Tag Archives: Mitmenschlichkeit

Was das Leben so mit einem macht…

22 Apr

Hallo alle Miteinander,

ich habe bei mir auf Arbeit jemanden kennengelernt, eine Person, die mich sowohl beeindruckt als auch schockiert.

Beeindruckt, weil ich von dieser Person viel lernen kann und sie mich an ihrem Wissen teilhaben lässt. Sie kritisiert mich, wo es Not tut und steht immer mit Rat und Tat zur Seite. Mit so Jemanden möchte man gerne zusammenarbeiten!

Schockiert, weil sie auch eine gewisse Kühle, Distanziertheit und Kontrolliertheit ausstrahlt. Wohlgemeinte Gesten des Lobes, der Wertschätzung (gerade vor anderen Kollegen) werden schnell als Eingriff in die eigene Souveränität verstanden. Sie will Herr über das eigene Selbstbildnis sein, über das, was man über sie weiß. Kontrolle ist ihr hier sehr wichtig! Dabei nehme ich ihren Kontroll(verlust) als zu übertrieben war. Gerade wenn man etwas länger miteinander arbeitet, und man sich gut leiden kann, will man doch den anderen loben, ihn damit aufbauen. Man möchte eine entspannte Arbeitsatmosphäre miteinander schaffen!

Ich habe den Eindruck, dass es hier eine Vorgeschichte in ihrer Biographie gibt. Natürlich habe ich dort nie explizit nachgefragt aber aus einigen Puzzlestücken,  die sie erzählt, ergibt sich ein erstes Bild. Es scheint, als habe Jemand ihr mal übel mitgespielt. Ihre Herkunft war da mal irgendwie Thema. Das muss wohl so prägend gewesen sein, dass sie sich diese Schutzhaut zugelegt hat.

Dies ist das eigentlich Schockierende: Jemand wird mit jungen Jahren genötigt, sich eine Schutzstrategie der eigenen Persönlichkeit zuzulegen! Diese Schutzstrategie schützt und erschwert ihr Leben zugleich. Vertrauen wird Misstrauen vorgeschoben. Aus einer Entspanntheit des täglichen (Arbeits)Lebens wird eine Angespanntheit der Kontrolle des Lebens. Worüber man eigentlich schmunzeln könnte, wird zum potentiellen Missbrauch definiert. Unbedarfte Zeilen können zu Verlustängste der eigenen Kontrolle des Selbstbildnis führen.

Das Leben kann so einiges mit Einem machen. Das habe wieder einmal gelernt.

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Mehr als nur eine Zugfahrt…

23 Nov

Hallo alle Miteinander,

wenn ich mit dem Zug nach Hause fahre, dann schnappe ich während der Fahrt einige Geschichten auf. Einige Mitreisende haben entweder eine so laute oder eine so prägnante Stimme, dass man sich ihren Worten kaum entziehen kann. Neulich stiegen vier Mädels in den Zug, ich konnte (musste) jedes Wort ihrer Unterhaltung mitbekommen. Wahrscheinlich studieren sie etwas mit Pädagogik, jedenfalls drehten sich ihre Gespräche im weitesten Sinne darum.

Von einem Erlebnis zur Erkenntnis.

Zuerst diskutierten die Kommilitoninnen die Frage, inwieweit Autisten in das allgemeine Schulsystem integrierbar seien. Sie kamen zu dem Schluss, dass dies sehr schwer oder gar nicht möglich sei. Der Betreuungsaufwand für diese Menschen sei zu groß als dass man einfach zu viel umbiegen müsse. Soweit gehe ich noch mit.

Dann kritisierten die Frauen das Flex-System. An einigen brandenburgischen Grundschulen werden die Klassen 1 und 2 zusammengelegt

[…] alle Kinder eines Einzugsbereichs ohne Zurückstellungen, Wiederausschulungen oder Überweisungen an Förderschulen aufzunehmen und sie individuell in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen zu fördern. Das Ziel ist die Optimierung des Schulanfangs, um sichere Fundamente für das Weiterlernen aller Kinder ab der Jahrgangsstufe 3 zu legen. Die Ausweitung der flexiblen Eingangsklassen (FLEX-Klassen) gehört zu den wichtigen bildungspolitischen Vorhaben der Landesregierung, die auch im Koalitionsvertrag beschrieben ist.

Diejenigen, die also etwas „weiter“ sind lernen mit den „Neuen“. Es wird Wissen geteilt. Wissen, was den  „Neuen“ vermittelt wird, wiederholen diejenigen, die schon „wissen“. Es ist ein schönes Prinzip. Mein Bruder besuchte selbst eine FLEX-Klasse.

Die Kommilitoninnen störten sich an diesem Konzept. Ihrer Ansicht nach würden die eigentlichen 2-Klässler unterfordert, die eigentlichen 1-Klässler überfordert. Diese Argumentation zieht sich bei ihnen auch an anderer Stelle durch. Die Gemeinschaftsschule sei kontraproduktiv, so der weitere Gesprächsverlauf. Die Guten, so wörtlich „würden runtergezogen werden. die Lehrer würden sich zu stark an den schlechten Schülern orientieren“. Jetzt wird klar, was mit Über- und Unterforderung eigentlich gemeint ist: es geht um das bestmögliche Vorankommen der „Besten“.

Der weitere Verlauf der Diskussion glitt immer mehr zu einem „Schwanzvergleich“ der eigenen Leistungen ab. Welche Noten die ehemaligen Mitschüler_innen gehabt hätten, welchen Ruf (Anforderungen) die besuchten Schulen gehabt hätten, es verkam zu einer einzigen Nabel- und Beweihräucherungsschau.  Am Schluss mochte ich nicht mehr zuhören. Ich war froh, das ich Zuhause angekommen war.

Von der Erkenntnis zur Soziologie.

Ich habe aus diesem Gespräch der jungen Frauen eine Erkenntnis gezogen, die soziologisch relevant ist. Pierre Bourdieu stellt heraus, dass es bestimmte Deutungsmuster gibt, die wir bereits mit der „Muttermilch aufsaugen.“ Die Art und Weise welche Ausdrucksweise wir verwenden, wo wir uns in der Gesellschaft verorten,  wie wir uns kleiden … Diese Deutungsmuster unterscheiden uns und sind verinnerlicht, dass sie uns nicht bewusst sind. Dieser Habitus ist wichtig!

Die Frauen lassen (für sie wahrscheinlich unbewusst) im Gespräch einen bestimmten Habitus aufleuchten. Man möchte mit denen lernen, die einem ähnlich sind, die den selben Habitus teilen. Das Argument mit dem „Runterziehen“ ist hier eine bewusst-gemachte, rationalisierte Begründung.   Auch die Nabel- und Beweihräucherungsschau passt da gut ins Bild. Man kann sich gegenseitig versichern, dass man fleißig, intelligent und hart im Nehmen ist. Man hat sich die Position hart erarbeitet, man fühlt sich im Recht seine gymnasiale Welt zu verteidigen. Sie macht einen zu etwas besonderen.

Von der Soziologie zur Politik.

Es wird nun sehr klar welche Forderungen die Frauen an die Politik stellen: alles soll bleiben wie es ist! Sie verbinden mit dem dreigliedrigen Schulsystem folgende Annahme: jedes Glied würde die jeweiligen Schüler bestmöglich unterstützen. (Bildungs)Gesellschaft braucht dieses Maß der Differenzierung damit das „Beste“ erreicht wird. Das „Beste“ ist hier durchaus als Quantität zu verstehen: die Abi-Note! Sie diente den Frauen als Beleg für ihre Güte. Sie als Gymnasiastinnen hätten durch die Note xy gezeigt, dass sie Teil einer qualifizierten Gesellschaft sind. Mit dieser einfachen Weltsicht werden ihre Argumente nachvollziehbarer, aber nicht richtiger.

Von der Politik zur Philosophie.

Es stellt sich mir eine Grundfrage: kann ich erwarten, nur für mich das Beste herauszuholen? Dieses Argument des „sich runterziehenlassens“ stellt ja genau darauf ab: ich will die bestmöglich Schulnote erreichen, wenn ich dem Schwächeren helfen muss, wenn die Lehrer ihm helfen, gefährdet es meine Position. Ein paar Notenpunkte hinter dem Komma genügen, um die Solidarität aufkündigen zu können. Denn wie viel haben werdende Gymnasiasten auf ihrem Weg schon zu verlieren?

Es stellt sich mir eine zweite Grundfrage: kann ich mit einer Quantität „Abi-Note“ irgend eine Qualität (meiner Person in der Gesellschaft) beweisen?

Nicht nur die vier Studentinnen im Zug sind bereit für eine Quantität eine Qualität zu opfern. Denn wenn die Note wichtiger wird als das Helfen, Teilen und Verzichten, dann geht etwas grundlegendes verloren!

Dieses mitgehörte Gespräch hat nicht einen Habitus zu tage gefördert, es hat sich eine gefährliche Philosophie breit gemacht. Das Menschen sich besser stellen wollen ist noch in Ordnung. Wenn dies auf Kosten bestimmter Werte geht, wenn nur noch Quantitäten als Beleg für das „Beste“ dienen, dann läuft etwas falsch.

Ich bin Teil dieser Gesellschaft. Wenn die Gesellschaft besser werden soll muss ich etwas dafür tun. Ich muss mithelfen, ich muss teilen, vielleicht muss ich auch verzichten. Ich bekomme auch etwas zurück. Vielleicht ist nicht das, was ich mir erwarte. Wir alle wären gerne Millionäre, sind es aber nicht! Gesellschaft kann uns nicht alles erfüllen, was wir wollen. Wenn wir dieses Problem sogar noch verstärken, indem wir Leute in bestimmte Schulen abschieben, in bestimmte Bahnen lenken, dann bekommen wir eben auch nicht mehr.

Es sind nicht nur Politiker und ihre Parteien, die so denken, es sind große Teile der Gesellschaft. Der Politiker ist kein Erzieher, er ist lediglich ein Lenker, wenn überhaupt. Er darf uns gar nicht sagen was wir wollen. Wir müssen es ihm sagen! Und wenn die Leute ihr dreigliedriges Schulsystem haben wollen (oder es zumind. erdulden), dann werden es die Politiker erhalten!

Das Mittelmaß der einfachen Argumente wohnt in uns, gehen wir damit um!

Das syrische Dilemma

7 Sep

Hallo alle Miteinander,

ich habe neulich folgende Doku gesehen: Wie Syrien stirbt. Ein Kamerateam begleitet über längere Zeiten einen dortigen Widerstandskämpfer. Dabei wird eine interessante Wandlung des Mannes deutlich. Am Beginn der Doku war der ausgebildete Lehrer noch weltoffen, säkular und versuchte mit friedlichen Mitteln gegen das Assad-Regime zu protestieren. Dann aber, im Zuge der sich ausweitenden und verstärkenden Gewalt in seinem Land, radikalisiert er sich zunehmend.

einfache Wahrheiten

Er wird mehr und mehr enttäuscht von dem „Westen“. Er hat das Gefühl Niemand interessiere sich für die Situation in Syrien. Der Entschluss reift in ihm, selbst aktiv zu werden. Aktiv, im Sinne von, mit Waffen, mit Gewalt gegen das Regime kämpfen. Islamistische Strömungen bieten ihm mehr und mehr eine Heimat. Zwischen den Trümmern einer Heimat setzt sich eine Spirale, immer schneller, in Gang. Enttäuschung und Radikalisierung verändern den Protagonisten mehr und mehr. Es scheint, als ob sich gerade mehrere „verlorene Generationen“ herausbilden, die noch lange mit den Trümmern ihrer Heimat konfrontiert sein werden, egal wie lange dieser Krieg formal noch dauern wird.

Die Enttäuschung des Mannes ist nachvollziehbar. Wer erwartet denn nicht Hilfe, wenn die Heimat in Schutt und Asche vorsingt, wenn Regierungstruppen vermeidliche Oppositionelle massakrieren? Wer wird nicht enttäuscht und verbittert, wenn die Schuttberge weiter anwachsen, wenn die Erlebnisse mit Gewalt und Folter weiter zunehmen? Wer wendet sich nicht „vom Westen“ ab, wenn er nur wohlwollende Phrasen hört, aber keine Taten folgen?

komplexe Zusammenhänge

Leider ist die Situation doch nicht so einfach wie es scheint. Wahr ist, dass der Westen (inklusive Israel) das Assad-Regime viele Jahre lang geduldet hat. Es bot Verlässlichkeit in einem Pulverfass. Die Russen haben dort ihre Militärstation, alle insbesondere der Iran, haben ihr Auskommen. Der arabische Frühling kam für alle Beteiligten dort ungelegen. Die Russen fürchten, bei einem Regimewechsel würde ihre Militär-Präsens in Gefahr geraten. Israel fürchtet, dass , bei einem Regimewechsel der Nahost-Konflikt weiter angeheizt wird. Das Assad-Regime fürchtet seinen Sturz. Viele Minderheiten im Land fürchten um ihre Sicherheit. Der Westen fürchtet, dass dieser Staat mit einer starken Armee, nach einem Regimewechsel die Kräfteverhältnisse im nahen Osten verändert.  Der Iran möchte seinen Einfluss dort wahren, um jeden Preis!

Hätte der Westen, als die Proteste in Syrien aufkamen nichts gesagt, hätte er sich unglaubwürdig gemacht. Es geht in der Politik auch darum ein gewisses (Selbst)Bildnis zu pflegen, dass dieses nicht immer mit dem tatsächlichen Handeln nicht immer übereinstimmt ist eine Binsenweisheit.

Nun soll der Westen bzw. die USA dort eingreifen? Sollen sie Waffen an (potentielle) Dschihadisten liefern? Die Gemengelage dort kann doch dort Niemand wirklich beschreiben. Sollen die USA dort mit Truppen einmarschieren? Was sollen Luftangriffe bringen? Das Regime wäre dann abgeschwächt, aber weiter kampffähig.  Die Assad-Treuen werden um ihr Leben känpfen, wie auch die Gegenseite?

Ja, wir haben dort einen Giftgaseinsatz gesehen. Das ist schrecklich und unmenschlich. So zynisch es klingen mag: es ist scheißegal. Ein paar Flugzeuge und Raketen werden los fliegen und ihre Ziele zerstören. Vielleicht werden Unschuldige dabei getötet, vielleicht auch nicht. Es werden weiter Menschen aufeinander schießen: mit Maschinengewähren, mit Panzerfäusten, Granaten, Sprengsätzen und vielem mehr. Verbündete Staaten werden weiter Waffen, Geld und Kämpfer bringen.

Ein neuer Dreißigjähriger Krieg?

Vielleicht erleben wir gerade eine Situation, die Chronisten  nach uns als den „zweiten Dreißigjährigen Krieg“  bezeichnen werden: eine Abfolge zusammenhängender Kriege, wo es um Religion, Einfluss und Kurzsichtigkeit geht. Wie einst, die deutschen Fürstentümer so ist der nahe Osten heute der Ort von Stellvertreterkriegen. Wie einst Spanier, Franzosen und Schweden, so fechten heute der Iran, Saudi-Arabien, die USA und Andere mehr ihre Schlachten.

Vielleicht gilt heute wie damals: der Tipping-point ist überschritten, ein „gutes“ Handeln ist in diesen Konflikt nicht mehr möglich. Nicht-Einmischung ist moralisch verwerflich genauso wie Einmischung. Diplomatie bringt genauso wenig wie eine militärische Intervention. Vielleicht müssen sich Saudi-Arabien, die USA und Andere so verausgaben, vielleicht müssen sie so sehr mit dem Rücken zur Wand stehen, das echte Verhandlungen „alternativlos“ werden.

Ein Dilemma

Eines gilt auf jeden Fall jetzt schon: wir als Menschheit sind gescheitert! Nach all den Kriegen, die uns so geprägt haben, erdulden wir weiterhin solche Konflikte. Ja, wir wollen unsere Söhne und Töchter nicht dorthin schicken, dass ist verständlich und nachvollziehbar. Ja, dass Menschen über Trümmer, Leichen und Opfer weiter verbittern, sich weiter radikalisieren, sich weiter in dunkle Gedankenwelten verstricken – ist das nicht auch verständlich und nachvollziehbar?

Wie wir dieses Dilemma lösen, ich weiß es nicht.

Behinderung, Modernisierung und das Private

30 Mrz

Hallo alle Miteinander,

welch ein seltsamer Titel dieser Eintrag doch trägt. Was haben denn Behinderung, Modernisierung und das Private miteinander zu tun? Ganz einfach: sie werden von uns Menschen konstruiert! Und: Behinderung im Allgemeinen kann es nur geben, weil sich die Gesellschaft modernisiert hat, weil sie Räume geschaffen hat, in die sich der Einzelne zurückziehen kann.

Eine Behinderung ist mehr als nur eine rein körperliche oder geistige oder sonstige Einschränkung, sie trägt auch eine soziale Komponente. Das fängt bei der „Brillenschlange“ an, geht über die Frage, ob man als körperlich eingeschränkter auch das selbe Abitur geschrieben hat, und es endet bei der Feststellung, dass körperlich mehrfach behinderte doch eher „unter sich“ gehören. In all diesen Aussagen steckt etwas sozial konstruiertes, etwas, dass sich nicht messen lässt.

Genauso verhält es sich mit den Begriffen Modernisierung und Privat. Jeder versteht darunter etwas anderes, es lässt sich kaum eine Messlatte anlegen. Man meint klare Definitionen zu kennen. Und doch: in Diskussionen zeigt sich ihre Schwammigkeit. Für uns ist alles so klar, nur nicht für unser Gegenüber.

Seit sich unsere Gesellschaft seit dem 18. wandelte, passierte auch etwas mit ihren „Krüppeln“. Es wurden vermehrt Armen- und Krankenhäuser gebaut. Menschen mit diversen Behinderungen sollten „aufbewahrt“ werden. Werte und Normen geboten, diesen Menschen Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf und ein wenig Bildung zu gewähren. Von Integration oder Inklusion war weit bis in das 20. Jahrhundert nichts zu sehen. Es ging vor allem um medizinische und Grundbedürfnisse der Betroffenen.

Nun hat sich in den letzten Jahren folgende Entwicklung ergeben: in Schulen lernen vermehrt Menschen mit, und ohne, Behinderung. Es gibt vielfach Diskussionen, wie Betroffene in die Gesellschaft eingefügt werden sollen. Das ist gut so! Ein Problem bleibt weiter bestehen. Ihr Kern liegt in der Trennung zwischen öffentlichem und privatem. Wie die Öffentlichkeit für Menschen mit Behinderungen beschaffen sein soll, darüber wird gesprochen. Es wird in einem gewissen Sinn politisch. Wie man sich aber im Privaten gegenüber Menschen mit Behinderungen verhalten soll, muss eben sozial: face to face ausgemacht werden.  Es wird in einem gewissen Sinn sozial.

Wenn mich eine ältere Dame aufgrund meiner Behinderung (mit besten Absichten) bemitleidet, wie soll ich angemessen damit umgehen? Ich will weder mir selbst, noch der Frau vor dem Kopf stoßen. Wenn ich im Bus nach einem Sitzplatz suche, und ein 14.-jähriger gibt seinen Sitzplatz nicht frei, was mache ich dann? Den erhobenen Zeigefinger zeigen? Will soll ich den Professor davon überzeugen, dass ich einen Nachteilsausgleich benötige, ohne mich dem Verdacht des Schummeln wollens auszusetzen? Von der Problematik Partnerschaftsanbahnung mal ganz abgesehen…

Wir als Betroffene kommen nicht darum herum, uns unangenehmen Fragen und Diskussionen zu stellen! Die alte Dame könnte ich ignorieren, den Jugendlichen zusammenscheißen, beim Prof. könnte ich die Behindertenbeauftragte hinzuziehen. Als die Lösungen finde ich wenig ziehlführend. Sie stehen einer Modernisierung im Wege.

Wenn ich mit der Dame über Mitleid und Behinderung ins Gespräch komme, kann ich in ihr vielleicht Denkprozesse anstoßen. Wenn ich dem Jugendlichen einen guten Spruch an den Kopf schmeiße, kommt vielleicht was in Gang. Wenn ich mich dem Prof. selbstbewusst gegenüberstellen kann, kann ich …

Man muss manchmal seine Erwartungen klar (an Andere) formulieren!  Man muss manchmal irritieren und provozieren! Man musssich manchmal unangenehmen Diskussionen (für sich und andere) stellen! So kann man Bilder über Menschen mit Behinderungen dekonstruieren. So stellen sich die Betroffenen in den Mittelpunkt. So wird Behinderung im Privaten de-tabuisiert.

Von Persönlichkeiten und mittelmäßiger Wissenschaft!

9 Feb

Hallo alle Miteinander,

die meisten Menschen, denen ich so begegne, lösen keine großartigen Reaktionen hervor. Weder Bewunderung und großes Interesse noch Abneigung und totale Gleichgültigkeit: so wie man mit fremden und fern bekannten Menschen umgeht. Doch es gibt Menschen in der Kategorie fern bekannt, denen ich mit großem Interesse und einiger Bewunderung gegenüberstehe.

Ich habe im Artikel Von handgeschrieben Exzerpten, dem Politischen und Fernsehkritik-TV ja bereits von dem Dozenten berichtet, der uns ein handgeschriebenes Exzerpt anfertigen ließ. Und hinter dem Politischen verbirgt  sich hier auch ein (anderer) Dozent, bei dem ich den Kurs Neuere Debatten über das Politische besuchte. Ich frage mich, warum ich ausgerechnet zwei Dozenten im Zusammenhang mit Persönlichkeiten erwähne. Es gibt im Alltag doch so viel Andere Menschen, die als Beispiel taugen würden: die Großmutter, die ihr Leben lang hart gearbeitet hat und sich hat nie unterkriegen lassen! Der gute Freund, der immer seine Meinung sagt, egal wie kritisch sie auch sein mag oder der Nachbar, der einem so sympathisch ist. Durchhaltevermögen, Ehrlichkeit und Sympathie machen meiner meiner Meinung nicht allein eine Persönlichkeit aus, es muss etwas anderes: Polarisierung!

An der Uni merkt man, wer polarisiert. Viele eigenständige Menschen bilden sich eine Meinung über Kommilitonen oder Dozenten. Es zeichnen sich zwei große Lager ab: das Lager der Sympathisanten und das Lager „Antipanten“, Leute, die eine bestimmte Person partout nicht leiden können. Der Dozent mit den handgeschriebenen Exzerpten gehört zweifelsohne zu denen, die polarisieren. Dazu muss man wissen: an den meisten Unis herrscht eine Tendenz zu einem bestimmten Klima. Ich nenne es scherzhaft das Wattebausch-Klima. Diskriminierung soll verhindert werden, ein sachlicher Ton soll gefunden werden, man möchte differenzieren! Alles Dinge, die ich unterschreibe, für die ich einstehe! Es gibt nur einen Haken: der Wattebausch federt alles ab. Einige sind geneigt, deutliche Ansagen als diskriminierend, Unsachlich und verallgemeinernd hinzustellen. Mein hier erwähnter Dozent macht deutliche Ansagen! Ich meine, nicht vollkommen unempfindlich gegenüber Diskriminierung, Unsachlichkeit oder Verallgemeinerung zu sein. Bei dem Dozenten kann ich all dies nicht erkennen. Einige meinen dies zu erkennen. Der Dozent spielt nämlich, im wahrsten Sinne des Wortes mit Grenzen. Einige sehen bereits Grenzüberschreitungen, für Andere ist alles im grünen Bereich. Der Dozent legt großen Wert darauf, dass man im wissenschaftlichen Schreiben eine klare These, ein klares Argument formuliert. Er regt uns an, die Konventionen des wissenschaftlichen Schreibens auszuloten. Er mahnt aber auch über Worte und Begriffe nachzudenken!

