Klassengesellschaft in der öffentlichen Verwaltung

10 Jun

Hallo alle Miteinander,

ja, dieser Titel ist etwas überspitzt. Er soll zeigen was mich stört: das Denken in Kategorien in der öffentlichen Verwaltung!

Ich bin ja nun erst ein gutes halbes Jahr in der Verwaltung. Doch mir ist schnell aufgefallen, das die Unterteilung in mittlerer Dienst, gehobener Dienst und Höherer Dienst doch sehr stark wirkt. Der Witz an der ganzen Sache: die Grenze zwischen den Laufbahnen ist sehr fließend. Kollegen und Kolleginnen arbeiten an den selben Sachen, gehören aber unterschiedlichen Laufbahnen an. Daran hängen ja letztendlich die Bezahlung und die Privilegien, die man hat. Dies mag auch daran liegen, das diese Grenzen durch eine sich modernisierende Verwaltung aufgelöst werden. Diese Auflösung sollte man aber nicht mit Durchlässigkeit verwechseln. Ich kann die selbe Tätigkeit ausführen, wie mein höher gestellter Kollege. In diese höhere Position zu gelangen ist aber nach wie vor sehr schwierig.

Die Drei-Klassen-Gesellschaft steht einer sich modernisierenden Verwaltung im Weg. Wo in Verwaltungen in Prozessen gedacht wird, wo die Digitalisierung ganze Berufsfelder (der Verwaltung) verändert, wo sich Verwaltung neue Wissensbestände erarbeitet, da ist eine starre Organisationsform konservierend und lähmend. Man wird mir jetzt entgegenhalten, das sich die Verwaltung öffnet, dass sie flexibler wird. Aber in welchem Tempo findet diese Entwicklung statt? Die Entwicklung der Gesellschaft und der Verwaltung klaffen immer weiter auseinander. Die Leute in der Verwaltung fangen diese Lücken auf (IT-Bereich Querschnitt bspw.) Jedoch spiegelt sich dies nicht in der Organisationsstruktur wieder. Mich wundert nicht, dass viele in der Verwaltung eine Grundfrustration verspüren. Und wir Jungen sollen diese Dienstkräfte mitnehmen, sie motivieren!

Neben Personalmangel, Verwaltungsmodernisierung und der allgemeinen Zähigkeit ist dieser Umgang mit der Frustration durch alte Organisationsstrukturen eine große Aufgabe für Führungskräfte. Die älteren Dienstkräfte sind nicht konservativ. Sie sind ernüchtert. Ernüchtert in einem System der Besitzstandwahrung.

Na ja, Preußen wirkt halt nach.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: