben  zu lassen? (Der Blog von meinaugenschmaus hält viele weitere und zum Teil erschreckende Links bereit zum Thema bereit)
  • wie groß „unser Einfluss“ noch ist? Die Zusammensetzung der Rundfunkräte ist nicht so repräsentativ wie noch vor 20 Jahren
  • ob es wirklich eine öffentliche Debatte zur Mittelverwendung des ÖRR gibt?  Kann man, wie in den Sitzungen des Deutschen Bundestages, im ÖRR verfolgen, wie und weshalb Mittel verwendet werden?

Jetzt komme ich zum Artikel von Schönenborn. Er reagiert auf Kritik und thematisiert, von den Medien aufgeworfene Thesen.

Es gebe in diesem Land nichts, das vergleichbar sei mit der „Zwangsabgabe“ für den Rundfunk. Aus der Kirche könne man austreten. Eine Wohnung könne man kündigen, nur eben nicht den Rundfunkbeitrag. Wer so argumentiert, kündigt vor allem eines auf: jede Form von gesellschaftlicher Solidarität. Eigentlich ist es bei uns nämlich gesellschaftlicher Konsens, dass wichtige Strukturen für das Zusammenleben gemeinschaftlich finanziert werden, und zwar egal, ob sie jeder persönlich nutzt oder nicht. Das beginnt beim Wasseranschluss, für den jeder, der irgendwo „wohnt“, eine „Zählergebühr“ bezahlt, ohne auch nur einen Liter verbraucht zu haben. Das gilt für Straßen, deren Bau und Pflege über die Steuern jeder mitbezahlt, der kein Auto hat. Und es hört mit dem Sessel im Konzertsaal noch lange nicht auf, der jeden Abend solidarisch bezuschusst wird, selbst wenn das Konzert ausverkauft ist.

Die interessante Frage lautet: was leistet der ÖRR um die gesamtgesellschaftliche Solidarität zu stärken? Daran anschließend: steht diese Leistung im Verhältnis zu Kosten, welche die Gemeinschaft aufwenden muss? Diese Frage nach Kosten und Nutzen kann man auch bei Wasseranschlüssen, Straßenbau und Kulturgütern stellen. Dies ist unser gutes Recht und unsere Pflicht als Bürger: wir prüfen wie effizient unsere öffentlichen Güter wirken. Dies hat auch nichts mit Neoliberalismus zu tun. Ich kann doch für einen Staat sein, der mein Leben (mit)reguliert. Und dennoch kann ich fragen, wie effizient er dies macht.
Weiter heißt es im Artikel:

Der Rundfunkbeitrag passt gut in dieses Land. Er ist genau genommen eine „Demokratie-Abgabe“. Ein Beitrag für die Funktionsfähigkeit unseres Staatswesens und unserer Gesellschaft. Demokratie fußt auf der Urteils- und Entscheidungsfähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger. Und die ist in einem 80-Millionen-Land nur mittelbar herzustellen, „medial“, durch Medien eben. Trotz der vielen guten Zeitungen und Zeitschriften und trotz des Internets geben die Deutschen immer noch zwei Drittel ihres täglichen Medien-Zeitbudgets für Radio und Fernsehen aus. Und weil man schwerlich ein kommerzielles Vollprogramm findet, das auch nur eine halbe Stunde pro Tag über Politik berichtet, behaupte ich: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sichert das Funktionieren unserer Demokratie.