Was hat dies mit Persönlichkeit zu tun? Wir sollen eben auch ein Stück Persönlichkeit in wissenschaftliche Texte bringen. Klare Kante zeigen und nach allen Regeln der Wissenschaft diese Kante untermauern! Wissenschaft soll (ein Stück weit) polarisieren! So lassen sich Argument und Gegenargument besser finden und austauschen. Ja, der Dozent provoziert! Ich sehe einige seiner Äußerungen sehr nahe an der Grenze zur Fremdenfeindlichkeit oder zum Sexismus. Aber nochmal: „dieses an der Grenze sein“ ist gewollt. Der Dozent wird haargenau wissen, was er in der Studierendenschaft auslöst. Er nimmt diese Polarisierung gerne in kauf. Ich auch. Denn er ist eine Persönlichkeit.

Mein zweiter hier erwähnter Dozent polarisiert ebenfalls. Aber er tut dies auf eine andere Weise. Ich bezweifle ob ihm das bewusst ist. Er ist ein älterer Herr mit Schurbart, Hut und Cord-Anzug. Seine Sprache wirkt seltsam gestochen, er hält minutenlange Monologe, schweift gerne vom Thema ab und denkt in sehr komplexen Strukturen. So Jemanden möchte man eigentlich nicht als Dozent haben! Interessanterweise stimmten fast alle Kursteilnehmer darin überein, dass der Kurs, mit ihm, Spaß gemacht hat. Dies mag daran liegen, dass der Mann was zu erzählen hat! Er ist unglaublich kompetent, ohne dass dies zur Arroganz abgleitet. Er redet sehr gerne, hört aber auch anderen aufmerksam zu. Er denkt in komplexen Strukturen, hilft aber auch, diese zu entwirren. Nicht simplifizieren: entwirren, komplexe Gedankengänge werden aufgeschlüsselt. Und wo ist jetzt die Polarisierung? Es werden alle Eigenschaften geboten um den Dozenten abzulegen: schwer verständliche Ausdrucksweise, lange Monologe, sich während des Erzählens verlieren. Aber der Dozent schafft Sympathie, durch die Augenhöhe mit uns.

Man muss nämlich nicht so tun, als würde man die Welt der Mitte-Zwanzigjährigen verstehen, ihre Sprache sprechen. Es reicht aus, selbstbewusst zu sich selbst zu stehen. Hier stehe ich kann nicht anders und steht auch hier und könnt nicht anders lasst uns zusammen arbeiten. Diese Aussage trifft auf beide Dozenten zu. Sie trifft besonders auf den letztgenannten zu. Persönlichkeiten sind   Persönlichkeiten, weil sie sich und andere nicht verbiegen. Sie achten sich und andere. Sie hören auf sich und Andere. Sie gehen nicht mit der Mode und lassen Andere nicht ungefragt mitgehen. Es sind keine Arroganten und  keine Egoisten, es sind Menschen. Wer hätte das gedacht.


Da kann ich noch schnell zur mittelmäßigen Wissenschaft überleiten.  Ich habe im Rahmen eines Uni-Seminars gelesen: Ernest Gellner: Ein Schlagwort wird geboren. In: Bedingungen der Freiheit, 1994, S. 10 -21. Hier Seite 14 (Hervorhebungen im Text von mir)

Das [real-sozialistische Ostblock] System schuf keineswegs einen neuen gesellschaftlichen, von egoistischer Gier, Konsumfetischismus und Konkurrenzdenken befreiten Menschen, wie die Marxisten gehofft hatten, sondern isolierte, amoralische, zynische Individualisten mit total begrenzten Möglichkeiten [.]

S. 21

Viele von uns im Westen haben sie [die Zivilgesellschaft] sie als selbstverständlich betrachtet (und Manche tun das immer noch) als so etwas wie den menschlichen Normalzustand, während die Menschen im Osten sie umso leidenschaftlicher lieben gelernt haben [.]

Was stört mich am fett zitierten Text? Es ist richtig festzustellen, dass der Realsozialismus nicht den besseren Menschen schuf. Es stimmt, dass der Realsozialismus eine Tendenz bot, dass Menschen isolierte, amoralische, zynische Individualisten werden konnten. Aber Gellner pauschalisiert. Er bringt keine Belege, die seine These bestätigen. Vor allem das zweite Zitat ist für die Diskussion hier von Interesse. Ich unterstelle zum Beispiel  den Piraten ein pragmatisches Verhältnis zur Zivilgesellschaft. Man organisiert, man kooperiert mit ihr um einen Mehrwert zu schaffen. Von leidenschaftlicher Liebe wird da keiner reden. (Na gut, nicht alle Piraten waren Bürger der DDR 🙂  )

Ein Ernest Gellner sagt zugespitzt: der Realsozialismus habe die Menschen  zu isolierten, amoralischen, zynischen Individualisten verkommen lassen. Der Westen mit seiner Zivilgesellschaft sei  ein Ort den man leidenschaftlich lieben sollte bzw. den den die Ossis leidenschaftlich lieben! Ein wissenschaftliches Buch ist kein Ort für provokante Thesen, die nicht belegt werden! Um nicht missverstanden zu werden: 40 Jahre Ostblock, waren 40 Jahre zu viel! Der Marxismus ist zu Recht gescheitert! Er hätte die beiden Sätze weglassen können, der Leser hätte seinen Punkt verstanden. Es gibt andere Orte um (berechtigt) gegen den Marxismus zu polemisieren.

