Auf verwehten Spuren der Melancholie

1 Nov

Hallo alle Miteinander,

ich habe neulich die Fernsehsendung „Auf verwehten Spuren – Südamerika“ gesehen.

An und für sie eine nette Idee: der Sohn des Abenteurers, Filmemacher und Künstlers Martin Schliessler begibt sich auf die Spuren des Vaters. Er besucht die Orte die der Vater einst bereiste. Nach 40 Jahren hat sich sicher viel verändert. Erinnerungen des Vaters aus den 1950ern und 60ern werden der Gegenwart der 2000er gegenüber gesetzt.

Was mich so unfassbar stört ist dieses Ständige „früher war alles besser“ das einem die Sendung vermittelt. Ich will gar nicht leugnen, dass sich vieles zum schlechteren verändert hat. Die Indios wurden auf brachiale Weise mit der Moderne konfrontiert, ihre Kultur wird verdrängt. Die Minen sind ausgebeutet, die Minenarbeiter beuten „auf eigene Rechnung“ unter gefährlichen Umständen die Reste aus. Auch die Misswirtschaft und politische Fehlentscheidungen müssen angemessen thematisiert werden. Und genau diese Angemessenheit wurde verfehlt.

Es wurden zu sehr persönliche Eindrücke der Protagonisten geschildert. Ja, die Welt, die der Vater gesehen hat existiert nicht mehr. Und ja, es haben sich viele Dinge verschlechtert. Aber eindrucksvolle Bilder und interessante Anekdoten aus den Erinnerungen des Vaters machen noch keine gute Doku. „Erfahrungsbericht“ würde besser beschreiben, was diese Fernsehsendung eigentlich ist.

Es wurden bei mir Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt wurden.

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