Archiv | Mai, 2013

Tweets der Woche KW 21 (2013)

25 Mai

Hallo alle Miteinander,

hier meine Tweets aus dieser Woche:

David Marien@dmhadf

#Begriff: #Kongokonferenz bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Kongokonferenz Wo 1885 die Aufteilung Afrikas in Kolonien beschlossen wurde

#Person: Leopold II. (#Belgien) http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_II._%28Belgien%29 belgischer #König, der sich bei der #Kongokonferenz den #Kongo als Privatbesitz…

#Projekt allgemein: #Plagiat aus dem Drucker. Über #Chancen & #Risiken von 3D-printern http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wirtschaftundgesellschaft/2107828/ eine sich entwickelnde Branche

#Kommunalpolitik: Zwischen Resignation und Kampfesmut in Bredereiche http://www.die-mark-online.de/heimat/gransee/gransee-artikel/dg/0/1/1150490/ Wie soll man mit #Sparkassen-Verlust umgehen

#Meinung: Die weltweite Ausbeutungspyramide am Beispiel #Afrika http://www.heise.de/tp/artikel/38/38985/1.html von der #Kongokonferenz bis zur Gegenwart #Armut

#Kommunalpolitik: Krampnitz – Stadt #Potsdam erwägt Klage gegen Verbot eines Wohngebietes http://www.pnn.de/potsdam/753775/ #Urbanisierung

#Meinung: Ein direkter Weg von der #Spassguerilla zum #Terrorismus? http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/68er-bewegung/51795/spassguerilla-terrorismus?p=all eine kritische Auseinandersetzung

#Begriff: Deutsche Wiedergutmachungspolitik bei http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Wiedergutmachungspolitik Wie #Opfer des #NS-Regimes & der #DDR entschädigt werden (können)

#Person: David Ben-Gurion http://de.wikipedia.org/wiki/David_Ben-Gurion #Staatsgründer & Premier von #Israel, involviert in die Wiedergutmachungspolitik der #BRD

#Kommunalpolitik: Bauausschuss plädiert für L-förmigen Anbau in Fredersdorf-Vogelsdorf http://www.die-mark-online.de/heimat/gransee/gransee-artikel/dg/0/1/1118209/ mehr Platz für Grundschüler

eigene: #Meinung: sind mehr Direktkandiaturen für den Bundestag sinnvoll? https://dmhdf.wordpress.com/2013/05/25/partizipation-sind-mehr-direktkandiaturen-fur-den-bundestag-sinnvoll/ #Reaktion auf die Aktion von @tobybaier

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Partizipation: sind mehr Direktkandiaturen für den Bundestag sinnvoll?

25 Mai

Hallo alle Mteinander,

über den Wrint-Podcast habe ich es mitbekommen: der Podcaster Toby Beier möchte Direktkandidat für den deutschen Bundestag werden. Erstmal finde ich diese Aktion gut und lobenswert. Warum sollen nicht auch Leute, ohne parteipolitischen Hintergrund, für den Bundestag kandidieren? Das dürfen sie ja! Dahinter steckt eine Menge Arbeit, die Kandidatur erst mal hinzu bekommen. Das wird auf dem von mir verlinkten Blog ja anschaulich dokumentiert.  Wo ist also mein Problem?

Mein Problem ist die Parteienverdrossenheit, die im Podcast deutlich zur Sprache kommt, die als Motivation für die Kandidatur dient. Um nicht missverstanden zu werden: ja, die politischen Parteien sind verantwortlich für ihren schlechten Ruf. Ja, es sind viele Dinge vorgefallen, die auch bei mir Zweifel laut werden lassen. Machtstrukturen in den Parteifraktionen der Parlamente fördern nicht gerade die Eigenständigkeit des Abgeordneten. Ein opportunistisches Durchsetzen kurzfristiger Ziele, über die eigenen Parlamentarier, wird der Demokratie auch nicht weiterhelfen. Parteiei(gremien) haben eine Entscheidungsmacht, wer auf welchen Listenplatz, wer welche Direktkandidatur erhält. Parteien definieren und selektieren Ziele und Maßnahmen, die umgesetzt werden sollen. Der Abgeordnete wird zum „Abnicker“ degradiert. Und: durch ihren bevorzugten Zugang zu den Parlamenten bauen sie die Nachwuchseliten auf, die unser Land mal regieren werden.

