Archive | Januar, 2015

Tweets der KW 1 – 4 (2015)

24 Jan

Hallo alle Miteinander,

hier meine Tweets aus den letzten Wochen @dmhadf:

eigene Meinung: Vom Erwachsensein https://dmhdf.wordpress.com/2015/01/03/vom-erwachsensein/ Ein #Lebensabschnitt, wann beginnt er, was ist „Erwachsensein“?

#Memo: neues Jahr, neues Glück. Graues Haar und mehr Leben, mal sehen, was wird es neues geben

#Begriff: #Eudaimonie bei WP https://de.wikipedia.org/wiki/Eudaimonie die gelungene Lebensführung, was für ein Vorsatz fürs neue #Jahr! #Philosophie

#Person: #Demokrit bei WP https://de.wikipedia.org/wiki/Demokrit antiker #Philosoph, der sich mit #Eudaimonie befasste #Philosophie

#Kommunalpolitik: Berliner zieht es nach #Hennigsdorf http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/hennigsdorf/hennigsdorf-artikel/dg/0/1/1358129/ Ist jetzt auch nicht weiter verwunderlich. #Demographie

eigene #Meinung: Was Menschen (leider) bewirken… https://dmhdf.wordpress.com/2015/01/10/was-menschen-leider-bewirken/ warum #Terror so effektiv und gefährlich ist. #CharlieHebdo

#Begriff: Politikos bei WP https://de.wikipedia.org/wiki/Politikos Was macht den Staatsmann aus? ein antiker #Dialog #Politik #Philosophie

#Organisation: Institut d’études politiques bei https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_d%E2%80%99%C3%A9tudes_politiques bilden diese Hochschule Staatsmänner aus #Politk

#Kommunalpolitik: Platz für #Sport in #Potsdam? http://www.pnn.de/potsdam/928453/ Was aus der Innenstadt werden soll.

#Medien: der Politikos in der dt. Übersetzung http://www.opera-platonis.de/Politikos.html #Dialog #Politik #Philosophie

#Begriff: #Firewall bei WP https://de.wikipedia.org/wiki/Firewall die Brandmauer zwischen dem PC und #Internet #IT

#Person: Andrew S. Tanenbaum bei WP https://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_S._Tanenbaum ob sich der US-Amerikanische #Wissenschaftler mit Firewalls beschäftigt?

#Kommunalpolitik: Zweite Zufahrt bleibt das Ziel in #Schwante http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/hennigsdorf/hennigsdorf-artikel/dg/0/1/1361539/ von #Kosten & misslungener #Kommunikation

eigene Meinung: ein #Fernsehsender für Hunde… https://dmhdf.wordpress.com/2015/01/24/ein-fernsehsender-fur-hunde/ eine #Kritik über #DOGTV #Medien #Fernsehen #Mittelmäßigkeit

ein Fernsehsender für Hunde…

24 Jan

Hallo alle Miteinander,

in diesen trostlosen Zeiten der Kriege, Krisen und Katastrophen werde ich  mal was anderes berichten. Über Fernsehkritik.tv (Folge 147, der letzte Clip in der Rubrik „10 noch erwähnenswerte TV-Themen 2014 „) bin ich auf den Fernsehsender DOGTV gestoßen. Es gibt ihn wirklich: ein Sender nur für Hunde! So beschreibt sich der Sender auf seiner US-Hompage:

DOGTV provides television for dogs as a 24/7 digital TV channel with dog – friendly programing scientifically developed to provide the right company for dogs when left alone. Through years of research with some of the world’s top pet experts, special content was created to meet specific attributes of a dog’s sense of vision and hearing and supports their natural behavior patterns. The result: a confident, happy dog, who’s less likely to develop stress, separation anxiety or other related problems.

Man beachte hierbei, dass es sich hierbei um Pay-TV handelt. Leute bezahlen dafür. Dafür, dass ihre Hunde fernsehen gucken.

Ich bin selbst mit Hunden aufgewachsen. Man entwickelt zu dem Tier über die Jahre eine innige, eine vermenschlichte Beziehung. Aber Fernsehen für das Tier?

Wenn das (Haus)Tier zum Mensch wird.

Scheinbar glauben wirklich Menschen, dass DOGTV eine gute Sache ist. Sie übertragen ihre Vorlieben auf das Tier: „wenn es Fernsehen für mich gibt, dann kann Fernsehen für Hunde ja nicht schaden.“ Nun ist Fernsehen Teil unserer Kultur. Damit ist sie vom Menschen für den Menschen gemacht. Es (das Fernsehen) kann nur funktionieren, weil wir deren Codes verstehen.

