Das Gerede vom Krieg.

14 Nov

Hallo alle Miteinander,

was sind Kriege? Sind es bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Staaten? Muss eine bestimmte Schwelle dieser bewaffneten Auseinandersetzungen überschritten werden, damit es ein Krieg ist?

Sind es bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Akteuren (ob staatlich oder nicht) Muss eine bestimmte Schwelle dieser bewaffneten Auseinandersetzungen überschritten werden, damit es ein Krieg ist?

Sind es jegliche Auseinandersetzungen zwischen Akteuren, die Schäden an Leib und Leben verursachen? Muss eine bestimmte Schwelle dieser bewaffneten Auseinandersetzungen überschritten werden, damit es ein Krieg ist?

Wer von Krieg redet, der sollte eine Definition geben, was er meint. Krieg gegen den Terror, Krieg gegen die Drogen usw., dieses Wort wird mehr und verwässert, zersetzt und unbrauchbarer. Organisationen wie dem IS mag diese Entwicklung genehm sein. Scheint es für ihn nur Krieg und Frieden, Gut und Böse, Richtig und Falsch zu geben. Für sie besteht die Welt aus zwei Seiten. Wir sollten diesem Denken etwas entgegen setzen.

Befinden wir uns im Krieg mit dem IS? Geht es hier „nur“ um eine gewaltsame Auseinandersetzung? Es muss logischerweise um mehr gehen als um gewaltsame Auseinandersetzungen? Sie allein lösen weder, noch schaffen sie Probleme. Sie sind eingebunden in Gesellschaften, sie forcieren bestimmte Entwicklungen (Regime change, Umkehrung der Machtverhältnisse) und sie erfordern Antworten der Politik: wie können Konflikte in regulierten Bahnen und im größtmöglichen Konsens aller (beteiligten Akteure) gelöst werden?

Krieg ist, wenn überhaupt, nur die Spitze des Eisbergs. Man sollte sich den ganzen Eisberg anschauen. Der IS wird es nicht tun. Einer muss es tun, wenn wir überhaupt zu einer Lösung kommen wollen.

Mag sein, dass wir Soldaten in den Krieg schicken müssen. Mag sein, das unsere Gesellschaft Opfer bringen muss. Mag sein, das wir gescheitert sind und nur noch einen Krieg als letzte Alternative haben. Haben wir eine Lösung, was nach dem IS kommen soll? Haben wir eine Lösung für vollkommen zerstörte Gesellschaften? Haben wir eine Lösung für Gesellschaften, für die bewaffnete Gewalt verschiedener Akteure „Alltag“ ist?

Man war doch so schlau im Afganistan der 1980er. Oder im Irak der 2000er. Wir wollen Phänomenen wie IS und Co begegnen? „Krieg“ hat da in den letzten Jahrzehnten super geholfen.

Wir sollten einen Dialog mit den Strömungen des Islam befördern. Wir sollten helfen, dass die Menschen weltweit, wieder eine Perspektive haben. Wer „Krieg“ sagt, muss ein Konzept von Staatenbildung, Wiederaufbau und Befriedung haben.

IS und Co.  begegnet man am besten mit Strukturen, nicht mit deren Zerstörung.

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