All dies kann und muss aber ins Positive gewendet werden: Parteien erfüllen bestimmte Aufgaben.

  • Personal: Rekrutierung und Ausbildung von Personal und Aufstellung von Kandidaten bei Wahlen zur Besetzung politischer Ämter.
  • Interessenartikulation und -aggregation: Formulierung und Bündelung der Interessen und Meinungen der Mitglieder und Wähler.
  • Interaktion: Verbindung zwischen Staat und Bürger, zweiseitiger Kommunikationskanal: einerseits Artikulation von Interessen gegenüber staatlichen Institutionen und andererseits Erläuterung, Information und Erklärung von staatlichen Entscheidungen gegenüber den Bürgern.
  • Parteiprogramm: Entwicklung politischer Programme für einen längeren Zeitraum.
  • Regierung: Aufstellen und Einflussnahme auf die Regierung, Schaffung eines eingespielten Systems im Parlament. Fraktionen und die entsprechende Arbeitsteilung sorgen für ein arbeitsfähiges Parlament und organisieren Mehrheiten für Regierungsvorschläge.
  • Verantwortlichkeit: Sicherstellen, dass ein Entscheidungsträger die Konsequenzen für schlechte Politik trägt. Besonders bei Präsidentiellen Systemen, in denen der Präsident nicht wiedergewählt werden kann und auch nicht in eine starke Partei eingebunden ist, kann es zu Problemen mit der Verantwortlichkeit des Präsidenten kommen. Weil er weder durch Nicht-Wiederwahl oder Schwächung „seiner Partei“ „bestraft“ werden kann, ergibt sich die Gefahr, dass sich der Präsident deutlich von seinen Positionen im Wahlkampf entfernt. Dagegen sorgt eine starke Partei (die ja im Gegensatz zum Präsidenten noch Wahlen gewinnen muss) für die Einhaltung der gegebenen Versprechen.

Hier werden Idealtypen von Aufgaben formuliert. So sollte es im besten Fall laufen. Dass aber nicht alles schief läuft muss hier auch konstatiert werden. Wir finden keine italienischen Verhältnisse vor. Es geht also wieder um die Frage des Mittelmaßes.

Je mehr Direktkandidaten es gibt desto notwendiger wird es, dass sie sich in partei-änlichen Strukturen organisieren werden (müssen). Fraktionen und Parteien bekommen mehr Geld vom Staat als ein einzelner Abgeordneter. Sie eröffnen Zugang zu Wissen, Kapital und Arbeitskräften. Sie sollen ja gerade die Arbeit der Fraktion koordinieren, sie sollen Synergien herstellen. Die Direktkandidaten müssen sich auch um eine Interessenartikulation und -aggregation bemühen, die außerhalb ihres eigenen Wahlkreises liegen. Politik ist hochgradig verzahnt, unterschiedliche Interessen müssen ausgeglichen werden. Wenn ich Parteien hier Paroli bieten möchte, muss ich mich hier hervor tun. Auch die Interaktionsfunktion wird nach innen und außen gestärkt, wenn partei-änliche Strukturen existieren. Mehr Leute sind in der Lage Bürgeranfragen zu bearbeiten, mehr Leute sind in der Lage, den Abgeordneten bei ihrer Kommunikation mit der Exekutive, zu helfen. Dies ist auch hilfreich, wenn man ein Parteiprogramm aufstellen will (muss).

