Archive | Januar, 2016

Meine (Nicht)Gedanken zum Thema Flüchtlinge

10 Jan

Hallo alle Miteinander,

ich habe bisher das Flüchtlingsthema hier im Blog vermieden. Ehrlich gesagt ich fühle mich zerrissen, bei diesem Thema.

Ja, wir haben die moralische Verantwortung Menschen aufzunehmen, die vor einem Bürgerkrieg flüchten. Wir sind ein reiches, starkes Land, wir können das schaffen!

Da ist aber auch die Realität. Eine Bürokratie, die auf den Flüchtlingsstrom nicht vorbereitet ist. Flüchtlinge, die mit ihrer Kultur, ihrer Lebensweise in ein neues fremdes Land aufschlagen. Da sind Probleme vorprogrammiert! Eine bereits verängstigte Gesellschaft wird mit neuen Ängsten konfrontiert: Terroristen kommen getarnt als Flüchtlinge ins Land, was bleibt für uns (Einheimische) wenn Flüchtlinge versorgt werden. Wo findet der Sportunterricht statt, wenn Sporthalle als Unterkunft genutzt wird? Wie soll man sich mit Menschen verständigen, die nur ein paar Brocken Englisch sprechen? Kann man denen trauen?

Diese Ängste, berechtigt oder nicht, und die unvorbereitete Bürokratie sowie die komplexe außenpolitische Lage schaffen eine Realität, die der moralischen Verantwortung entgegenstehen. Abstrakte moralische Prinzipien treffen auf menschliches Realverhalten treffen auf Organisationen, die träge agieren, die sich und ihren Vorteil sehen.

Weder kann man die Realität völlig ausblenden, noch sollte man seine moralische Verantwortung leugnen. Und nun? Diese Realität scheint mit der moralischen Verantwortung unvereinbar. Wenn wir 1. Million Flüchtlinge ins Land lassen, den 1.000.001 aber nicht mehr, wie sollen wir das rechtfertigen? Wenn es keinerlei Qute gibt werden die realistischen Möglichkeiten und Ressourcen des Staates sowie der Gesellschaft überdehnt werden. Wie immer man auch agiert: eine „gute Lösung“ scheint mir ausgeschlossen.

Deshalb kann ich keine klare Position beziehen.  Alle Debatten, ich die bisher zum Thema erlebt habe sind am Ende immer ausgeartet. Leute haben sich ihre Positionen eingegraben, wollten keine Kompromisse finden. Es ist alles zu aufgeheizt, alles zu emotionalisiert und zu politisiert. Kein gutes Klima für das Gedeihen der Mitte.

Welt in Balance

10 Jan

Hallo alle Miteinander,

erst mal wünsche ich ein frohes neues Jahr und hoffe, ihr seid gut rein gerutscht.

Vor kurzem bin ich auf diesen Podcast gestoßen: Welt in Balance aus der Reihe Forschergeist. Diese Folge greift viele Themen auf, die ich hier behandelt habe. Allein der Titel spricht schon dafür. Der Gast Franz Josef Radermacher macht einen kompetenten Eindruck. Vieles, was im Podcast besprochen wird, kennt man schon. Die Thesen des Club of Rome, wo Radermacher Mitglied ist, sind schon etwas in die Jahre gekommen. Trotz allem sind sie noch immer aktuell. So wird in den Kommentaren zum Podcast diese Bekanntheit kritisiert: wo sind die neuen Erkenntnisse des Herrn Radermacher? Was er sagt steht schon lange in den Medien!

Radermacher macht klar, wie der Club zu seinen Thesen kommt. Er übt fundierte Kritik am derzeitigen Marktradikalismus und schlägt eine Ökosoziale Marktwirtschaft vor. Es wird ein optimistisches Bild der Zukunft entworfen ohne das Realität mit ihren Problemen ausgeblendet wird.

Ich finde, der Podcast ist ein gedankenvoller Auftakt ins neue Jahr.