Mir haben die Zitate vor Augen geführt, dass auch der Eine oder Andere Wissenschaftler im Gewand der Wissenschaft z. B.  gegen die Piraten polemisieren könnte. Man kann die Piraten, auch aus wissenschaftlicher Sicht, kritisieren. Wissenschaftliche Kritik muss differenziert und mit Belegen unterfüttert sein. Sie kann auch mal provokant und polemisch erfolgen. Die nachfolgende Differenzierung und die Belege dürfen aber nicht fehlen!

Hier haben wir es mit Jemanden zu tun, der im wissenschaftlichen Gewand polemisieren möchte. Das ist weder mutig, noch Akt von Persönlichkeit, es ist plump und durchschaubar!

Wie ein Mädchen um besseres Schulessen kämpft.

16 Jun

Hallo alle Miteinander,

als ich den Artikel Drei Gurkenscheiben für Martha vor einigen Wochen las, habe ich dem keine große Bedeutung zugemessen. Ein neunjähriges Mädchen in Schottland betreibt ein Fotoblog über das Essen der Kantine an ihrer Schule. Das dem britischen Essen kein guter Ruf anhängt wissen wir ja. Das Einzige was mich damals beim Lesen verwunderte, 700.000 Menschen verfolgen ihr Blog. Mir war und ist die Dimension des Themas wohl nicht bekannt genug. Bei dem später erschienen Artikel Martha darf ihr Schulessen doch fotografieren wurde ich stutzig. Warum sollte man dem Mädchen verbieten wollen ihr Schulessen fotografieren zu dürfen? Die Gemeinde, die für das Schulessen verantwortlich ist rechtfertigte ihr Fotoverbot so: der Cateringdienst für die Schulen sei ungerechtfertigt attackiert worden, so das Argyll and Bute Council. Mitarbeiter der Firma fürchteten nach hämischen Artikeln in der Presse um ihre Jobs. Deshalb wurde das Verbot erteilt.

Habe ich richtig gelesen? Ein Mädchen berichtet über die miese Qualität des Schulessens, anstatt sich über Qualität Gedanken zu machen, wird ihre Berichterstattung unterbunden? Der Überbringer der schlechten Nachricht wird abgestraft, nicht ihre Verursacher.

Zum Glück sehen dies viele Andere ähnlich. Die Entscheidung löste eine Welle der Entrüstung aus, vier Millionen Menschen haben das Blog gelesen. Die Gemeinde musste einen Rückzieher machen. Martha darf nun wieder Fotos schießen. Was ich besonders lobenswert finde, sie nutzt ihre Popularität für wohltätige Zwecke: Kinder in Afrika bekommen ein Essen in ihrer Schule.

Manche mögen sagen, es gibt wichtigere Dinge als besseres Schulessen in Schottland. Das ist ohne Zweifel richtig. Richtig ist aber auch, es wird für eine bessere Gesellschaft gekämpft. Sei es nur, das sich eine bessere Gesellschaft durch besseres Essen äußert. Außerdem profitieren ja auch die Ärmsten der Armen von diesem Kampf.

Das bloße Berichten über Missstände, hier mieses Schulessen, kann dazu führen, dass man zu einem Machtfaktor wird. Die Gemeinde und der Cateringdienst sahen sich gezwungen, auf die Berichterstattung eines neunjährigen Mädchens zu reagieren. In dem „gezwungen sehen“ wird diese Macht bereits erkennbar. Die Öffentlichkeit wurde durch die Berichterstattung so beeinflusst, dass sie eine Reaktion der verantwortlichen Stellen erwartete: das Essen sollte besser werden. Man wählte den einfacheren Weg, die Berichterstattung wurde unterbunden, weil man glaubte, dies biete das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Gemeinde. Eine mittelmäßige Entscheidung, eine Entscheidung, die Dinge weder besser noch schlechter machte. Der Status-Quo sollte erhalten bleiben. Diese Strategie war leider zu offensichtlich. Anstatt Popularität zu minimieren wurde sie erhöht, sehr stark erhöht. Es wäre für eine Gesellschaft schlimm, wenn man sich nicht mit dem Mädchen solidarisieren würde. Die Gedankengänge in der Gemeindeverwaltung mag jeder für sich selbst bewerten, es zeigt sich, wie Verwaltungen  funktionieren. Es zeigt sich aber auch, dass Verwaltung und Politik in ihrer Mittelmäßigkeit gefangen sind. Besseres Schulessen kostet Geld und andere Ressourcen, oben drauf. Ressourcen entsprechend umzuorganisieren, bedarf einer gewissen Motivation: entweder kommt diese intern aus der Verwaltung oder sie wird extern in der Gesellschaft erzeugt. Dieser Vorfall um dieses Schulessen-Blog, zeigt sehr anschaulich, wie diese gesellschaftliche Motivation  erzeugt wird, wie sie in den politischen Prozess getragen wird und wie sie Entscheidungen erzwingt.
Wiedermal wurde bewiesen: Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Sie zeigen uns unser mittelmäßiges Verhalten auf.

