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Artikel zum Wochenende

13 Aug

Hallo alle Miteinander,

Artikel zum Wochenende

Alexander Osang: Berlin möchte so gern Weltmetropole werden – dabei ist es längst eine

Was eine Weltmetropole eigentlich sein soll weiß nicht. Viele wären ja schon glücklich wenn die Berliner Standesämter ihre Kunden so bedienen könnte, wie es in mancher Kleinstadt so üblich ist. Na ja, läuft!

 

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Vertrauen

13 Aug

Hallo alle miteinander,

ich versuche heute mal eine Gemeinsamkeit zwischen Elke Twesten und dem Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafen Berlin-Tegel herzustellen. Hier lautet das Stichwort: Vertrauen bzw. Legitimität.

Frau Twesten steht es frei, mit ihrem (freien) Mandat so umzugehen, wie sie es getan hat. Den politischen Parteien sowie dem Wähler fällt eine Auswahlfunktion zu. Die Entscheidungsfunktion fällt dem Abgeordneten zu. Bei Wahlen wird dann (aus)gewählt für wie gelungen man die getroffenen Entscheidungen dann hält. Man kann hier fragen: kann es Twestens Maxime ein allgemeines Gesetz sein? Sprich: wenn alle Politiker ihre egoistischen Karrierenchancen in den Vordergrund rücken, ist dies gut für das politische System? Und man kann als Politikwissenschaftler fragen: wenn Parteien über Koalitionen und Mehrheiten Politik machen, welche Bedeutung sollen dann die Abgeordneten haben?

Das freie Mandat gibt dem individuellen Repräsentanten mehr Macht gegenüber seiner Partei. Wie bereits angedeutet, kann diese Macht zu Konflikten führen. Dafür haben wir eine Öffentlichkeit, wo dies diskutiert und dann auch entschieden wird.

Öffentlichkeit ist auch ein wichtiges Stichwort beim Thema Flughafen Tegel.

Als Mitarbeiter der Berliner Verwaltung teile ich die Argumente, die für die geplante Schließung sprechen. Wenn wir Tegel längerfristig als Flughafen nutzen wollen, dann brauchen wir:

  • Geld für dessen Modernisierung (was wir eigentlich nicht haben)
  • Personal, welches die Gesetze und Vorordnungen ändert, damit Tegel offen bleiben kann (haben wir erst recht nicht)
  • Personal, das sich mit den ganzen Klagen beschäftigen kann, welche die Tegel-Anwohner einreichen werden. Denen hatte man die Schließung ja einst versprochen
  • Ersatzflächen, auf dem Tegel-Gelände können ja keine Wohnungen und Gewerbeeinheiten mehr gebaut werden (haben wir auch nicht)

Als Bürger sieht meine Meinung da etwas anders aus. Wenn die Leute mitbekommen wie ein Eröffnungstermin des BER nach dem anderen gerissen wird, ist dies wenig vertrauensbildend. Der BER ist noch nicht einmal eröffnet, schon wird uns erzählt, wir bauen ihn weiter aus. Tegel wird überflüssig (bleiben). Wer soll das glauben? Viele Leute denken zu recht: lieber ein Spatz in der Hand (Tegel), als eine Taube auf dem Dach (BER)! Ob da „Tegel-Nostalgie“ wirklich eine Rolle spielt glaube ich nicht.

Der Berliner Senat hat hier seine Glaubwürdigkeit verspielt. Dass Politische Konkurrenten dies nutzen und die Regierungskoalition in noch größeren Schlamassel treiben wollen wird – wer hätte es gedacht? Politik lebt davon, dass Leute einem zutrauen, dass man tun kann, was man tun will. Auch hier haben wir eine Öffentlichkeit, wo dies diskutiert und dann auch entschieden wird.

Didi Hallervorden und die Verwaltung

15 Jul

Hallo alle Miteinander,

der Sketch „Didi Hallervorden auf dem Arbeitsamt“ zeigt durch seine Überspitzung sehr gut, was an der Verwaltungsmodernisierung schief gelaufen ist. Zwar haben sich Sprache und Abläufe in der Verwaltung verändert, die Ergebnisse von Verwaltungshandeln sind da eher hinten an geblieben. So bekommt der Arbeitslose (in dem Sketch) noch immer keine Arbeit. Dafür wird er aber mit englischen Vokabeln zu getextet. Der Arbeitsvermittler hat keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit seines „Kunden“. Die Abläufe der Arbeitsvermittlung sind zu eng an bestimmte Berufsgruppen gebunden.

Wie dicht sind wir Verwaltungsmenschen an der Lebenswirklichkeit von bestimmten Personengruppen dran? Arbeiten wir für die Leute oder für die Verwaltung? Wie können wir unseren Spielraum effizient nutzen?

Gute Fragen, guter Sketch!

Klassengesellschaft in der öffentlichen Verwaltung

10 Jun

Hallo alle Miteinander,

ja, dieser Titel ist etwas überspitzt. Er soll zeigen was mich stört: das Denken in Kategorien in der öffentlichen Verwaltung!

Ich bin ja nun erst ein gutes halbes Jahr in der Verwaltung. Doch mir ist schnell aufgefallen, das die Unterteilung in mittlerer Dienst, gehobener Dienst und Höherer Dienst doch sehr stark wirkt. Der Witz an der ganzen Sache: die Grenze zwischen den Laufbahnen ist sehr fließend. Kollegen und Kolleginnen arbeiten an den selben Sachen, gehören aber unterschiedlichen Laufbahnen an. Daran hängen ja letztendlich die Bezahlung und die Privilegien, die man hat. Dies mag auch daran liegen, das diese Grenzen durch eine sich modernisierende Verwaltung aufgelöst werden. Diese Auflösung sollte man aber nicht mit Durchlässigkeit verwechseln. Ich kann die selbe Tätigkeit ausführen, wie mein höher gestellter Kollege. In diese höhere Position zu gelangen ist aber nach wie vor sehr schwierig.