Tiere, und damit auch der Hund, haben keine Kultur. Sie hinterlassen nichts bewusstes für die Nachwelt, warum sollten sie auch? Tiere wollen nicht „unterhalten“ werden. Die artgerechte soziale Interaktion mit dem Tier soll Stress abbauen, soll das Tier auslasten. Wenn wir Fernsehen schauen wollen wir raus aus unserer (Alltags)welt. Tiere wollen in ihre „Welt“. Die artgerechte soziale Interaktion soll genau das bewirken. Tiere wollen ihr angelerntes Verhalten ausleben (und auch neues lernen). Aber sie können eben nicht in fiktive, abstrakte Welten abtauchen. Das Tier ist kein Mensch. Es hat besondere Bedürfnisse.

Die Gefahr des „Hundefernsehens“.

Wie es auf der Homepage des Senders schon heißt: man könne sein Tier ruhig allein zu Hause lassen, DOGTV helfe dabei, dass das Tier weniger Stress aufbaue – alles gut!?

Was wird hier suggeriert? Wo sind die Beweise, das dies so stimmt? Hunde leben in Rudeln. Das heißt: der Rudelführer (der Mensch ) ist  24/7 leiblich anwesend (sollte es sein). Es geht um den Kontakt, um den Geruch, um die Stimme, um vieles mehr…

Ich bezweifle, dass dieser Fernsehsender dies auch nur Ansatzweise kompensieren kann. Wenn man sich einen Hund, ein Haustier im Allgemeinen hält, dann sollte man sich mit diesem Lebewesen beschäftigen. Auch wenn es kein Mensch ist, es ist definitiv kein Roboter! Man sollte wissen, wie eine artgerechte Haltung aussieht. Und man sollte einschätzen ob man diese artgerechte Haltung, die artgerechte soziale Interaktion umsetzen kann. Man kann schon die Frage stellen, ob ein vollzeitberufstätiger Stadtmensch in seiner Wohnung einen Hund haben sollte?

In Wahrheit sticht DOGTV doch in genau diese Wunde. Doch es geht hier nicht um irgend eine Form von Kompensation. Es geht um die grundsätzliche Frage: kümmern wir uns genug um unsere (Haus)Tiere? DOGTV gibt die falsche Antwort. Es ist nicht nur „seltsam“, es kann die Leute zu falschen Verhalten animieren. „Hunde gucken ihr Fernsehen und gut ist“. Geht lieber ne Runde mehr Gassi mit dem Tier. Das ist besser für alle!

Kaputt.

10 Jan

Kaputt.

Menschen hören.
Menschen stören.
Menschen machen kaputt.

Menschen bauen.
Menschen hauen
Menschen machen kaputt.

Der Hass wird uns belangen.
Die Angst wird uns fangen.
machen wir es kaputt.

dmhdf, Lizenziert unter CC BY-NC-SA 3.0 10.01.2015

Was Menschen (leider) bewirken…

10 Jan

Hallo alle Miteinander,

der Terror hat uns wieder. Was in Paris passiert ist, ist auf mehreren Ebenen bemerkenswert. Einige wenige Menschen üben die größte Macht aus, über die Menschen verfügen: sie entscheiden über Leben und Tod. Das war eine bewusste Entscheidung. Die Satirezeitschrift Charlie Hebdo ist ein Symbol für das Maximum an Freiheit, das sich eine Gesellschaft leistet. Deshalb mussten Menschen sterben.

Die französische Polizei war tagelang damit beschäftigt die Attentäter zu finden. Ganze Apparate in Ministerien, in der Bürokratie allgemein, dürften damit beschäftigt sein. Zig Tausende Menschen wurden eingespannt. Auch dies dürfte von den Terroristen beabsichtigt worden sein. Sie haben Macht auf die Bürokratie geübt. Sie haben die Agenda der polizeilichen und sicherheitspolitischen Agenda bestimmt. Sie haben Kräfte auf sich fokussiert. Deshalb mussten Menschen sterben.