Hier tut sich aber ein Paradox auf: eine voranschreitende Professionalisierung der Abgeordneten (hin zu partei-änlichen Strukturen) führt zu einem Aufbau von Organisationsstrukturen. Organisationsstrukturen: Mitarbeiter, Vorgesetzte; Vorschriften, informale Regeln; Organisationszwecke, all dies führt zu einem Eigenleben, der den teuflischen Kreislauf in Gang setzt. Nicht-intendierte Ziele werden umgesetzt, bestimmte Menschen erhalten Einfluss, den sie eigentlich nicht haben. Immer mehr Ressourcen müssen für die Erhaltung und Steuerung von Organisation aufgewendet werden.

Wenn nun fraktionslose Abgeordnete ineffizient arbeiten, Parteien aber auch, sollten wir dann den Kopf in den Sand stecken? Ich kann nicht beurteilen, was für  ein Mensch Toby ist. Daher unterstelle ich ihm beste Absichten. Wenn er und Andere Erfolg haben werden, wenn sie konstruktiv mit den Parteikollegen in den Parlamenten zusammenarbeiten werden, kann dies positive Effekte erzielen. Organisationsstrukturen der Parteien werden dann vielleicht ein Stück weit reformiert. Vielleicht werden auch die Fraktionsstrukturen offener. All dies wissen wir heute eben nicht.

Was ich mit dem Artikel zeigen wollte: einfach nur ins Parlament gehen und sagen „hier sind wir, wir machen es besser“ reicht nicht. Es gibt gute Gründe (s. oben) warum sich Parteien als Instrument der politischen Meinungsbildung durchgesetzt haben. Sie können und sollten ergänzt werden. Der politische Betrieb, wie die gegenwärtige Gesellschaft insgesamt, ist professionell und arbeitsteilig organisiert. Diesen Eigenschaften, deren Konsequenzen, muss man begegnen. Ja, (Berufs-, Partei)Politiker sind scheiße. Nur weil man eben keiner ist, heißt dies noch lange nicht, dass man automatisch besser  ist. Professionalisierung und Arbeitsteilung schaffen Vor- aber auch Nachteile. Es tun sich zwei Seiten der Medaille auf. Die Umkehrung dieses Vorgangs führt eben nicht notwendigerweise dazu, dass es mehr  Vor- als Nachteile gibt.

Ich bezweifle, dass ein Parlament voller Fraktionsloser besser arbeitet, als eines mit ausschließlich „Parteisoldaten“. Ich lasse mich aber gerne in Popperianscher Manier vom Gegenteil überzeugen.

Tweets der Woche KW 19 und 20 (2013)

18 Mai

Hallo alle Miteinander,

hier meine Tweets aus dieser Woche:

David Marien@dmhadf

#Begriff: Goldenes Zeitalter (Dänemark) bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Zeitalter_%28D%C3%A4nemark%29 gilt als Epoche hoher kultureller Blüte in #Dänemark #Kultur

#Organisation: Dänische Volkskirche http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A4nische_Volkskirche dänische Staatskirche, erlebte großen Wandel im goldenen Zeitalter #Religion

#Kommunalpolitik: Alsdorfs CDU ist die Hennigsdorfer #Freundschaft zu teuer http://www.die-mark-online.de/heimat/hennigsdorf/hennigsdorf-artikel/dg/0/1/1145770/ Viel Gerede um 6000 € p. a.