Was wollen wir eigentlich?

2 Jun

Hallo alle Miteinander,

Phoenix macht was über Aliens, Lafontaine will seine Gegner assimilieren, das Raumschiff Facebook prallt auf dem Planeten Realität auf und die Spekulationen mit und um den Euro gehen mit Wharp-Geschwindigkeit weiter, alles wie gewöhnlich. Während sich die Menschheit an den Abgrund ihrer Existenz begibt, den Planeten und sich selbst mitreißt ins Ungewisse, schwimmen irgendwo in diesem Universum Urzeller in der Ursuppe Urgemütlich hin- und her.

Wenn man sich das Ganze so auf Ebene einer Galaxie anschaut, ist dieser Planet Erde, sind seine Bewohner so relevant wie der Sack Reis in China. Das gefällt uns nicht. Der Sack Reis fällt einfach um. Die außerirdischen Einzeller schwimmen einfach und vermehren sich. Wir bauen Kunstwerke, ein neues Urheberrecht, Autos Panzer und Atomwaffen. Das ist für uns irgendwie relevant. Wir hängen 15 Jahre in Bildungseinrichtungen rum um zu beweisen, dass wir für überdurchschnittliches Einkommen und überdurchschnittliches Prestige überdurchschnittliches leisten: wir sind relevant. Wir gedenken der Geburt eines Sohn Gottes um zu beweisen, dass ein zusätzlicher Feiertag mit noch mehr Konsum notwendig ist: er ist relevant. Wir kaufen hochauflösende TV-Bildschirme mit 3-D Funktion um den alten Fernseher wegschmeißen zu können. Wir können noch mehr TV-Trash und überteuerte Pay-TV Sender abonnieren: neue Technik ist relevant. Maschinengewehre, Panzer und Atomwaffen, alles relevant für Frieden auf der Welt.

Wir konstruieren uns Außerirdische, dir nur darauf warten, den Planeten Erde ausrauben zu können. Aliens können doch nur sein so wie wir. Denn unsere Logik, unsere Gefühle, unsere Schwächen sind doch das Beste was sich im Universum entwickeln kann. Wir Wesen zweiter Klasse? Das Etikett pappen wir nur unseren eigenen Minderheiten auf. Wenn die Linkspartei es schon nicht schafft Kompromisse zu finden, zusammen zu wachsen, warum sollte dies Wesen im außerirdischen Klassenkampf zu finden? Facebook ist weniger wert als uns ihre Manager einreden? Diesen Fehler hätte doch jeder im Universum gemacht! Wir steuern gerade auf die schlechteste Lösung der Eurokrise zu? Andere Spezies hätten ihre Waffen wieder ausgekramt!

Was wollen wir? Wir wollen Relevanz! Wir suchen nach Außerirdischen, wir machen Kunstwerke, Panzer und DSDS. Es macht riesig Spaß Feste zu begehen, die eigentlich keiner feiert. Es macht riesig Spaß technische Errungenschaften zu nutzen, deren Kosten ihren Mehrwert übersteigen. Und es macht riesig Spaß, den Widerspruch  Krieg als Friedensbringer zu nutzen, unter Realpolitik zusammen zufassen. Wollte die Menschheit nicht den Beweis antreten, dass durch ihre intellektuelle Schaffenskraft die Erde ein besserer Ort ist? Oder ging es nicht vielmehr um den Nachweis der Relevanz: höher, schneller, weiter?

Der Urzeller in der außerirdischen Ursuppe schaffen zwar keine Kunstwerke. Sie zerstören aber auch keine. Sie schaffen keine Relevanz, um vor sich selbst bestehen zu können. Sie sind einfach nur. Weil sie in der Ursuppe schwimmen und sie vermehren sind sie relevant. Vielleicht entsteht höher entwickeltes Leben, vielleicht auch nicht. Sie ermöglichen Chancen ohne allzu große Risiken in der Zukunft zu produzieren.

Sie sind Mittelmaß im besten Sinne des Wortes. Wir sind es nicht.