Neue bzw. alte Diskussionen flammen in der Gesellschaft wieder auf. Vorratsdatenspeicherung in Deutschland, die neue Macht des FN, die Spaltung der Gesellschaft allgemein, das lässt sich jetzt ganz gut beobachten. Die Gesellschaft soll simplifiziert werden: hier die Guten, da die Bösen. Wer gut und wer böse ist, nur eine Frage der Perspektive. Man kann sich so schön verkennen: alle Muslime stehen unter potentiellen Terrorverdacht, der Westen hat die Muslime schon immer diskriminiert, nun hat er einen weiteren Vorwand. Solche Aussagen wird man öfter hören. Sie pauschal und falsch. Aber genau darum geht es. Es geht um Freund und Feind, es geht um die Entmenschlichung einer Gesellschaft. Wir sollen nur noch Teil von Kollektiven sein.  Deshalb mussten Menschen sterben.

Terror als Instrument.

Es geht aber nicht nur um Kollektivierung. Es geht um Identitäten und deren Konflikte.

Das Politische bricht sich hier eine neue Bahn:

Politisches geschieht dort, wo Identitäten in Anerkennungskonflikte verwickelt, d.h. in Frage gestellt sind (Thomas Bedorf ) [1]

Wir haben hier Anerkennungskonflikte. Diese werden weiter geschürt. Terror soll genau dies bewirken. Es mussten Menschen sterben, weil ihre Identität, stellvertretend für die ganze Gesellschaft, verkannt wird.

Terror ist gegen jede Form von Politik:

Politik vollzieht sich dort, wo mit mit institutionell gesicherten Identitäten ge- und verhandelt wird (Thomas Bedorf ) [2]

Terror will nicht verhandeln, er will sich nicht in Strukturen einbinden lassen. Wer sein Leben für eine Ideologie weg wirft, dem ist das alles scheiß egal. Terror ist ein Instrument um das Politische „in Reinform zu induzieren“. Wenn man nichts mehr wert ist, wenn man nur noch ein Gegenstand ist, dann wird nichts mehr ge- und verhandelt. Es werden vielleicht Geld, Waffen und Gefolgsleute heraus gepresst, die Sache, an sich, steht nicht mehr zur Disposition.

Und nun?

Wer mit Kalaschnikows Menschen morden will, wer dies gezielt plant, wer sein Leben weg werfen will, dem ist nur sehr schwer beizukommen. Hilft uns die Vorratsdatenspeicherung hier wirklich? Rechtfertigt dieser Effekt den Eingriff in den Datenschutz? Hilft uns mehr Sicherheitspersonal hier wirklich weiter?

Es sind die selben Reflexe, wie sie immer kommen: mehr Rechte, mehr Geld. Bekämpft man damit eine Politisierung effektiv? Man begegnet den Symptomen, wenn überhaupt. Die Ursachen werden damit nicht angegangen. Es werden nicht die richtigen Fragen gestellt: warum werden Menschen zu Terroristen? Wie können wir vermeiden, dass sie derart verrohen? Wie können wir ihnen zeigen, das sie auch auf andere Weise in die Gesellschaft wirken können?

Denn es geht genau darum. Menschen wollen in die Gesellschaft wirken. Wie können wir diese Wirkmächtigkeit in etwas produktives verwandeln?

Die Terroristen haben ihr Ziel bereits erreicht. Da mache ich mir nichts vor. Mehr können einzelne Menschen nicht erreichen, das ist das Schlimme. Terror ist effektiv. Ich hoffe, das dieser Effekt wieder verfliegt. Dennoch ist er da.

Es wird kalt werden, hoffen wir, dass der Frühling bald kommt.

Literatur:

[1], [2] Bedorf, Thomas: Verkennende Anerkennung. Über Identität und Politik. Suhrkamp, Berlin 2010 S. 226 ff.

Erwachsen.

3 Jan

Erwachsen.

Die Post fliegt herein.
Allerlei Papiere geben sich ein Stelldichein.
Entscheide, was wichtig ist.

Fleißig sollst du sein, sollst sollst dich gut einfügen.
Sollst die frei entfalten, sollst nur dir selbst genügen.
Entscheide, was wichtig ist.

Weise soll man sein.
Leise soll man sein.
Man soll streben.
Man soll leben.
Man soll geben, man soll nehmen.
Entscheide, was wichtig ist.

dmhdf, Lizenziert unter CC BY-NC-SA 3.0 03.01.2015

Vom Erwachsensein

3 Jan

Hallo alle miteinander,

wann ist man eigentlich „erwachsen“?

der Staat sagt, man ist es wenn man volljährig (18 Jahre) ist (u. U. kann das Jugendstrafrecht bis zu einem Alter von 21 Jahren angewendet werden). Das ist die konkreteste Antwort auf meine Frage, die ich bisher erhalten habe.