Die FAZ hat also weniger Informationsgehalt als die Tegesschau? Ja, der ÖRR berichtet über das politische Zeitgeschehen. Kann ich daraus die Hypothese ableiten, dass Demokratie gesichert wird? Wie will ich die Sicherungsfunktion denn genau messen? Die Wahlbeteiligung sinkt beständig. Der Ruf der Berufspolitiker ist ramponiert. Ach ja, es geht ja um die Urteils- und Entscheidungsfähigkeit der Bürgerschaft. Helfen mir Anne Will, Günter Jauch und Co. wirklich bei der Entscheidungsfindung? Ich will ja gar nicht in Abrede stellen, dass Phoenix und das Deutschlandradio diese Entscheidungsfindung durch ihr Programm ermöglichen. Wer schaut sich denn die Fünf-Stunden-Liveübertragung aus dem Bundestag an? Wer hört den den Politikwissenschaftlern zu, die dort kommentieren und erklären? Dies tun bereits politisch Interessierte wie ich! Wenn Jemand Studien kennt, die Schönenborns Hypothese untermauert, bitte her damit!

Der Artikel fährt fort:

Der vom Bundesverfassungsgericht geprägte Begriff der „Grundversorgung“ ist aktueller denn je. Zu dieser Grundversorgung gehört auch kulturelle Breite gerade in den Sparten, für die sich wenige interessieren. Dazu gehören Angebote für Minderheiten genauso wie Programme für die Integration derer, die längst eine „Mehrheit“ geworden sind, der Einwanderer. All das stellt der Rundfunkbeitrag langfristig sicher. Das ist kein Freifahrschein – im Gegenteil. Wir werden mehr Rechenschaft ablegen müssen darüber, wie wir mit unserem Geld umgehen. Und wir werden weniger leichtfertig die Information einfach ausfallen lassen können, weil der Sport gerade gute Quoten verspricht.

Da ich nicht alle Minderheiten kenne, kann ich nicht beurteilen, wie angemessen die jeweiligen Minderheiten thematisiert und dargestellt werden. Wer öffentliche Mittel verbraucht, muss immer größtmögliche Rechenschaft ablegen. Auf welche Weise diese Mittel eingezogen werden ist irrelevant. Es stellt sich überhaupt die Frage, welches Gewicht die Quote einnehmen soll, wenn es um die Bewertung des ÖRR-Angebots geht? Man hätte auch vor 20 Jahren fragen können, weshalb der Sport andere Formate verdrängt hat. Gerade zu einer Zeit, wo Sendezeit knapp ist. Aber auch heute muss gelten: Inhalte wie das philosophische Quartett gehören ins Hauptprogramm. Unabhängig davon, was gerade anderes läuft.

Dann ist da die These von der Wut, einer Welle der Ablehnung gegen das öffentlich-rechtliche System. Die Wirklichkeit, in der ich lebe, ist eine, in der wir wertgeschätzt werden, sehr sogar. Ich erlebe es höchst selten, dass Zuschauer unser System in Frage stellen. Wer stattdessen irgendwo im Land unterwegs ist, im Münster- oder Sauerland zum Beispiel und sich als WDR-Mitarbeiter zu erkennen gibt, kann viel Lob einstreichen. Für unsere Regionalsendungen, die „Lokalzeiten“, die das Publikum überaus schätzt, weil sie ihre Lebenswelt ernst nehmen. Für kritische Magazine oder unsere vielen tollen Dokus. Und, ja!, auch für Gesprächssendungen, die man zur Zeit besser nicht „Talk“ nennen sollte. Auch das sichert der Rundfunkbeitrag für die Zukunft.

Auch in meiner Welt wird der ÖRR nicht gehasst. Er wird aber auch nicht so stark wertgeschätzt, wie es hier dargestellt wird. Ich bin mir sicher, ich werde keine Ausnahme sein. Mir stellt sich die Frage: wie sehr nimmt der ÖRR die Lebenswirklichkeit jüngerer Menschen in den Hauptprogrammen ernst?

