Wählen oder Nicht-Wählen?

21 Jun

Hallo alle Miteinander,

diese Folge NSFW hat mich zu diesem Beitrag inspiriert. Dort wird das Wählen-gehen debattiert (ab 03:18:46).

Dort hatte Holger Klein die Radikalposition eingenommen, man müsse unbedingt wählen gehen. Man müsse sich manchmal halt entscheiden. Man müsse manchmal das kleinere Übel wählen. Keine politische Partei (und vielleicht auch keine allg. Handlungsoption) könne zu 100 % den eigenen Erwartungen entsprechen. Man könne sich aber zum kleinstmöglichen Übel bekennen.

Klein geht sogar soweit zu sagen, dass im Zweifel die NPD zu wählen besser ist als gar nicht zu wählen. Wenn ich dieses Argument weiter drehe, heißt dies Aktion ist besser als Nicht-Aktion (im Zweifel). Doch sind nicht viele Entscheidungen mit Zweifeln verbunden? Ist das Entscheiden (an sich) bereits ethisch? Dies steckt ja in o. g. Argument. Wenn die Wahl der NPD für eine Person das geringere Übel wäre, wäre dies durch die Wahl legitimiert. Was ist mit Jemandem der bequem ist, der sich nicht informiert, der einfachen Parolen anhängt, der nicht weiter darüber nachdenkt. Wählt diese Person wirklich das geringere Übel (was immer er auch wählt)?  Sollte man den Wahlakt dermaßen aufladen?

Ich bin da hin- und hergerissen. Ich finde, Leute sollten sich Gedanken über ihre Politische Wahl machen, sie sollten sich damit beschäftigen. Was aber, wenn Leute dies nicht wollen? Zwang bringt da nichts.

Es ist nicht alles 1 oder 0 im Leben. Bei so vielem bleibt ein Rest von Ungewissheit, nicht nur bei politischen Wahlen. Daher kann ich nur meine Antwort auf den Titel des Beitrages bringen. Ich gehe wählen, weil es ein My an Mitbestimmung ist. So pathetisch es klingen mag, Menschen sterben an anderen Orten für dieses My. Ob dies nun gut und richtig ist, will ich gar nicht bewerten. Einen Zettel in eine Urne Werfen, dass kann man machen. Es tut nicht weh. So einfach ist das.

 

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Eine Antwort to “Wählen oder Nicht-Wählen?”

  1. tinyentropy Juni 23, 2014 um 07:56 #

    Ja. Bei der Wahl in Afghanistan musste ich auch daran denken, dass Menschen in anderen Ländern sogar ihr Leben riskieren, um ihr Wahlrecht wahrnehmen zu können und hier verzichten viele Menschen darauf aus bloßer Faulheit. Aber aus Resignation darauf zu verzichten ist schon einmal eine andere, wenn auch nicht klügere, Sache.
    Entscheidend ist eben, dass man sich zur Demokratie und den damit verbundenen Pflichten zur Mitgestaltung nicht erst am Wahltag bekennt. Wer nie bei Demos mit marschiert, niemals eine Beschwerde- oder Bestätigungsmail an einen Abgeordneten schreibt, im Alltag nicht politisch Stellung bezieht, der sollte sich auch nicht beschweren, dass seine Stimme bei der Wahl zu wenig Gewicht hätte.

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