#Meinung: Ihr Kirchenchristen, ihr seichten Spießbürger! http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article115853734/Ihr-Kirchenchristen-ihr-seichten-Spiessbuerger.html #Kierkegaard #Kirche, #Krise – #Gefahr seiner #Philosophie

#Begriff: Sozialkonstruktivismus bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkonstruktivismus Wenn die soziale Welt nur konstruiert wird #Soziologie #Wissenschaft

#Organisation: Peter L. Berger http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_L._Berger US-Soziologe, wiener Herkunft, prägte den Sozialkonstruktivismus entscheidend mit

#Kommunalpolitik: Innenminister mahnt #Ordnungsamt #Potsdam ab. http://www.pnn.de/potsdam/749690/ Bessere Kooperation mit der #Polizei gefordert

#Medien: Thema Nachbarschaft in der #Sozialarbeit bei Kommunen http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.interview-zur-nachbarschaft-menschen-haben-ein-beduerfnis-nach-kontakten.e31e44ee-6800-4d35-bc0e-5e41f9b80fe6.html Mehr als nur Sozialkonstruktivismus

#Begriff: #Digitalisierung bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Digitalisierung Wenn alles aus Einsen & Nullen besteht, die unsichtbare #Revolution

#Person: Mercedes Bunz bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes_Bunz deutsche Kulturwissenschaftlerin & Journalistin, arbeitet über die digitale #Revolution

#Kommunalpolitik: Immer am Wasser entlang in #Hennigsdorf http://www.die-mark-online.de/heimat/hennigsdorf/hennigsdorf-artikel/dg/0/1/1146177/ Nach 21 Jahren #Stadtkern & Havelauen saniert

#Meinung: „Die Angst vor #Veränderung ist sehr alt“ http://t.co/Oc2amLwHKb „Die stille Revolution“ des #Internets: M. Bunz #Digitalisierung

#Begriff: Bücherverbrennung von 1933 http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.

#Organisation: Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistischer_Deutscher_Studentenbund  Initiatoren  der Bücherverbrennung, #verblendet

#Kommunalpolitik:  Neustart für den Langen Stall in #Potsdam http://www.pnn.de/potsdam/750025/ #Workshop soll seine #Architektur klären

#Medien: „Dies war das Vorspiel nur ..“.: die NS Bücherverbrennungen in originaler Kommentierung von 1933 http://www.youtube.com/watch?v=jeMKojq-e5E

#Begriff: Orthodoxer Marxismus bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Orthodoxer_Marxismus  wichtige theoretische Strömung innerhalb der #SPD 1890er – 1918

#Person: Karl Kautsky bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Kautsky  deutsch-tschechischer Philosoph #SPD-Politiker Wortführer des Orthodoxen #Marximus

#Kommunalpolitik:Eichenprozessionsspinner wird heute oder morgen aus der #Luft bekämpft in #Hennigsdorf http://bit.ly/16fejX8

#Medien: als die Massen politisch wurden http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/2080180/ Kautsky als Ideengeber für die pol. Theorie vor dem 2.WK #Politik

#Begriff: #Evaluation bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Evaluation Die Begutachtung von allem Möglichem #Schlagwort, inflationärer Gebrauch

#Organisation: Deutsche Gesellschaft für #Evaluation WP: http://de.wikipedia.org/wiki/Evaluation#Organisationen; HP: http://www.degeval.de/ueber-uns #Professionalisierung

#Kommunalpolitik: „#Potsdam auf dem Weg zur Bürgerkommune“ http://www.potsdam.de/cms/ziel/282558/DE/ Freiwillige für Beteiligungsrat gesucht #Demokratie

#Memo: Ob wir in 20 Jahren wissen, ob Liquid Democracy funktioniert? Ohne praktischen Einsatz keine #Evaluation möglich  #Demokratie

eigene #Meinung: Die enthemmte Seite der #Wissenschaft? Eine Antwort. https://dmhdf.wordpress.com/2013/05/18/die-enthemmte-seite-der-wissenschaft-eine-antwort/ Von #Alltagswelt, #Klonen & #Verantwortung

andere #Meinung: Die enthemmte Seite der Wissenschaft http://tinyentropy.com/2013/05/16/2069/ Warum die Möglichkeit des Klonens moralische Fragen aufwirft.

Die enthemmte Seite der Wissenschaft? Eine Antwort.