Mit der Tagesschau versammeln wir Abend für Abend durchschnittlich fast neun Millionen Menschen vor einer durch und durch politischen Nachrichtensendung. Bei RTL aktuell sind es nicht halb so viele. Und wenn man nicht auf den Marktanteil sondern auf die tatsächliche Zuschauerzahl sieht, haben wir natürlich auch mehr junge Zuschauer. Anderes Beispiel: Der Tatort strukturiert für Millionen den Sonntagabend. Und man guckt ihn auch deshalb, um am Montagmorgen mitreden zu können. Das ist gesellschafts-bildend im doppelten Sinne des Wortes. Haben wir wirklich keine jungen Zuschauer mehr? Den Münster-Tatort sehen etwa so viele 14-29jährige wie Grey`s Anatomy oder Galileo. Schön wäre, wenn wir mehr Programme für die Jüngeren hätten. Aber wenn wir sie anbieten, findet sie das Publikum. Vom Radio will ich gar nicht reden. Hat Einslive, das bundesweit erfolgreichste junge Radioprogramm, etwa nichts mit der ARD zu tun?

Aha, es sollte also mehr Programme geben! Das die ARD erfolgreich ist würde ich auch nie bestreiten. Es geht um mehr als nur Erfolg!

Nicht dass wir keine Probleme hätten, im Gegenteil. Jüngere im Fernsehen für klassische Politik zu interessieren, ist eine Aufgabe, an der wir oft scheitern. Übrigens nicht nur wir, sondern auch die Zeitungen und die Parteien selbst. Ich glaube, das hat vor allem mit unserem Politik-Begriff zu tun. Für 20jährige ist Politik, wenn in Bangladesh eine Textilfabrik brennt und Menschen sterben, die unsere Kleidung herstellen. Für 30jährige ist Politik, ob man in diese Welt verantwortlich Kinder setzen kann. Und für 60jährige ist Politik, wenn der Bundestag das Afghanistan-Mandat verlängert. So gesehen hat die Tagesschau einen ziemlich alten Politikbegriff, den wir überprüfen müssen. Und zwar deshalb, weil uns die Demokratie-Abgabe noch mehr als bisher verpflichtet, politische Berichterstattung für alle zu machen.

Man hätte auch vor fünf Jahren politische Berichterstattung für alle machen können. Geld war sicher vorhanden. Außerdem: bekommt der ÖRR nicht genauso viel Geld, wie früher auch? Ebenfalls lohnt es sich ständig, Politikbegriffe zu überdenken, egal ob Raider jetzt Twix heißt! Gesellschaften verändern sich, die Medien hinken hinterher!

Unsere wichtigsten Verbündeten sind die Zuschauer/innen und Hörer/innen. Die mögen, was wir produzieren – meistens jedenfalls. Und wenn nicht, sollten wir uns der Kritik stellen und unsere Schwächen angehen! Nicht alles, was wir seit Jahren senden, ist immer up to date. Schließlich sollten wir uns nicht den Bären aufbinden lassen, wir seien ausschließlich für die Minderheiten zuständig, und Mehrheiten seien was fürs Kommerzielle. Nein, wir sollten daran arbeiten, dass es weiter Programme für Mehrheiten gibt, für alle. Sonst hätte der Demokratie-Beitrag seinen Sinn verfehlt.

Ja, man sollte sich Kritik stellen, man sollte sich keinen Bären aufbinden lassen! Ich empfinde das Wort „Demokratie-Beitrag“ ein furchtbar überhöhtes Wort. Man kann Demokratie nicht bezahlen! Jedoch kann man dafür bezahlen, dass Jüngere und Ältere ein Programm erhalten. Man kann dafür bezahlen, dass es barrierefreie ÖRR-Programme für (möglichst) alle gibt. Man kann dafür bezahlen, dass in Jahre gekommene Organisationsstrukturen erneuert werden. Und man kann dafür bezahlen, dass es „mutige“ Inhalte gibt.

Das würde mir schon reichen. Eine kaputte Demokratie wird auch ein ÖRR nicht retten können. Ein wenig mehr Mittelmaß und Selbstkritik wäre angebracht!

Wir haben das Recht nach einer Kosten-Nutzen-Bilanz zu fragen, ohne uns dabei mangelnde Solidarität vorwerfen lassen zu müssen! Gerade wenn man für den ÖRR ist.