Kurzkommentar: zum 100. Geburtstag von Albert Camus

9 Nov

Hallo alle Miteinander,

das Deutschlandradio Kultur hat einen Beitrag über Albert Camus gesendet. Sein 100. Geburtstag bietet dafür den geeigneten Anlass. Der Kulturphilosoph Rudolf Lüthe erklärt warum Camus bis heute relevant ist.

Auf die Frage, ob  Camus richtig verstanden ist wenn man sagt: Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst, antwortet Lüthe:

Ja, das ist richtig verstanden. Es bedürfte noch einiger Erläuterungen. Das Ganze findet ja vor der Idee der Absurdität statt. Diese wird geprägt durch die historischen und kulturellen Erfahrungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Campus ist da gewissermaßen der Sprecher seiner verlorenen Generation.

Das heißt: dass Leben benötige gar keinen tieferen Sinn, dieser kann unbeantwortet bleiben. Lüthe führt dazu weiter aus:

[.] Ich halte es für die erste große philosophische Leistung von Camus, dass er eine alte Kopplung von zwei verschiedenen Ideen, nämlich der Idee des Glücks und der Idee des Sinns, aufgebrochen hat. Das ist sozusagen der Kerngedanke dieses Buches „Der Mythos von Sisyphos“. Man kann sehr wohl ein glückliches, gelingendes Leben führen, ohne dass man die Frage nach dem Sinn des Ganzen positiv beantwortet hat.

Das „mittelmeerische Denken“ finde ich – auch vor dem Hintergrund dieses Blog – interessant:

[.] dies ist ein Denken des rechten Maßes, und das wendet er auf die Erwartungen der Menschen an ihr Leben an: Wir können ein glückliches Leben nur dann leben, wenn wir es den realen Bedingungen unserer Existenz anpassen, und dazu gehört auch die Absurdität. Wir dürfen nicht zu viel erwarten, weder zu viel Gerechtigkeit, noch zu viel Freiheit, noch zu viel Glück.

Ist dies nun eine pessimistische oder eine realistische Haltung, nicht zu viel vom Leben zu erwarten? Was können, was sollen wir erreichen dürfen? Was ist da noch legitim? Die Sendung zeigt noch weitere interessante Facetten auf. Auch die, das viele Linksintellektuelle  Franzosen mit Camus so ihre Schwierigkeiten hatten. Die Suche nach dem „rechtem Maß“ ist nicht alle befriedigend, bedeutet es doch Abstriche machen zu müssen. Dies gilt gerade für die Frage wie man das Gute erreichen möchte.

Also genau passend für die Kategorie: Mittelmäßigkeit.

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