Wenn ich wüsste, was ich tun könnte.

19 Dez

Hallo alle Miteinander,

der Titel dieses Beitrages ist recht sperrig. Wie auch manchmal das Leben.

Eine Binsenweisheit sagt:

Man lernt im Leben nie aus.

Wenn man immer etwas dazu lernt, dann gab es Punkte im Leben, wo man (relativ) weniger wusste. Wenn bessere Entscheidungen mehr Wissen erfordern, dann gibt es einen Zeitraum, wo wir gar keine guten Entscheidungen treffen können: die Kindheit und Jugend.

Wann ist man erwachsen? Wann ist man kein Kind mehr?

Überhaupt: bringt mehr Wissen immer bessere Entscheidungen? Welches Wissen brauche ich für welche Entscheidungen? Komme ich an bestimmte Wissensbestände heran? Ist gestriges Wissen heute noch Wissen? Bieten Praktika, Ausbildungen und (Berufs)Erfahrung die Gewähr, das man fähig ist, das man gute Entscheidungen trifft?

Meine bisherigen Überlegungen basieren auf einer „wenn-dann-Logik“. Wenn das Eine geschieht (mehr Wissen) dann folgt das Andere (bessere Entscheidungen).  Ich vermute einen linearen Zusammenhang. Mehr Wissen bringt mehr.

Nun sind wir Menschen keine Computer. Wir verarbeiten nicht nur Information. Wir gewichten sie nach unseren individuellen Vorlieben, wir laden Information mit unseren Wünschen und Hoffnungen auf. Wissen ist keine Ansammlung von reinen Datensätzen. Gruppen und Individuen stellen sich ihre Wissenskörbe zusammen. Da wird so mancher Blödsinn als Wissen hochgeputscht. Aus einer riesigen Menge von Information muss ich mir meinen individuellen Wissenskorb zusammenstellen. Niemand wäre in der Lage auch nur 1% des Weltwissens (Information) aufzunehmen. Dazu gehört auch: ich kann gar nicht alle Studiengänge und Berufe kennen, die verfügbar sind. Selbiges gilt für die Freizeit, für die Partnerwahl.

Wo man auswählen muss, kann man etwas übersehen. Eine Wahl, die heute gut getroffen ist, kann morgen schon völlig blödsinnig werden. Dritte können mir meine Auswahl vor-selektieren, ohne dass ich etwas davon weiß.

Wenn ich wüsste, was ich tun könnte. Wenn man zu lange über diesen Satz nachdenkt, dann tut man nichts mehr. Ich weiß einiges, was ich tun kann. Ob ich Millionär werde oder in die Obdachlosigkeit rutsche, all dies kann ich nicht ausschließen. Ich kann etwas tun für die Million, wenn ich sie denn haben will. Ich habe meine Handlungsfreiheit. Doch ich muss immer wieder justieren: was kann ich heute tun, was will ich heute tun.

Ich muss mich zu meiner Umwelt verhalten. Erst dann wird sie mit mir agieren. Trotz meines (immer zu) geringen Wissens, trotz meiner Fehlbarkeit, ich muss da raus! Ich muss etwas tun! Nicht kopflos, nicht planlos. Also muss ich pendeln, irgendwo zwischen Masterplan und völligem Idiotentum.

Das Mittelmaß ist die Balance zwischen dem Masterplan und dem völligen Idiotentum. Trotz der eigenen Beschränktheit etwas versuchen, etwas tun, aushalten, das eine Entscheidung morgen falsch sein kann. Das alles klingt so einfach, mir fällt es doch des öfteren recht schwer.

 

 

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