Die Drei-Klassen-Gesellschaft steht einer sich modernisierenden Verwaltung im Weg. Wo in Verwaltungen in Prozessen gedacht wird, wo die Digitalisierung ganze Berufsfelder (der Verwaltung) verändert, wo sich Verwaltung neue Wissensbestände erarbeitet, da ist eine starre Organisationsform konservierend und lähmend. Man wird mir jetzt entgegenhalten, das sich die Verwaltung öffnet, dass sie flexibler wird. Aber in welchem Tempo findet diese Entwicklung statt? Die Entwicklung der Gesellschaft und der Verwaltung klaffen immer weiter auseinander. Die Leute in der Verwaltung fangen diese Lücken auf (IT-Bereich Querschnitt bspw.) Jedoch spiegelt sich dies nicht in der Organisationsstruktur wieder. Mich wundert nicht, dass viele in der Verwaltung eine Grundfrustration verspüren. Und wir Jungen sollen diese Dienstkräfte mitnehmen, sie motivieren!

Neben Personalmangel, Verwaltungsmodernisierung und der allgemeinen Zähigkeit ist dieser Umgang mit der Frustration durch alte Organisationsstrukturen eine große Aufgabe für Führungskräfte. Die älteren Dienstkräfte sind nicht konservativ. Sie sind ernüchtert. Ernüchtert in einem System der Besitzstandwahrung.

Na ja, Preußen wirkt halt nach.

Was das Leben so mit einem macht…

22 Apr

Hallo alle Miteinander,

ich habe bei mir auf Arbeit jemanden kennengelernt, eine Person, die mich sowohl beeindruckt als auch schockiert.

Beeindruckt, weil ich von dieser Person viel lernen kann und sie mich an ihrem Wissen teilhaben lässt. Sie kritisiert mich, wo es Not tut und steht immer mit Rat und Tat zur Seite. Mit so Jemanden möchte man gerne zusammenarbeiten!

Schockiert, weil sie auch eine gewisse Kühle, Distanziertheit und Kontrolliertheit ausstrahlt. Wohlgemeinte Gesten des Lobes, der Wertschätzung (gerade vor anderen Kollegen) werden schnell als Eingriff in die eigene Souveränität verstanden. Sie will Herr über das eigene Selbstbildnis sein, über das, was man über sie weiß. Kontrolle ist ihr hier sehr wichtig! Dabei nehme ich ihren Kontroll(verlust) als zu übertrieben war. Gerade wenn man etwas länger miteinander arbeitet, und man sich gut leiden kann, will man doch den anderen loben, ihn damit aufbauen. Man möchte eine entspannte Arbeitsatmosphäre miteinander schaffen!

Ich habe den Eindruck, dass es hier eine Vorgeschichte in ihrer Biographie gibt. Natürlich habe ich dort nie explizit nachgefragt aber aus einigen Puzzlestücken,  die sie erzählt, ergibt sich ein erstes Bild. Es scheint, als habe Jemand ihr mal übel mitgespielt. Ihre Herkunft war da mal irgendwie Thema. Das muss wohl so prägend gewesen sein, dass sie sich diese Schutzhaut zugelegt hat.

Dies ist das eigentlich Schockierende: Jemand wird mit jungen Jahren genötigt, sich eine Schutzstrategie der eigenen Persönlichkeit zuzulegen! Diese Schutzstrategie schützt und erschwert ihr Leben zugleich. Vertrauen wird Misstrauen vorgeschoben. Aus einer Entspanntheit des täglichen (Arbeits)Lebens wird eine Angespanntheit der Kontrolle des Lebens. Worüber man eigentlich schmunzeln könnte, wird zum potentiellen Missbrauch definiert. Unbedarfte Zeilen können zu Verlustängste der eigenen Kontrolle des Selbstbildnis führen.

Das Leben kann so einiges mit Einem machen. Das habe wieder einmal gelernt.

Nichts.

11 Feb

Nichts.

Das Nichtige verneinen.
Das Nicht-Vorhandene beschreiben.
Wo nichts ist, ist nichts alles.
Alles ist nichtig, es ist!

Die Leere ist.
Das Undenkbare ist.
Nicht-Handeln ist Handeln.
Nicht-Wandeln ist Wandeln.

Ist nur, was nicht sein muss?
Was ist, ist stets im Fluss!

dmhdf, Lizenziert unter CC BY-NC-SA 3.0 11.02.2017

Der Rede wert?

11 Feb

Hallo alle Miteinander,

der Februar geht in die Mitte und hier ist nichts los. Es gibt einige Dinge, die in meinem Leben gerade passieren. Nur, sind diese der Rede wert? Diese Frage kann man sich sicher allgemein für dieses Blog stellen.

Chaotische Zustände auf der Arbeit, Tratsch der Kollegen, interessante Themen die man beackert. Sind wir nicht alle mit solchen Dingen konfrontiert? Lohnt es sich wirklich darüber zu schreiben? Dazu kommt die wenige Zeit, die ich jetzt habe und die mangelnde Kraft, die von meinem Alltag herrührt. Ich bin froh, wenn ich nichts schreiben, nichts durchdenken muss. So ganz aufgeben will ich hier aber nicht. Vielleicht ist es ja nur eine Phase. Schauen wir mal.