Haben wir uns als Kinder und Jugendliche nicht alle danach gesehnt erwachsen zu sein? Nun ist man es. Bei den Freunden und bei Einem selbst ist Ernüchterung eingekehrt. Der Zauber ist weg. Es ist wie Bartwuchs, es ist, als würden die ersten grauen Haare kommen. Es ist einfach da, man arrangiert sich damit. All die Rechte und Möglichkeiten, die man einst ersehnte, sie sind selbstverständlich geworden.

Die Pflichten und Einschränkungen konnten wir als Kinder gar nicht sehen. Woher kommt das Geld? Woher weiß man, dass man das Richtige tut? Wer ist vertrauenswürdig? Man kann ganz schon auf die Fresse fallen. Ob selbst verschuldet oder nicht.  Es tauchen Ängste und Zweifel auf. Das Leben wird zu einem ständigen Abwägen. Neben Spontanität tritt Planung. Naivität wird vom kritischen Denken an den Rand gedrängt.

All dies, es ist einfach da. Auf einmal ist man „erwachsen“. Plötzlich erscheint es einem fraglos gegeben. Es ist die Grundstruktur unserer Lebenswelt. Es gibt keine Grenze zwischen dem Jugendlichen und dem Erwachsenem. Beide Lebensabschnitte fließen so stark ineinander über dass kein Übergang mehr erkennbar ist.

Wir werden auf diesen Abschnitt vorbereitet. Doch kann man sich darauf wirklich vorbereiten? Weiß ein Erwachsener nur mehr als andere Menschen? Denkt ein Erwachsener nur anders als andere Menschen? Auch hier finde ich eine klare Genziehung ist nicht möglich. Mit steigendem Alter verinnerlichen wir mehr und mehr Dinge. Vieles, was wir tun, tun wir aus Routine. Das Erwachsensein ist gewissermaßen ein Set von Routinen, die wir im Alltag, in der Arbeitswelt aber auch im Privatleben abarbeiten.

Das Erwachsensein ist das Ankommen in der Alltagswelt. Unsere Entdeckungsreisen beschränken sich auf den Urlaub oder das Hobby ( u. U. auf die Arbeitswelt). Das Erwachsensein ist eine Auseinandersetzung mit der Alltagswelt. Hobbies und der Urlaub sind ja die Flucht aus dieser Welt. Wir suchen uns Räume, wo wir nicht mehr die Routinen des Alltags abspielen müssen. Doch wollen wir eigentlich den Alltag völlig verlassen? Wollen wir wieder zum Kind werden? Diese Auseinandersetzung besteht aus der Suche nach dem Mittelweg: wie viel Naivität, wie viel Spontanität ist noch möglich? Wie viel Alltag brauchen wir um unseren Pflichten Rechnung zu tragen? Wie stark müssen wir uns an die Gesellschaft anpassen? Wann sind wir zu stark von uns selbst entfremdet?

Das Erwachsensein erscheint uns ab einem gewissen Zeitpunkt als fraglos gegeben. Es ist sowohl das Ankommen in einer Alltagswelt als auch eine Auseinandersetzung mit eben dieser Welt. Die Rechte und Möglichkeiten, die Pflichten und Einschränkungen werden (mehr oder weniger) in unseren Alltag integriert. Das Erwachsensein ist eine ziemlich unspannende Sache. Und doch enthält sie Spannung. Sonst wäre unser Leben ziemlich fade. Es gibt keine Antwort auf die Frage, wann man erwachsen ist. Ich musste erst erwachsen werden, um diese Antwort zu finden.

Lektüre zum Thema Alltagswelt:

Schütz, Alfred / Luckmann, Thomas (1979): Strukturen der Lebenswelt, 17 Auflage. Frankfurt a. M.   Ein eher soziologisches Werk aber mit klaren Erklärungen zum Begriff.

Lefebvre, Henri (1987): Kritik des Alltagslebens. Grundrisse einer Soziologie der Alltäglichkeit. Frankfurt a. M.

Ein eher philosophisches Werk, thematisiert die Flucht aus der Alltagswelt und die Entfremdung, die wir von uns selbst erfahren, wenn wir mit der Gesellschaft interagieren.