18 Mai

Hallo alle Miteinander,

ja, dass Wissenschaftler nicht immer für das Beste (für die  Spezies Mensch, den Planeten Erde) tun, wissen wir, spätestens, seit es die Schrift gibt. Nun wies tinyentropy in seinem Artikel „Die enthemmte Seite der Wissenschaft“ auf das mögliche Klonieren von Menschen hin:

Das Klonen von Menschen ist möglich und noch entscheidender ist,dass wir jetzt wissen,wie es geht.Ein großer Tag für die Wissenschaft?In erster Linie ist es ein Tag der Entzauberung des Menschen.Wie ich gestern in der Zeit lies,”der Mensch ist also doch ein Tier und lässt sich ebenso klonen”

Schon der antike Platon sah den Menschen als Tier an. Das die „Zeit“ nun die Möglichkeit der Klonierung als eine Eigenschaft des Tierischen definiert, zeigt nur unsere seltsame Vorstellung von uns Selbst. Und: warum sollte nun ausgerechnet die Technik der Klonierung den Menschen entzaubern? Ist nicht die begrenzte Rationalität des Menschen oder seine mangelnde Triebkontrolle seine Entzauberung? Was ist mit Ideologien und Religionen, die an sich selbst scheitern? Was ist mit sozialen Beziehungen, die brechen?

.Auch als nicht religiöser Mensch bedauere ich,dass wir die Möglichkeit geschaffen haben menschliche Individuen zu kopieren.Es ist ein vielfältiger Missbrauch dieses Wissens im Zusammenhang mit allen anderen Verfahren der Gentechnik möglich und einzig die zarte Stimme der Moral steht diesem Missbrauch in Zukunft entgegen.Nun besitzt die Moral bereits das Problem nicht universell verstanden zu werden,sondern der jeweiligen Deutungshoheit zu unterliegen.In einer Welt der weltweiten kompetitiven Forschung finden sich daher immer Wege vorbei an der Mehrheitsmoral.

Auch Staaten, Gewaltmonopole, Sozialkapital, soziale Beziehungen im Allgemeinen, können missbraucht werden, werden missbraucht. Ich will gar nicht abstreiten, das wir eine andere Stufe des Missbrauchs erreicht haben. Aber schon mit der Atombombe sind wir auf dieser Stufe angelangt. Die Etablierung von „Weltmächten“ hat ebenfalls zu Missbräuchen von neuer Qualität geführt Soviets, US-Amerikaner und Briten haben ihr technisches, soziales und ökonomisches Wissen eben auch missbraucht. Dessen Qualität und Quantität ist bis heute spürbar.

Ja, es ist einerseits kreditwürdig, dass es keine universale Moral gibt. Auch der anderen Seite ist dies auch vorteilhaft. Ich will ein hinkendes Beispiel anfügen: ist es für einen Vertreter einer Steinzeitgesellschaft vertretbar, wenn Menschen in die Bronzezeit voranschreiten wollen? Was ist den nun das gute Leben? Der Status-Quo-Erhalt, der Gewissheit bringt oder der Fortschritt der Unsicherheit induziert?  Moral und Ethik sind Aushandlungssache! So komisch es klingt: erst Diejenigen, die ihre Grenzen überschreiten, machen sichtbar wo die Grenzen sind.  Ich möchte auch weiterhin, dass über Ethik und Moral diskutiert werden kann!

Deshalb reduziert sich die Betrachtung auf die ethischen Regeln,die innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft selbst gelten. Und hier kommt mir der Arte-Beitrag “Mengeles Erben” in den Sinn,der vorgestern ausgestrahlt wurde.Die Befunde der Untersuchungen waren über alle Maßen erschreckend.Denn nicht nur die Nazis haben an ihren Opfern abscheuliche Untersuchungen im Namen der Wissenschaft gemacht,sondern nachfolgend auch die Japaner,Amerikaner und Russen.Und zwar in einem Ausmaß an Skrupellosigkeit,der mich fassungslos machte.

Wenn ich den Tiny trollen wollte, würde ich ihm Naivität unterstellen. Selbst die alten Griechen hatten eine Vorstellung vom perfekten Menschen. Hätten sie unsere Technik gehabt, hätten sie sie angewendet, für die Erreichung des Ziels, mit allen Mitteln.

Es wurden Menschen bei vollem Bewusstsein Teile ihres Körpers geöffnet und entfernt oder schreckliche Qualen angetan. Es würde mich nicht wundern,wenn dies in den Foltergefängnissen im Irak noch heute passiert.Diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden im großen Stil begangen.In China,in der Manschurei,sollen bis zu 10.000 Japaner im Apparat dieser militärischen “Medizinabteilung” beschäftigt gewesen sein.Immer finden Wissenschaftler gute Gründe,um ihr Moralempfinden außer Kraft zu setzen.

Ja, hier werden eindeutig Grenzüberschreitungen aufgezeigt. Auch Wissenschaftler sind Kinder ihrer Zeit und ihrer Ideologie. Wissenschaftler sind aber auch Menschen. Einige Menschen würden alles geben, für ein wenig Beachtung. Der Drang nach Beachtung, nach Aufmerksamkeit ist wahrscheinlich die stärkste Triebfeder menschlichen Handelns. Und sie ist seine Achillesferse.  Leider.

Wenn so etwas möglich ist,dann muss man sich schon die Frage stellen,wie man das Klonen regulieren kann.

Diese Frage nach Regulation stellt sich bei so vielen technischen und sozialen Errungenschaften. Das Klonen von Organen und -bestandteilen  bietet aber auch Möglichkeiten. Wie bei der Atomenergie muss man sich was einfallen lassen. Man wird sich was einfallen lassen. Ob dies dann passt, das steht – wie immer – auf einem anderen Blatt.

Hier zeigt sich ein Grundproblem der Wissenschaft: Grundlagenforschung ist wie unbekanntes Land entdecken. Man weiß nie, was auf der Karte stehen wird. Wir werden zwangsläufig auf Erkenntnisse stoßen, die ethische und moralische Fragen aufwerfen. Nicht die Wissenschaft ist enthemmt, unsere begrenzte Rationalität gaukelt uns Wege vor, die in die Enthemmung führen. Viele Menschen sind dem Nationalsozialismus gefolgt, weil er einfache Weltbilder, einfache Lösungen vorgaukelte.

Wir müssen, um mit Berger/Luckmann zu argumentieren, auf die Alltagswelt bzw. die symbolische Sinnwelt einwirken. Unser Alltag und der Wissenschaftsbetrieb sind voll von Symbolen, die Sinn stiften: Titel, Prozesse, Verhalten, (nicht-wissenschaftliches) Wissen. Diese so konstruierten, verinnerlichten Sinnwelten müssen so verändert werden, dass man sich in Wissenschaft und Alltag darüber bewusst wird, dass es Grenzfälle gibt. Diese benötigen etwas mehr Hirnschmalz als wir vermuten.

[Ergänzung, damit meine Argumentation vielleicht klarer wird]

Es wird immer so getan, als gäbe es Positionen, die unumstößlich sind. Aber nichts ist unumstößlich! Eine Gesellschaft muss immer abwägen, sie muss aber auch gewisse Dilemmata akzeptieren, die ihre Existenz aufwirft. Dies ist eben keine Rechtfertigung, alles tun zu dürfen was man will. Wenn man Positionen dogmatisch betrachtet, droht, die positive Intention der Position sich ins negative umzukehren. Die Intention einer klassenlosen Gesellschaft; die Intention, den perfekten Menschen schaffen zu wollen, soll etwas positives induzieren. Erhebt man diese Positionen zu Dogmen (oder die Gegenpositionen) sehen wir die negative Wirkung.

