Zwischen Jung und Alt

5 Okt

Zwischen Jung und Alt

Aus dem Kinde nun erwachsen,
von jetzt an fern jeder Faxen.
Sieht man die Welt mit neuen Augen.
Man stellt vorne an den eigenen Glauben

Den Alten wird das Schlechte dieser Welt vorgeworfen.
Denn sie haben diese, unsere Welt entworfen.
Uns scheint ihr Starrsinn offenbar.
Wir halten uns für gar wunderbar.

Wir meinen, die Welt zu verstehen, das Richtige in ihr zu sehen.
Des Pudels Kern scheint uns leuchtend aufzugehen, das Wahre scheint uns aufzuerstehen.
Wir meinen was zu tun nun ist.
Auf, ihr Leute, scheidet euren Mist!

Die Jungen appellieren in ihren wildem Mut,
ihre doch gar so große, verzweifelte Wut.
Wollen nicht verstehen warum die Alten stehen bleiben,
wollen nicht verstehen warum sie nicht mitleiden.

Der wilde Mut ist erloschen.
Die verzweifelte Wut ist verflossen.
Soll ich gehen? Soll ich bleiben?
Soll ich leben? Soll ich leiden?

Mit dem Alter wird die Welt vertrackter, immer mehr.
Kann ich sie noch greifen? Nimmer mehr?
Der Stein, er schleppt sich munter.
Doch er rollt stets hinunter.

Was soll mit dieser Erkenntnis geschehen?
Was soll man weiter sehen?
Lohnt das neue Ufer, das Unbekannte?
Will ich mich scheiden, von dem Verwandtem?

Man steht zwischen Jung und Alt.
Man steht an der Grenze zwischen Wüste und Wald.
Wer nur fühlt Entsetzen, der ist zerronnen.
Wer kann, sich hinein versetzen, der hat gewonnen.

dmhdf, Lizenziert unter CC BY-NC-SA 3.0 12.05.2012

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