Also: ich halte für Quatsch zu argumentieren, wir dürften Schweine klonen, Menschen aber nicht! Menschen dürfen nicht geklont werden, weil diesem Vorgang ein Missbrauchspotential innewohnt. (wie auch bei Atombomben) Wenn wir aber Organe für gesundheitliche Zwecke klonen, was ist daran auszusetzen? (wie bei der radioaktiven Strahlung für med. Zwecke)

Ich möchte viel eher am konkreten Zweck einer Sache argumentieren, als über abstrakte philosophische Thesen, die kaum beweisbar sind. So würde, denke ich, auch Kant argumentieren. Wenn wir Gott nicht beweisen können, dann lassen wir es bleiben. Überlegen wir lieber, wie wir mit ethischen Grundregeln Gesellschaft organisieren können (kategorischer Imperativ).

Denken und theoretische Konstrukte sollten so kompakt wie möglich konstruiert werden. Sie sollten an in der Empirie messbar und anwendbar sein. Ich meine, die Frage, in welcher Beziehung wir zu Tieren stehen, ist irrelevant für die Antwort, ob wir ganze Menschen duplizieren sollten. Das  Missbrauchspotenzial sollte genügend Argumentationshilfe bieten.

Tweets der Woche KW 18 (2013)

4 Mai

Hallo alle Miteinander,

hier meine Tweets aus dieser Woche:

David Marien@dmhadf

#Begriff: #Operation Hardtack bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Hardtack Serie von US-amerik. Kernwaffentests im Jahr 1958 auf den Marshallinseln

#Person: Lewis Strauss http://de.wikipedia.org/wiki/Lewis_Strauss Präsident der United States Atomic Energy Commission mitverantwortlich für Operation Hardtack

#Kommunalpolitik: #SPD will Trams in #Potsdam aufs Bahngleis bringen http://www.pnn.de/potsdam/746964/ Regio-#Stadtbahn könnte Verkehrsprobleme lösen

#Medien: Operation Hardtack in #Bild & (Erzähler)Ton https://www.youtube.com/watch?v=HWqh1qiqx8s #Doku des US-Verteidigungsministerium von 1958 #Krieg #Politik

Begriff:  #Koninginnedag bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Koninginnedag niederländischer Nationalfeiertag, feiert nicht nur amtierende #Königinnen

#Organisation: Nederlandse Omroep Stichting bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Nederlandse_Omroep_Stichting niederl. Öff. Rundfunk, der u. a. den #Koninginnedag überträgt

#Kommunalpolitik: #Velten will an Häftlinge erinnern http://www.die-mark-online.de/heimat/hennigsdorf/hennigsdorf-artikel/dg/0/1/1142881/ ist im ersten Anlauf missglückt, mit absehbaren Irritierungen

#Medien: Einfluss statt #Macht (in den #Niederlanden) http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2090581/ Fest im Sattel aber ohne Macht im #Staat #Politik

#Begriff: #Scherbengericht http://de.wikipedia.org/wiki/Scherbengericht antikes Verfahren um unliebsame Bürger zu verbannen, heute als geflügeltes Wort erhalten

#Person: Karl Popper bei WP http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper als #Philosoph äußerte er sich auch zum #Scherbengericht http://www.gewaltenteilung.de/popper.htm

#Kommunalpolitik:  Ordnungsamt soll Polizei entlasten in #Potsdam http://www.pnn.de/potsdam/748345/ Vom #Ordnungsamt zu Stadtpolizei?

#Meinung: Der Verführer. #Philosophie, #Öffentlichkeit & mittendrin das Scherbengericht http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/1388445/Der-Verfuehrer philosophischer Artikel eben!

eigene #Meinung: #Crowdfunding – was soll es bringen? https://dmhdf.wordpress.com/2013/05/04/crowdfunding-was-soll-es-bringen/ Wie gerecht soll es sein, wie lässt sie sich herstellen?

#Memo: sollte beobachten, ab wann #Apple seine Aktionäre über #Crowdfunding finanziert, kann evtl. viel #Geld sparen http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/apple-spart-9-2-milliarden-dollar-an-steuern-mit-anleihe-a-897938.html

Crowdfunding – was soll es bringen?

4 Mai

Hallo alle Miteinander,

in diesem Artikel habe ich mich bereits zum Thema Crowdfunding geäußert. Nun hat sich tinyentropy in seinem Artikel verhalten optimistisch geäußert.

Ich zitiere mich aus den Kommentaren mal selbst:

[.]du hast geschrieben: ” dass es viele potentielle Risiken bei dieser Art der Projektplanung gibt, besonders fuer die Spender.” Ein Agieren im Markt ist immer mit Risiken behaftet, die sind auch nicht potentiell, die sind einfach da. Croudfunding beseitigt auch keine Ungleichheiten, es kann diese sogar noch verstärken. Klar, wenn ich bereits eine Community um mich habe, fällt es leichter Geld, Zeit und Aufmerksamkeit einzusammeln. Andere müssen sich dies noch erarbeiten. Wie heißt es doch in der Bibel ” wer hat, dem wird gegeben.”

Aus einer soziologischen Sicht überrascht mich dies überhaupt nicht. Hier werden die losen Strukturen zwischen Fans und Künstler gestärkt. Man kann direkt unterstützen und am Fortschritt partizipieren. Eine Art “Wir-Gefühl” entsteht. Es gibt viele solcher Projekte im kleineren Rahmen, nicht nur zu Kultur.

Da geht noch was!

Man sich den Punkt der (Un)Gerechtigkeit weiter ansehen und argumentieren:

mal etwas ketzerisch gefragt, sollen denn Strukturen ermöglicht werden, die gleichen Zugang zu ökonomischen Ressourcen gewähren? Klar ist es für den “kleinen” Sammler ärgerlicher, wenn er mehr Aufwand treiben muss als die Großen. Und es ist ärgerlich, wenn bestimmte Quantitäten an Geld und Zeit nicht erschlossen werden können, Andere aber dies schaffen!

Soll nun eine Instanz den Gral der Gleichheit definieren? Crowdfunding ist kein marxistisches Kampfinstrument. Es bietet die Möglichkeit von vielen Leuten kleine Beträge einzusammeln. Aufwand und Kosten werden reduziert. Dass ermöglicht, das Projekte schneller finanziert oder gar erst zustande kommen.

Man kann es positiv wenden: cf ermöglicht, dass am Anfang eine kleine Gruppe aufmerksam wird. Im Laufe zahlreicher Projekte wächst die Gruppe und deren Ressourcen. cf definiert keine institutionellen Schranken, wie sie bei Banken oder Teilhabern existieren. Es ermöglicht, dass schneller sondiert werden kann, wo Bedürfnisse auf deren Befriedigung treffen.

Es ist gerade der Witz bei Angebot und Nachfrage, dass beides am Anfang auseinander fällt, im Verlauf sich aber ein Gleichgewicht bildet. Der kleine Sammler etabliert genauso dieses Gleichgewicht wie der Große. Nur, Angebot und Nachfrage liegen beiden in unterschiedlichen Quantitäten vor. Wer groß wird (oder umgekehrt) dass bestimmen (im besten Fall) ausschließlich die Konsumenten.

So einfach kann das sein! 🙂

Hier gilt aber auch: Mittelmaß  finden. Darauf zielt meine Argumentation ab. Crowdfunding sollte durch die Strukturen der Anbieter nicht künstliche Schranken schaffen, dann wären sie auch nicht besser als Banken. Ein Crowdfunding-System, wo sich nur noch die großen Sammler ihr Geld abholen, ist auch nicht Sinn der Sache. Wie kann man kleinen Projekten als Crowdfunding-Anbieter helfen, ohne dabei zu bevormunden, bevorzuteilen?

Ich weiß es nicht.